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Frühling 2021
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2021-04-08
Waldfonds: Welche allgemeinen Voraussetzungen gibt es?
Wer kann Förderungen aus dem Waldfonds beantragen?

Nicht nur die Häufung extremer Wetterereignisse wie etwa Stürme oder Dürren, sondern auch Schnee- und Eisbruch, Bodenerosion und nicht zuletzt die Borkenkäferplage der letzten Jahre setzen den forstwirtschaftlichen Betrieben besonders zu. Um die betroffenen Betriebe finanziell zu unterstützen, wurde der Waldfonds eingerichtet, aus dem Förderungen für bestimmte Maßnahmen abgerufen werden können. Die Voraussetzungen dafür sind in einer eigenen Förderrichtlinie der Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus festgelegt, deren wesentliche Eckpunkte wir für Sie zusammengefasst haben.

Wer kann Förderungen aus dem Waldfonds beantragen?

Antragsberechtigt sind unter anderem land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Das sind natürliche Personen, im Firmenbuch eingetragene Personengesellschaften, juristische Personen oder andere Personenvereinigungen mit Niederlassung in Österreich, die im eigenen Namen und auf eigene Rechnung einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb bewirtschaften.

Der Bewirtschafter darf allerdings nicht als „Unternehmen in Schwierigkeiten“ gelten. Ausnahmen davon bestehen nur für die erste und dritte Fördermaßnahme und nur dann, wenn die Schwierigkeiten erst durch bestimmte Schadensereignisse verursacht wurden.

Welche allgemeinen Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Damit Förderungen aus dem Waldfonds abgerufen werden können, müssen einige allgemeine Voraussetzungen erfüllt sein.

  • Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit und Sparsamkeit: Eine Förderung aus dem Waldfonds wird nur dann gewährt, wenn dem Antragsteller das zu fördernde Projekt ansonsten nicht wirtschaftlich zumutbar wäre. Der Antragsteller muss außerdem darauf achten, dass das Projekt insgesamt wirtschaftlich, zweckmäßig und sparsam angelegt ist. Zu diesem Zweck muss der Antragsteller z.B. Vergleichsangebote einholen oder Referenzkosten erheben. Zudem ist Voraussetzung, dass die Gesamtfinanzierung des zu fördernden Projekts sichergestellt ist.
  • Befähigung des Antragstellers: Der Antragsteller muss ganz generell dazu in der Lage sein, seine Geschäfte ordnungsgemäß zu führen. Darüber hinaus muss der Antragsteller aber auch über die fachlichen, wirtschaftlichen und organisatorischen Fähigkeiten verfügen, die notwendig sind, um das zu fördernde Projekt umzusetzen.
  • Keine Doppelförderung: Keine Förderung aus dem Waldfonds steht zu, wenn für das Projekt bereits eine Förderung aus anderen Mitteln zugesagt oder gewährt wurde.
  • Behaltefrist und Instandhaltung: Der Antragsteller muss Investitionsgegenstände, die mit Mitteln aus dem Waldfonds gefördert werden, ab Fertigstellung für fünf Jahre ordnungsgemäß und dem jeweiligen Förderzweck entsprechend betreiben. Soll das Eigentum an geförderten Investitionsgegenständen übertragen werden, dann muss diese Verpflichtung mitübertragen werden.
  • Publizität: Sofern bauliche Investitionen mit mehr als € 50.000,00 oder Sachkosten mit mehr als € 10.000,00 gefördert werden, muss der Antragsteller öffentlich auf die Förderung aus Bundesmitteln hinweisen, indem er z.B. geeignete Hinweisschilder aufstellt oder Aufkleber anbringt. Wie genau ein solcher Hinweis auszusehen hat, erfährt der Antragsteller bei der zuständigen Förderstelle.
  • Keine Ausschlussgründe: Schließlich dürfen sich aus dem Gesetz oder der Förderrichtlinie keine Ausschlussgründe ergeben.

Was wird gefördert?

Die Förderungen aus dem Waldfonds werden grundsätzlich als finanzielle Zuschüsse zu den anrechenbaren Investitions-, Sach- oder Personalkosten gewährt. Nur im Rahmen der Maßnahme zur Abgeltung der durch Borkenkäferschäden verursachten Wertverluste bestehen die Förderungen in einem teilweisen Ersatz des entgangenen Einkommens.

Die Förderrichtlinie sieht dabei für die förderbaren Investitions-, Sach- oder Personalkosten jeweils eigene Obergrenzen vor. Außerdem müssen die anrechenbaren Kosten über € 500,00 betragen, um eine Förderung aus dem Waldfonds beantragen zu können.

Jedenfalls nicht zu den förderbaren Kosten zählen:

  • Finanzierungs- und Versicherungskosten,
  • Leasingkosten für geleaste Investitionsgüter,
  • Kosten für nicht dem Stand der Technik entsprechende Investitionen,
  • Kosten aus Kleinbetragsrechnungen, deren Rechnungssumme weniger als € 200,00 beträgt,
  • Kosten für Repräsentation, Verpflegung und Bewirtung,
  • Kosten für Kleidung, Ausrüstung und Werkzeug sowie
  • Kosten, die nicht eindeutig einem Vorhaben zugeordnet werden können.

Ab wann wird gefördert?

Grundsätzlich gilt, dass nur solche Kosten gefördert werden können, die nach dem Einlangen des Antrags bei der Förderabwicklungsstelle (oder einer für die Förderabwicklungsstelle tätigen Einreichstelle) anfallen. Eine Ausnahme davon besteht allerdings für Planungs- und Beratungskosten in Zusammenhang mit förderbaren Investitionen. Diese Kosten können während eines Zeitraums von sechs Monate vor dem Einlangen des Antrags gefördert werden.

Hinzu kommt, dass Projekte, mit deren Umsetzung bereits vor der Antragstellung begonnen wurde, grundsätzlich nicht gefördert werden (Ausnahmen nur im Rahmen von „De-minimis“-Beihilfen). Ein Vorhaben gilt in diesem Sinne als begonnen, wenn

  • bereits Bauarbeiten durchgeführt wurden,
  • sich der Antragsteller bereits rechtlich bindend dazu verpflichtet hat, Ausrüstungsgegenstände zu erwerben oder Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, oder
  • die Investition aufgrund anderer Verpflichtungen nicht mehr umkehrbar ist,

wobei der Beginn der Umsetzung mit dem frühesten dieser drei Zeitpunkte angenommen wird. Davon ausgenommen sind lediglich Vorarbeiten wie z.B. die Einholung von Genehmigungen oder die Durchführung von Machbarkeitsstudien. Solche Vorarbeiten können auch schon vor der Antragstellung begonnen werden.

Wie erfolgt die Antragstellung?

Zur Antragstellung werden von der Förderungsabwicklungsstelle eigene Formulare aufgelegt, die (elektronisch oder eigenhändig) unterschrieben elektronisch eingereicht werden können. Antragsteller, die bei der Agrarmarkt Austria (AMA) registriert sind, können sich bei der Antragstellung auch mit ihrer Betriebs- oder AMA-Klientennummer identifizieren.

Die Förderungen aus dem Waldfonds können bis spätestens 1.2.2023 genehmigt werden. Deshalb müssen Förderanträge bis spätestens vier Wochen vor Ablauf dieser Frist bei der zuständigen Stelle eingereicht werden.

Der Antrag muss neben zahlreichen Angaben zum Antragsteller und dem zu fördernden Projekt auch einen Finanzierungsplan enthalten. Darin muss der Antragsteller insbesondere anführen,

  • mit welchen Kosten das zu fördernde Projekt verbunden ist,
  • wie die erforderlichen Eigenmittel aufgebracht werden,
  • ob die angeführten Kosten mit oder ohne Umsatzsteuer ausgewiesen sind,
  • ob der Antragsteller vortsteuerabzugsberechtigt ist und
  • welcher Zeitplan für die Umsetzung des zu fördernden Projekts vorgesehen ist.

Darüber hinaus muss der Antragsteller im Finanzplan auch bestätigen, dass für das zu fördernde Projekt keine anderen Förderungen beantragt, zugesagt oder bereits ausbezahlt worden sind.

Muss die Verwendung einer erhaltenen Förderung nachgewiesen werden?

Der Bezieher einer Förderung aus dem Waldfonds muss der Förderabwicklungsstelle bis spätestens drei Monate nach dem Abschluss des geförderten Projekts anhand geeigneter Belege nachweisen, welche Kosten mit dem geförderten Projekt einhergegangen sind und welche Einnahmen dadurch gegebenenfalls erwirtschaftet werden konnten. Zusammen mit diesem Verwendungsnachweis muss auch ein Bericht über den Erfolg des geförderten Projekts vorgelegt werden.

In begründeten Fällen können die zuständigen Behörden auch darüber hinausgehende Berichts- bzw. Nachweispflichten auferlegen.

Wie lange müssen Unterlagen aufbewahrt werden?

Sämtliche Aufzeichnungen und Unterlagen, die für eine gewährte Förderung aus dem Waldfonds von Bedeutung sind, müssen für die Dauer von zehn Jahren ab dem Ende des Kalenderjahres, in dem die Förderung ausbezahlt wurde, sicher und überprüfbar aufbewahrt werden. Während dieser Aufbewahrungsfrist müssen diese Unterlagen den zuständigen Behörden auch jederzeit kostenlos für Kontrollen oder Prüfungen zur Verfügung gestellt werden.

Hinweis:

Ausführliche und weiterführende Informationen zu den Förderungen aus dem Waldfonds können Sie unter https://www.waldfonds.at abrufen.

Stand: 08. April 2021

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2021-04-08
Waldfonds: Welche Förderungen können bereits beantragt werden?
Seit dem 1.2.2021 sind erste Anträge auf Förderungen aus dem Waldfonds möglich.

Seit dem 1.2.2021 sind erste Anträge auf Förderungen aus dem Waldfonds möglich. Die Eckpunkte der Maßnahmen, die bereits jetzt gefördert werden können, haben wir nachstehend für Sie zusammengefasst. Freilich gelten für einzelne Maßnahmen besondere Bedingungen und Einschränkungen, weshalb jedes Projekt eingehend geprüft und gesondert beurteilt werden sollte.

Mehr zu den allgemeinen Voraussetzungen, unter denen Förderungen aus dem Waldfonds beantragt werden können, erfahren Sie in einem eigenen Beitrag,

Maßnahme 1: Wiederaufforstung und Pflegemaßnahmen nach Schadereignissen

Gefördert werden Projekte

  • zur standortangepassten und klimafreundlichen Wiederaufforstung,
  • zur anschließenden Pflege (z.B. durch Kulturpflege) sowie
  • zum Schutz des Forstbestandes vor Wildschäden (z.B. durch Zäune oder jagdbetriebliche Konzepte).

Voraussetzung ist eine Bestätigung der Forstbehörde, dass mindestens 20 % einer Mindestwaldfläche von 100 Hektar innerhalb einer Forstaufsichtsstation (unabhängig von der jeweiligen Besitzstruktur) von bestimmten Schadereignissen (z.B. Wind-, Schnee- oder Eisbruch, Schäden durch extreme Wetterereignisse oder durch massenhaft auftretende Forstschädlinge, Schäden in Folge des Klimawandels oder durch bestandsgefährdende Krankheiten) betroffen sind.

Die Förderung besteht aus einem Zuschuss von 60 % (alle Waldflächen) bzw. 80 % (Waldflächen mit besonderer Schutzfunktion) zu den anrechenbaren Investitions- und Sachkosten.

Maßnahme 2: Maßnahmen zur Regulierung der Baumartenzusammensetzung

Gefördert werden Projekte mit der Zielsetzung,

  • „klimafitte“ Wälder zu entwickeln,
  • die Biodiversität des Waldes zu stärken,
  • stabile Mischbestände zu schaffen und
  • die genetischen Ressourcen des Waldes zu erhalten und zu verbessern.

Förderungsfähig sind z.B. Maßnahmen zur Wiederaufforstung, zur Kulturpflege, zur Bestandsumwandlung und zur Verjüngung.

Die Förderung besteht aus einem Zuschuss von 60 % (alle Waldflächen) bzw. 80 % (Waldflächen mit mittlerer bis hoher Schutz- oder Wohlfahrtsfunktion) zu den anrechenbaren Investitions-, Sach- und projektbezogenen Personalkosten. Sofern eine Investition in Spezialgeräte gefördert werden soll, beträgt der Zuschuss hingegen nur 30 %.

Maßnahme 3: Abgeltung der durch den Klimawandel verursachten Borkenkäferschäden

Durch die Förderung soll ein Wertverlust am Forstbestand, der durch Borkenkäferbefall verursacht wurde, ausgeglichen werden. Die Feststellung, ob ein solcher Schaden vorliegt, erfolgt dabei für forstwirtschaftliche Teilflächen ab 0,1 Hektar anhand der Erhebungsdaten des Bundesforschungszentrums für Wald, Naturgefahren und Landschaft.

Gefördert werden pauschal € 3.500,00 für jeden Hektar geschädigte Fläche (bis höchstens 30 % des durchschnittlich kalkulierten Hektarwerts zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Waldfondsgesetzes). Der Förderbetrag ist mit € 200.000,00 pro Antragsteller begrenzt, während die Untergrenze der Förderung mit € 1.000,00 pro Antragsteller festgelegt ist.

Maßnahme 4: Errichtung von Nass- und Trockenlagerstätten für Schadholz

Gegenstand der Förderung sind

  • Investitionen in die Errichtung von Nass- oder Trockenlagerstätten für Schadholz,
  • Maßnahmen zur besseren Verbringung und Manipulation des Schadholzes sowie
  • Konzepte und Machbarkeitsstudien im Bereich Schadholzlogistik

mit der Zielsetzung, die Ausbreitung von Schädlingen durch die schnelle Abfuhr des Schadholzes aus dem Wald einzudämmen und die Holzqualität zu sichern.

Der Antragsteller muss dabei unter anderem nachweisen, dass er über alle rechtlichen Bewilligungen und Genehmigungen verfügt, die für das zu fördernde Projekt erforderlich sind. Außerdem muss gewährleistet sein, dass in geförderten Nass- oder Trockenlagerstätten währen der Behaltefrist von fünf Jahren mindestens 95 % Holz aus österreichischen Befalls- oder Katastrophengebieten gelagert wird.

Im Rahmen der Förderung wird ein Zuschuss von

  • 100 % bei Konzepten und Machbarkeitsstudien im Bereich Schadholzlogistik und
  • 80 % bei der Errichtung von Nass- oder Trockenlagerstätten und bei Maßnahmen zur schnellen Verbringung des Schadholzes in eine Nass- oder Trockenlagerstätte

zu den anrechenbaren Investitions-, Sach- und projektbezogenen Personalkosten geleistet.

Maßnahme 5: Mechanische Entrindung als Forstschutzmaßnahme

Gefördert werden

  • Anpassungen von Spezialgeräten zur mechanischen Entrindung von Schadholz,
  • Maßnahmen zur maschinellen Entrindung von Schadholz im Wald oder an der Trockenlagerstätte und
  • vorbeugende Forstschutzmaßnahmen (z.B. Mulchen, Legen von Fangbäumen, Hygienemaßnahmen),

durch die verhindert werden soll, dass sich rindenbrütende Schädlinge weiter vermehren können.

Die Förderung besteht aus einem Zuschuss von 80 % zu den anrechenbaren Investitions-, Sach- und projektbezogenen Personalkosten.

Maßnahme 6: Sicherstellung der Waldbrandprävention

Gefördert werden unter anderem

  • Maßnahmen zur vorbeugenden Waldbehandlung in Risikogebieten,
  • Investitionen in vorbeugende Infrastruktur sowie in Spezialgeräte und –ausrüstung zur Waldbrandbekämpfung und –prävention auf der Grundlage einer regionalen Waldbrandbekämpfungsstrategie,
  • Maßnahmen zur Abwehr von Folgerisiken (z.B. Erosions- und Bodenschutz) und
  • Maßnahmen zur öffentlichen Bewusstseinsbildung, zur Einsatzplanung und im Rahmen des Ausbildungsprogramms Waldbrand.

Der Antragsteller muss dabei unter anderem nachweisen, dass er über alle rechtlichen Bewilligungen und Genehmigungen verfügt, die für das zu fördernde Projekt erforderlich sind. Außerdem muss der Nachweis erbracht werden, dass sich die Waldfläche, für die eine Förderung beantragt wird, in einem Gebiet mit mittlerem bis hohen Waldbrandrisiko befindet.

Die Förderung besteht aus einem Zuschuss von

  • 100 % bei Maßnahmen zur öffentlichen Bewusstseinsbildung, zur Einsatzplanung und im Rahmen des Ausbildungsprogramms Waldbrand und
  • 80 % bei allen übrigen Maßnahmen

zu den anrechenbaren Investitions-, Sach- und projektbezogenen Personalkosten.

Hinweis:

Ausführliche und weiterführende Informationen zu den Förderungen aus dem Waldfonds können Sie unter https://www.waldfonds.at abrufen.

Stand: 08. April 2021

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2021-04-08
Ist der Einheitswert als Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer verfassungswidrig?
Der Erwerb eines inländischen Grundstücks durch Schenkung oder Erbanfall unterliegt im Regelfall der Grunderwerbsteuer.

Der Erwerb eines inländischen Grundstücks durch Schenkung oder Erbanfall unterliegt im Regelfall der Grunderwerbsteuer. Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer ist allgemein der Wert der Gegenleistung, mindestens jedoch der Grundstückswert. Abweichend davon ist bei Erwerbsvorgängen von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken im Rahmen des begünstigten Personenkreises (z.B. Ehegatten, Lebensgefährten mit demselben Hauptwohnsitz und in gerader Linie verwandte oder verschwägerte Personen) die Grunderwerbsteuer vom Einheitswert zu berechnen.

Die Einheitswerte waren in der Vergangenheit schon mehrfach Gegenstand der steuerrechtlichen Diskussion und Rechtsprechung. Ausschlaggebend dafür ist der Umstand, dass die Einheitswerte in der Praxis zumeist merklich von den (gemeinen) Grundstückwerten abweichen können.

Beim Bundesfinanzgericht (BFG) sind nun zwei Verfahren anhängig, bei denen die Grunderwerbsteuer aufgrund eines Erbanfalls (1. Streitfall) sowie einer Übereignung (2. Streitfall) vom (niedrigeren) Einheitswert berechnet wurde. Das BFG hat nun das Verfahren ausgesetzt und Normprüfungsantrage an den Verfassungsgerichtshof (VfGH) gestellt: Konkret hegt das BFG verfassungsrechtliche Bedenken, ob die im vorliegenden Fall angewendeten Normen, die eine Berechnung der Grunderwerbsteuer vom (niedrigeren) Einheitswert vorsehen, gegen den Gleichheitssatz verstoßen und somit verfassungswidrig sind. Das BFG beruft sich hinsichtlich den verfassungsrechtlichen Bedenken auf eine Entscheidung des VfGH aus dem Jahr 2012. In dieser hält der VfGH fest, dass gegen das Konzept der Einheitswerte als Bemessungsgrundlage keine verfassungsrechtlichen Bedenken bestehen, solange der Einheitswert annähernd dem Verkehrswert der Liegenschaft, wie er normalerweise in der Gegenleistung zum Ausdruck kommt, entspricht. In den verfahrensgegenständlichen Fällen betrug der durchschnittliche Quadratmeterpreis nach dem Einheitswert € 0,04 und € 0,035. Da ein solcher Quadratmeterpreis unabhängig von der Lage und Beschaffenheit des Grundstücks „gänzlich unrealistisch“ sei, beantragte das BFG die einschlägigen Normen aufzuheben.

Es bleibt mit Spannung abzuwarten, wie der VfGH in dieser Sache entscheidet. Sollte der VfGH die einschlägigen Normen aufheben, so wäre dies mit weitreichende Folgen für Land- und Forstwirte verbunden, zumal der Einheitswert auch für die Berechnung anderer Steuern und Abgaben von Relevanz ist. Weitere Normprüfungsanträge zum Einheitswert könnten die Folge sein.

Stand: 08. April 2021

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2021-04-08
Welches Kontingent wurde für ausländische Erntehelfer festgelegt?
Mit Verordnung vom 26.02.2021 hat der Bundesminister für Arbeit für das Jahr 2021 nunmehr ein Kontingent von 200 Beschäftigungsbewilligungen für den Bereich der Erntehelfer freigegeben.

Während EU- und EWR-Bürger sowie Schweizer Staatsbürger ohne Beschränkung in Österreich als Erntehelfer eingesetzt werden können, bedarf es bei Personen aus Drittstaaten einer Beschäftigungsbewilligung, die vom Arbeitsmarktservice (AMS) erteilt wird. Mit Verordnung vom 26.02.2021 hat der Bundesminister für Arbeit für das Jahr 2021 nunmehr ein Kontingent von 200 Beschäftigungsbewilligungen für den Bereich der Erntehelfer freigegeben.

Dauer der Beschäftigung in Österreich

Eine Beschäftigungsbewilligung für Erntehelfer darf für maximal sechs Wochen erteilt werden. Sofern diese vorliegt, muss der Erntehelfer im Ausland ein Visum bei der österreichischen Vertretungsbehörde (Botschaft oder Konsulat) in seinem Wohnsitzstaat beantragen. Je nach Dauer der geplanten Beschäftigung in Österreich ist dabei ein Visum C (bis zu 90 Tage) oder ein Visum D (mehr als 90 Tage) zu beantragen.

Ablauf des Verfahrens bei Antragstellung

Um eine Beschäftigungsbewilligung zu erhalten sind folgende Schritte notwendig:

  • Schritt: Der Betrieb stellt einen Antrag auf Erteilung einer Beschäftigungsbewilligung bei der zuständigen regionalen AMS-Geschäftsstelle.
  • Schritt: Überprüfung des Antrages und Erteilung der Beschäftigungsbewilligung bei Vorliegen der Voraussetzungen.
  • Schritt: Übermittlung der Beschäftigungsbewilligung an den Erntehelfer im Drittstaat.
  • Schritt: Antrag auf Ausstellung einer Visa-Bescheinigung auf Basis der erteilten Beschäftigungsbewilligung durch den Erntehelfer im Drittstaat.

Sozialversicherungsrechtliche Beurteilung

Bezüglich der sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung gelten Erntehelfer als Dienstnehmer. Neben den Sozialversicherungsbeiträgen – also Krankenversicherung (KV), Unfallversicherung (UV), Pensionsversicherung (PV) und Arbeitslosenversicherung (AV) - sind auch die (Land-)Arbeiterkammerumlage (LK bzw. AK) und der Zuschlag nach dem Insolvenz-Entgeltsicherungsgesetz (IE) zu entrichten. Die Abrechnung erfolgt im Rahmen der herkömmlichen Beschäftigtengruppen für Landarbeiter:

  • Land- und Forstarbeiter,
  • Land- und Forstarbeiter (ohne Arbeiterkammer- oder Landarbeiterkammerzugehörigkeit),
  • Land- und Forstarbeiter (mit Arbeiterkammerzugehörigkeit) oder
  • Land- und Forstarbeiter (mit Landarbeiterkammerzugehörigkeit und Wohnbauförderungsbeitrag).

Lohnanspruch

Im Hinblick auf die vorzunehmende Entlohnung ist darauf zu achten, dass der kollektivvertraglich geregelte Mindestlohn eingehalten wird und auf der Meldung der Monatslohn sowie die Anzahl der Wochenstunden bekannt gegeben werden.

Stand: 08. April 2021

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2021-02-24
Welche Änderungen bringt die neue Land- und Forstwirtschaft-Pauschalierungsverordnung?
Schon durch das Konjunkturstärkungsgesetz 2020 wurden die gesetzlichen Voraussetzungen, unter denen Land- und Forstwirte die vereinfachte Gewinnermittlung in Form einer Pauschalierung in Anspruch nehmen können, gelockert.

Schon durch das Konjunkturstärkungsgesetz 2020 wurden die gesetzlichen Voraussetzungen, unter denen Land- und Forstwirte die vereinfachte Gewinnermittlung in Form einer Pauschalierung in Anspruch nehmen können, gelockert. Nun wurde auch die Land- und Forstwirtschaft-Pauschalierungsverordnung, in der die pauschalierte Gewinnermittlung durch Land- und Forstwirte näher geregelt ist, in wesentlichen Punkten abgeändert.

Die Neuerungen betreffen dabei sowohl die vom Einheitswert abhängige Vollpauschalierung als auch den pauschalen Ansatz der Betriebsausgaben (Teilpauschalierung).

Land- und forstwirtschaftliche Betriebe

Die Vollpauschalierung eines landwirtschaftlichen Betriebes setzt ab dem Veranlagungsjahr 2020 nicht mehr länger voraus, dass die selbst bewirtschaftete reduzierte landwirtschaftliche Nutzfläche 60 Hektar nicht übersteigt, dass die Zahl der tatsächlich erzeugten oder gehaltenen Vieheinheiten 120 nicht nachhaltig überschreitet und, sofern Gewinne aus der Bewirtschaftung von Intensivobstanlagen zur Produktion von Tafelobst stammen, dass höchstens 10 Hektar davon selbst bewirtschaftet werden.

Bestehen bleibt allerdings die Einschränkung, dass die Vollpauschalierung nur angewendet werden darf, wenn der Einheitswert des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes höchstens € 75.000,00 beträgt. Auch die schon bisher geltende Umsatzgrenze von € 400.000,00 gilt weiterhin. Wird diese Umsatzgrenze in zwei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren nachhaltig überschritten, endet die Möglichkeit einer Voll- oder Teilpauschalierung wie bisher mit dem darauf zweitfolgenden Kalenderjahr.

Für landwirtschaftliche Tierhaltungsbetriebe, denen das Futter vom Abnehmer der Tiere zur Verfügung gestellt wird („Lohnmastbetriebe“), wurde hinsichtlich der Umsatzgrenze außerdem eine Sonderregelung geschaffen. Diese Betriebe müssen bei der Berechnung, ob die für das Entfallen der Pauschalierung maßgebliche Umsatzgrenze überschritten ist, ab 1. Jänner 2021 den Wert des Futters miteinbeziehen.

Forstwirtschaft

Die Wertobergrenze für den forstwirtschaftlichen (Teil-)Einheitswert, bis zu dem Gewinne aus einer Forstwirtschaft in die Vollpauschalierung einbezogen werden können, wurde rückwirkend zum 1. Jänner 2020 auf € 15.000,00 (bisher € 11.000,00) angehoben.

Neu ist außerdem, dass forstwirtschaftliche Betriebe, deren (Teil-)Einheitswert mehr als € 15.000,00 beträgt und die in den Anwendungsbereich der Teilpauschalierung fallen, bei der besonderen Waldnutzung infolge höherer Gewalt („Kalamitätsnutzung“) rückwirkend ab 1. Jänner 2020 einen Zuschlag von 20 % auf die pauschal ansetzbaren Betriebsausgaben erhalten.

Gartenbaubetriebe

Gartenbaubetriebe, deren Betriebsgegenstand ausschließlich darin besteht, die eigenen gärtnerischen Erzeugnisse an Wiederverkäufer zu liefern, konnten ihren Gewinn auch bisher schon anhand von flächenabhängigen Durchschnittssätzen ermitteln. Rückwirkend ab 1. Jänner 2021 soll diese Möglichkeit nun auch dann offenstehen, wenn die eigenen gärtnerischen Erzeugnisse an Land- und Forstwirte für deren erwerbsmäßige Produktion geliefert werden.

Land- und forstwirtschaftliche Nebentätigkeiten

Die Einnahmenobergrenze, bis zu der ein land- und forstwirtschaftlicher Nebenerwerb, das Be- oder Verarbeiten von Urprodukten und ein Almausschank dem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb als Nebentätigkeit zugeordnet werden können, wurde rückwirkend ab 1. Jänner 2020 auf € 40.000,00 einschließlich Umsatzsteuer (bisher € 33.000,00) erhöht.

Stand: 24. Februar 2021

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2021-02-24
Wann muss eine Schenkung gemeldet werden?
Für Schenkungen und Zweckzuwendungen unter Lebenden besteht dann eine Meldepflicht, wenn im Zeitpunkt des Erwerbes mindestens eine der Personen einen Wohnsitz, den gewöhnlichen Aufenthalt, den Sitz oder die Geschäftsleitung im Inland hatte.

Für Schenkungen und Zweckzuwendungen unter Lebenden besteht dann eine Meldepflicht, wenn im Zeitpunkt des Erwerbes mindestens eine der beteiligten Personen (entweder Schenker oder Beschenkte) einen Wohnsitz, den gewöhnlichen Aufenthalt, den Sitz oder die Geschäftsleitung im Inland hatte. Meldepflichtig ist dabei unter anderem die Schenkung von:

  • Bargeld, Kapitalforderungen und Gesellschaftsanteilen,
  • Betrieben oder Teilbetrieben,
  • beweglichem körperlichen Vermögen (wie z. B. Schmuck oder Kraftfahrzeuge),
  • immateriellen Vermögensgegenständen (wie z. B. Fruchtgenussrechte).

Die Meldung ist entweder von den beteiligten Personen (Schenker und Beschenkte) oder von den im Rahmen der Vertragserrichtung mitwirkenden Rechtsanwälten und Notaren in Form einer Anzeige an das zuständige Finanzamt vorzunehmen. Die Verpflichtung dieser Personen, eine Schenkungsmeldung zu erstatten, gilt dabei zur ungeteilten Hand. Das bedeutet, dass wenn eine dieser Personen die Anzeige ordnungsgemäß einbringt, die übrigen Personen nicht mehr dazu verpflichtet sind. Die Schenkungsmeldung muss innerhalb einer Frist von drei Monaten ab Erwerb vorgenommen werden.

Ausgenommen von der Schenkungsmeldepflicht sind unter anderem:

  • Erwerbe zwischen bestimmten Angehörigen (auch Lebensgefährten) bis insgesamt € 50.000,00 innerhalb eines Jahres,
  • Erwerbe zwischen anderen Personen bis € 15.000,00 innerhalb von fünf Jahren,
  • übliche Gelegenheitsgeschenke bis € 1.000,00 (Hausrat inkl. Bekleidung ist allerdings ohne Wertgrenze befreit),
  • Grundstücksschenkungen (es besteht jedoch eine Anzeigepflicht nach dem Grunderwerbsteuergesetz),
  • Zuwendungen, die unter das Stiftungseingangssteuergesetz fallen.

Hinweis: Unter die Regelungen zum Schenkungsmeldegesetz fallen keine Erbschaften. Sie müssen nicht gemeldet werden.

Das vorsätzliche Unterlassen der Schenkungsmeldung ist eine Finanzordnungswidrigkeit. Sie wird mit einer Geldstrafe bis zu 10 % des gemeinen Wertes der nicht gemeldeten Erwerbe geahndet. Alle zur Meldung verpflichteten Personen können gestraft werden. Eine strafbefreiende Selbstanzeige ist bis zu einem Jahr ab dem Ablauf der dreimonatigen Meldepflicht möglich.

Stand: 24. Februar 2021

Bild: alexsokolov - Fotolia.com

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2021-02-24
Wie wirkt sich die geplante Verlängerung der Umsatzsteuersenkung auf die landwirtschaftliche Gastronomie aus?
Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe sind nicht erst seit den zuletzt erneut verordneten Betriebsschließungen besonders von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie betroffen.

Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe sind nicht erst seit den zuletzt erneut verordneten Betriebsschließungen besonders von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie betroffen. Um diese Betriebe zu unterstützen, wurde der Umsatzsteuersatz für bestimmte Branchen vorübergehend auf 5 % gesenkt. Die Umsatzsteuersenkung sollte ursprünglich mit 31. Dezember 2020 auslaufen. Weil inzwischen aber absehbar ist, dass sich die Coronavirus-Pandemie über das Jahr 2020 hinaus auf viele Betriebe auswirken wird, wurde die befristete Umsatzsteuersenkung nun bis zum 31. Dezember 2021 verlängert. Somit kann auch die landwirtschaftliche Gastronomie in Form eines Buschenschank-, Almausschank- oder Urlaub-am-Bauernhof-Betriebes weiterhin von den niedrigeren Umsatzsteuersätzen profitieren.

Ermäßigter Umsatzsteuersatz bei regelbesteuerten Buschenschanken und Almausschanken

Sofern der landwirtschaftliche Betrieb in der Umsatzsteuer regelbesteuert ist, gilt für die Verabreichung von Speisen und den Ausschank von (alkoholischen und alkoholfreien) Getränken im Rahmen einer Buschenschank oder eines Almausschanks von 1. Juli 2020 bis 31. Dezember 2021 der ermäßigte Umsatzsteuersatz in Höhe von 5 %.

Keine Zusatzsteuer bei umsatzsteuerpauschalierten Buschenschanken und Almausschanken

Für umsatzsteuerpauschalierte Landwirte gilt grundsätzlich, dass beim Ausschank von Getränken im Rahmen einer Buschenschank oder eines Almausschanks 20 % verrechnet werden müssen. Von diesem Prozentsatz entfallen beim Ausschank an Verbraucher 10 % oder beim Ausschank an Unternehmer (z. B. bei Bewirtung im Rahmen eines Geschäftsessens) 7 % auf die sogenannte „Zusatzsteuer“, die an das Finanzamt abzuführen ist. Diese Zusatzsteuer wurde nun zeitlich befristet ausgesetzt. Im Zeitraum von 1. Juli 2020 bis 31. Dezember 2021 sind deshalb nur 10 % beim Ausschank an Verbraucher oder 13 % beim Ausschank an Unternehmer zu verrechnen.

Ermäßigter Umsatzsteuersatz bei Beherbergung

Der reduzierte Umsatzsteuersatz in Höhe von 5 % greift auch bei der Beherbergung in eingerichteten Wohn- und Schlafräumen (einschließlich Nebenleistungen wie beispielsweise Beheizung und Beleuchtung) durch Landwirte, die in der Umsatzsteuer regelbesteuert sind („Urlaub-am-Bauernhof-Betriebe“).

Ebenfalls begünstigt ist die Vermietung von Grundstücken zu Campingzwecken (einschließlich Nebenleistungen, wenn dafür ein einheitliches Benützungsentgelt entrichtet wird), für die von 1. Juli 2020 bis 31. Dezember 2021 ebenfalls nur 5 % an Umsatzsteuer verrechnet werden müssen.

Für die Beherbergung durch umsatzsteuerpauschalierte Landwirte bleibt die Senkung des Umsatzsteuersatzes freilich ohne Auswirkung. Hier müssen bei der Beherbergung von Verbrauchern weiterhin 10 % und bei der Beherbergung von Unternehmern weiterhin 13 % verrechnet werden.

Stand: 24. Februar 2021

Bild: julia_arda - Fotolia.com

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2021-02-24
Welche Neuerungen brachte 2020 für die Sozialversicherung der Land- und Forstwirte?
Zur Unterstützung der heimischen Land- und Forstwirte wurden verschiedene Neuerungen für die Sozialversicherung nach dem Bauern-Sozialversicherungsgesetz (BSVG) geregelt, die rückwirkend zum 1. Jänner 2020 in Kraft getreten sind.

Zur Unterstützung der heimischen Land- und Forstwirte wurden verschiedene Neuerungen für die Sozialversicherung nach dem Bauern-Sozialversicherungsgesetz (BSVG) geregelt, die rückwirkend zum 1. Jänner 2020 in Kraft getreten sind.

  • Die Beitragsgrundlage in der Pensionsversicherung für Kinder (einschließlich Wahl- und Stiefkinder), Schwiegerkinder und Enkel des Betriebsführers, die das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und hauptberuflich im land- und forstwirtschaftlichen Betrieb beschäftigt sind, wurde rückwirkend ab 1. Jänner 2020 auf die Hälfte (bisher ein Drittel) der Beitragsgrundlage des Betriebsführers angehoben. Die Erhöhung wird dabei aus Mitteln des Bundes gedeckt.
  • Die für den Betriebsführer und dessen hauptberuflich im land- und forstwirtschaftlichen Betrieb beschäftigte Ehepartner geltende Mindestbeitragsgrundlage in der Krankenversicherung nach dem BSVG wird rückwirkend ab 1. Jänner 2020 an die Geringfügigkeitsgrenze nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) angepasst.
  • Zugleich wurde die Mindestbeitragsgrundlage in der Unfallversicherung für diese Personengruppe rückwirkend ab 1. Jänner 2020 von € 583,48 auf € 824,51 (im Falle einer Beitragsgrundlagenoption von € 1.096,42 auf € 1.549,35) erhöht.
  • Der im Falle einer Beitragsgrundlagenoption zu leistende Zusatzbeitrag in der Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung in Höhe von 3 % der Beitragssumme ist rückwirkend ab 1. Jänner 2020 entfallen.
  • Rückwirkend ab 1. Jänner 2020 entfällt auch der Solidaritätsbeitrag in Höhe von 0,5 % der Pensions- und Pensionssonderzahlungen (inklusive Kinderzuschüssen und Ausgleichszulagen).
  • Das auf die Ausgleichszulage anzurechnende fiktive Ausgedinge wurde rückwirkend ab 1. Jänner 2020 von 13 % auf 10 % des jeweils anzuwendenden Richtsatzes herabgesetzt. Durch die Herabsetzung neu entstandene Ansprüche auf Ausgleichszulage stehen bereits ab 1. Jänner 2020 zu, sofern ein entsprechender Antrag noch im Jahr 2020 gestellt wird und die Pension schon zum 1. Jänner 2020 bezogen wurde.

Stand: 24. Februar 2021

Bild: skd - Fotolia.com

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2021-02-24
Wie werden BSVG-Pensionen ab 1. Jänner 2021 angepasst?
Der allgemeine Anpassungsfaktor für Pensionen nach dem Bauern-Sozialversicherungsgesetz (BSVG) wurde für das Kalenderjahr 2021 mit 1,015 (daraus ergibt sich eine Erhöhung von 1,5 %) festgelegt.

Der allgemeine Anpassungsfaktor für Pensionen nach dem Bauern-Sozialversicherungsgesetz (BSVG) wurde für das Kalenderjahr 2021 mit 1,015 (daraus ergibt sich eine Erhöhung von 1,5 %) festgelegt. Weil gerade die Bezieher kleiner und mittlerer Pensionen aber oftmals überdurchschnittlich von steigenden Lebenserhaltungskosten betroffen sind, werden die Pensionsbezüge dieser Personengruppe zur Stärkung ihrer Kaufkraft um mehr als eine allgemeine Inflationsabgeltung erhöht.

Gesamtpensionseinkommen als Bezugsgröße

Die Anpassung erfolgt gestaffelt und orientiert sich am Gesamtpensionseinkommen, also der Summe aller Bezüge aus der gesetzlichen Pensionsversicherung, auf die zum 31. Dezember 2020 nach den jeweils geltenden Bestimmungen ein Anspruch bestanden hat (einschließlich Hinterbliebenen- und Berufsunfähigkeitspension in der tatsächlich gebührenden Höhe). Ob zum Stichtag ein Anspruch gegeben war, wird dabei ohne Berücksichtigung der Ruhens- und Wegfallbestimmungen sowie bestimmter Sonderregelungen für den Anfall einer Erwerbsunfähigkeitspension beurteilt.

Nicht zum Gesamtpensionseinkommen zählen hingegen Kinderzuschüsse, Ausgleichszulagen, befristete Pensionen, deren Anspruchsdauer mit Ablauf des 31. Dezember 2020 endet, und Hinterbliebenenpensionen, bei denen sich zum 31. Dezember 2020 aufgrund der Berechnung des Hinterbliebenenanteils an der Bemessungsgrundlage des Verstorbenen oder wegen der Anrechnung eigener Bezüge kein Auszahlungsbetrag ergibt.

Pensionserhöhung 2021

Ab dem 1. Jänner 2021 wird das Gesamtpensionseinkommen,

  • wenn es sich auf weniger als € 1.000,00 monatlich beläuft, um 3,5 %,
  • wenn es zwischen € 1.000,00 und € 1.400,00 monatlich beträgt, um einen linear von 3,5 % auf 1,5 % absinkenden Wert,
  • wenn es zwischen € 1.400,00 und € 2.333,00 monatlich beträgt, um 1,5 % (Anpassungsfaktor für das Kalenderjahr 2021) und
  • wenn es sich auf mehr als € 2.333,00 monatlich beläuft, um pauschal € 35,00

erhöht.

Sofern mehrere Pensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung bezogen werden, muss der zustehende Erhöhungsbetrag im Verhältnis der Pensionsbezüge zueinander aufgeteilt werden.

Stand: 24. Februar 2021

Bild: Andrey Kiselev - stock.adobe.com

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Winter 2020
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2020-12-16
Wie werden BSVG-Pensionen ab 1.1.2021 angepasst?
BSVG-Pensionsanpassung 2021

Der allgemeine Anpassungsfaktor für Pensionen nach dem Bauern-Sozialversicherungsgesetz (BSVG) wurde für das Kalenderjahr 2021 mit 1,015 (daraus ergibt sich eine Erhöhung von 1,5%) festgelegt. Weil gerade die Bezieher kleiner und mittlerer Pensionen aber oftmals überdurchschnittlich von steigenden Lebenserhaltungskosten betroffen sind, werden die Pensionsbezüge dieser Personengruppe zur Stärkung ihrer Kaufkraft um mehr als eine allgemeine Inflationsabgeltung erhöht.

Gesamtpensionseinkommen als Bezugsgröße

Die Anpassung erfolgt gestaffelt und orientiert sich am Gesamtpensionseinkommen, also der Summe aller Bezüge aus der gesetzlichen Pensionsversicherung, auf die zum 31.12.2020 nach den jeweils geltenden Bestimmungen ein Anspruch bestanden hat (einschließlich Hinterbliebenen- und Berufsunfähigkeitspension in der tatsächlich gebührenden Höhe). Ob zum Stichtag ein Anspruch gegeben war, wird dabei ohne Berücksichtigung der Ruhens- und Wegfallbestimmungen sowie bestimmter Sonderregelungen für den Anfall einer Erwerbsunfähigkeitspension beurteilt.

Nicht zum Gesamtpensionseinkommen zählen hingegen Kinderzuschüsse, Ausgleichszulagen, befristete Pensionen, deren Anspruchsdauer mit Ablauf des 31.12.2020 endet, und Hinterbliebenenpensionen, bei denen sich zum 31.12.2020 aufgrund der Berechnung des Hinterbliebenenanteils an der Bemessungsgrundlage des Verstorbenen oder wegen der Anrechnung eigener Bezüge kein Auszahlungsbetrag ergibt.

Pensionserhöhung 2021

Ab dem 1.1.2021 wird das Gesamtpensionseinkommen

  • wenn es sich auf weniger als € 1.000,00 monatlich beläuft um 3,5%,
  • wenn es zwischen € 1.000,00 und € 1.400,00 monatlich beträgt um einen linear von 3,5% auf 1,5% absinkenden Wert,
  • wenn es zwischen € 1.400,00 und € 2.333,00 monatlich beträgt um 1,5% (Anpassungsfaktor für das Kalenderjahr 2021) und
  • wenn es sich auf mehr als € 2.333,00 monatlich beläuft um pauschal € 35,00

erhöht.

Sofern mehrere Pensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung bezogen werden, muss der zustehende Erhöhungsbetrag im Verhältnis der Pensionsbezüge zueinander aufgeteilt werden.

Stand: 16. Dezember 2020

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2020-12-16
Welche Änderungen bringt die neue Land- und Forstwirtschaft-Pauschalierungsverordnung?
Land- und Forstwirtschaft-Pauschalierungsverordnung

Schon durch das Konjunkturstärkungsgesetz 2020 wurden die gesetzlichen Voraussetzungen, unter denen Land- und Forstwirte die vereinfachte Gewinnermittlung in Form einer Pauschalierung in Anspruch nehmen können, gelockert. Nun wurde auch die Land- und Forstwirtschaft-Pauschalierungsverordnung, in der die pauschalierte Gewinnermittlung durch Land- und Forstwirte näher geregelt ist, in wesentlichen Punkten abgeändert.

Die Neuerungen betreffen dabei sowohl die vom Einheitswert abhängige Vollpauschalierung als auch den pauschalen Ansatz der Betriebsausgaben (Teilpauschalierung).

Land- und forstwirtschaftliche Betriebe

Die Vollpauschalierung eines landwirtschaftlichen Betriebes setzt ab dem Veranlagungsjahr 2020 nicht mehr länger voraus, dass die selbst bewirtschaftete reduzierte landwirtschaftliche Nutzfläche 60 Hektar nicht übersteigt, dass die Zahl der tatsächlich erzeugten oder gehaltenen Vieheinheiten 120 nicht nachhaltig überschreitet und, sofern Gewinne aus der Bewirtschaftung von Intensivobstanlagen zur Produktion von Tafelobst stammen, dass höchstens 10 Hektar davon selbst bewirtschaftet werden.

Bestehen bleibt allerdings die Einschränkung, dass die Vollpauschalierung nur angewendet werden darf, wenn der Einheitswert des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes höchstens € 75.000,00 beträgt. Auch die schon bisher geltende Umsatzgrenze von € 400.000,00 gilt weiterhin. Wird diese Umsatzgrenze in zwei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren nachhaltig überschritten, endet die Möglichkeit einer Voll- oder Teilpauschalierung wie bisher mit dem darauf zweitfolgenden Kalenderjahr.

Für landwirtschaftliche Tierhaltungsbetriebe, denen das Futter vom Abnehmer der Tiere zur Verfügung gestellt wird („Lohnmastbetriebe“), wurde hinsichtlich der Umsatzgrenze außerdem eine Sonderregelung geschaffen. Diese Betriebe müssen bei der Berechnung, ob die für das Entfallen der Pauschalierung maßgebliche Umsatzgrenze überschritten ist, ab 1.1.2021 den Wert des Futters miteinbeziehen.

Forstwirtschaft

Die Wertobergrenze für den forstwirtschaftlichen (Teil-)Einheitswert, bis zu dem Gewinne aus einer Forstwirtschaft in die Vollpauschalierung einbezogen werden können, wurde rückwirkend zum 1.1.2020 auf € 15.000,00 (bisher € 11.000,00) angehoben.

Neu ist außerdem, dass forstwirtschaftliche Betriebe, deren (Teil-)Einheitswert mehr als € 15.000,00 beträgt und die in den Anwendungsbereich der Teilpauschalierung fallen, bei der besonderen Waldnutzung infolge höherer Gewalt („Kalamitätsnutzung“) rückwirkend ab 1.1.2020 einen Zuschlag von 20% auf die pauschal ansetzbaren Betriebsausgaben erhalten.

Gartenbaubetriebe

Gartenbaubetriebe, deren Betriebsgegenstand ausschließlich darin besteht, die eigenen gärtnerischen Erzeugnisse an Wiederverkäufer zu liefern, konnten ihren Gewinn auch bisher schon anhand flächenabhängiger Durchschnittssätze ermitteln. Ab 1.1.2021 soll diese Möglichkeit nun auch dann offenstehen, wenn die eigenen gärtnerischen Erzeugnisse an Land- und Forstwirte für deren erwerbsmäßige Produktion geliefert werden.

Land- und forstwirtschaftliche Nebentätigkeiten

Die Einnahmenobergrenze, bis zu der ein land- und forstwirtschaftlicher Nebenerwerb, das Be- oder Verarbeiten von Urprodukten und ein Almausschank dem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb als Nebentätigkeit zugeordnet werden können, wurde rückwirkend ab 1.1.2020 auf € 40.000,00 einschließlich Umsatzsteuer (bisher € 33.000,00) erhöht.

Stand: 16. Dezember 2020

Bild: SFIO CRACHO - Fotolia.com

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2020-12-16
Wann muss eine Schenkung gemeldet werden?
Schenkungsmeldung

Für Schenkungen und Zweckzuwendungen unter Lebenden besteht dann eine Meldepflicht, wenn im Zeitpunkt des Erwerbes mindestens eine der beteiligten Personen (entweder Schenker oder Beschenkte) einen Wohnsitz, den gewöhnlichen Aufenthalt, den Sitz oder die Geschäftsleitung im Inland hatte. Meldepflichtig ist dabei unter anderem die Schenkung von:

  • Bargeld, Kapitalforderungen und Gesellschaftsanteilen,
  • Betrieben oder Teilbetrieben,
  • beweglichem körperlichen Vermögen (wie z. B. Schmuck oder Kraftfahrzeuge),
  • immateriellen Vermögensgegenständen (wie z. B. Fruchtgenussrechten).

Die Meldung ist entweder von den beteiligten Personen (Schenker und Beschenkte) oder von den im Rahmen der Vertragserrichtung mitwirkenden Rechtsanwälten und Notaren in Form einer Anzeige an das zuständige Finanzamt vorzunehmen. Die Verpflichtung dieser Personen, eine Schenkungsmeldung zu erstatten, gilt dabei zur ungeteilten Hand. Das bedeutet, dass wenn eine dieser Person die Anzeige ordnungsgemäß einbringt, die übrigen Personen nicht mehr dazu verpflichtet sind. Die Schenkungsmeldung muss innerhalb einer Frist von drei Monaten ab Erwerb vorgenommen werden.

Ausgenommen von der Schenkungsmeldepflicht sind unter anderem:

  • Erwerbe zwischen bestimmten Angehörigen (auch Lebensgefährten) bis insgesamt € 50.000,00 innerhalb eines Jahres,
  • Erwerbe zwischen anderen Personen bis € 15.000,00 innerhalb von fünf Jahren,
  • übliche Gelegenheitsgeschenke bis € 1.000,00, (Hausrat inkl. Bekleidung ist allerdings ohne Wertgrenze befreit),
  • Grundstücksschenkungen (jedoch besteht eine Anzeigepflicht nach dem Grunderwerbsteuergesetz),
  • Zuwendungen, die unter das Stiftungseingangssteuergesetz fallen.

Hinweis: Unter den Regelungen zum Schenkungsmeldegesetz fallen keine Erbschaften. Sie müssen nicht gemeldet werden.

Das vorsätzliche Unterlassen der Schenkungsmeldung ist eine Finanzordnungswidrigkeit. Sie wird mit einer Geldstrafe bis zu 10 % des gemeinen Werts der nicht gemeldeten Erwerbe geahndet. Alle zur Meldung verpflichteten Personen können gestraft werden. Eine strafbefreiende Selbstanzeige ist bis zu einem Jahr ab dem Ablauf der dreimonatigen Meldepflicht möglich.

Stand: 16. Dezember 2020

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2020-12-16
Können Steuerschulden auch weiterhin gestundet werden?
Verlängerung der Steuerstundungen

Schon durch das Konjunkturstärkungsgesetz 2020 wurden Steuerstundungen, die nach dem 15.3.2020 bewilligt wurden und deren Stundungsfrist am 30.9.2020 geendet hätte, per Gesetz bis 15.1.2021 verlängert. Diese Stundungsfrist soll nun noch einmal automatisch bis 31.3.2021 erstreckt werden. Gleichzeitig wird die Fälligkeit laufender Abgaben, die von 26.9.2020 bis 28.2.2021 fällig werden, ebenfalls auf den 31.3.2021 verschoben, ohne dass dafür ein Antrag notwendig wäre.

Außerdem sollen Stundungen, die im Zeitraum von 1.12.2020 bis 28.2.2021 beantragt werden, jedenfalls zu gewähren sein. Es kommt dabei also nicht wie sonst darauf an, ob die sofortige Entrichtung eine wesentliche Härte für den Abgabepflichtigen darstellen würde oder die Einbringlichkeit trotz Stundung sichergestellt wäre. Ist die Stundung einmal bewilligt, gilt für alle weiteren laufenden Abgaben, die zwischen dem 1.10.2020 und dem 28.2.2021 fällig werden, automatisch der 31.3.2021 als Zahlungsziel.

Diese Maßnahmen begleitend werden für verlängerte oder neu gewährte Stundungen bis zum 31.3.2021 keine Stundungszinsen oder Säumniszuschläge festgesetzt. Ebenso werden bei Nachforderungen aus den Veranlagungszeiträumen 2019 und 2020 keine Anspruchszinsen vorgeschrieben.

Stand: 16. Dezember 2020

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2020-12-16
Welche Neuerungen brachte 2020 für die Sozialversicherung der Land- und Forstwirte?
Änderungen in der Sozialversicherung der Land- und Forstwirte

Zur Unterstützung der heimischen Land- und Forstwirte wurden verschiedene Neuerungen für die Sozialversicherung nach dem Bauern-Sozialversicherungsgesetz (BSVG) geregelt, die rückwirkend zum 1.1.2020 in Kraft getreten sind.

  • Die Beitragsgrundlage in der Pensionsversicherung für Kinder (einschließlich Wahl- und Stiefkinder), Schwiegerkinder und Enkel des Betriebsführers, die das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und hauptberuflich im land- und forstwirtschaftlichen Betrieb beschäftigt sind, wurde rückwirkend ab 1.1.2020 auf die Hälfte (bisher ein Drittel) der Beitragsgrundlage des Betriebsführers angehoben. Die Erhöhung wird dabei aus Mitteln des Bundes gedeckt.
  • Die für den Betriebsführer und dessen hauptberuflich im land- und forstwirtschaftlichen Betrieb beschäftigte Ehepartner geltende Mindestbeitragsgrundlage in der Krankenversicherung nach dem BSVG wird rückwirkend ab 1.1.2020 an die Geringfügigkeitsgrenze nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) angepasst.
  • Zugleich wurde die Mindestbeitragsgrundlage in der Unfallversicherung für diese Personengruppe rückwirkend ab 1.1.2020 von EUR 583,48 auf EUR 824,51 (im Falle einer Beitragsgrundlagenoption von EUR 1.096,42 auf EUR 1.549,35) erhöht.
  • Der im Falle einer Beitragsgrundlagenoption zu leistende Zusatzbeitrag in der Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung in Höhe von 3% der Beitragssumme ist rückwirkend ab 1.1.2020 entfallen.
  • Rückwirkend ab 1.1.2020 entfällt auch der Solidaritätsbeitrag in Höhe von 0,5% der Pensions- und Pensionssonderzahlungen (einschließlich Kinderzuschüsse und Ausgleichszulagen).
  • Das auf die Ausgleichszulage anzurechnende fiktive Ausgedinge wurde rückwirkend ab 1.1.2020 von 13% auf 10% des jeweils anzuwendenden Richtsatzes herabgesetzt. Durch die Herabsetzung neu entstandene Ansprüche auf Ausgleichszulage stehen bereits ab 1.1.2020 zu, sofern ein entsprechender Antrag noch im Jahr 2020 gestellt wird und die Pension schon zum 1.1.2020 bezogen wurde.

Stand: 16. Dezember 2020

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2020-12-16
Was bringt die geplante Verlängerung der Umsatzsteuersenkung für die landwirtschaftliche Gastronomie?
Verlängerung der Umsatzsteuersenkung und landwirtschaftliche Gastronomie

Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe sind nicht erst seit den zuletzt erneut verordneten Betriebsschließungen besonders von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie betroffen. Um diese Betriebe zu unterstützen, wurde der Umsatzsteuersatz für bestimmte Branchen vorübergehend auf 5% gesenkt. Die Umsatzsteuersenkung sollte ursprünglich mit 31.12.2020 auslaufen. Weil inzwischen aber absehbar ist, dass sich die Coronavirus-Pandemie über das Jahr 2020 hinaus auf viele Betriebe auswirken wird, soll die befristete Umsatzsteuersenkung nun bis zum 31.12.2021 verlängert werden. Somit kann auch die landwirtschaftliche Gastronomie in Form eines Buschenschank-, Almausschank- oder Urlaub-am-Bauernhof-Betriebes weiterhin von den niedrigeren Umsatzsteuersätzen profizieren.

Ermäßigter Umsatzsteuersatz bei regelbesteuerten Buschenschanken und Almausschanken

Sofern der landwirtschaftliche Betrieb in der Umsatzsteuer regelbesteuert ist, gilt für die Verabreichung von Speisen und den Ausschank von (alkoholischen und alkoholfreien) Getränken im Rahmen einer Buschenschank oder eines Almausschanks von 1.7.2020 bis (voraussichtlich) 31.12.2021 der ermäßigte Umsatzsteuersatz in Höhe von 5 %.

Keine Zusatzsteuer bei umsatzsteuerpauschalierten Buschenschanken und Almausschanken

Für umsatzsteuerpauschalierte Landwirte gilt grundsätzlich, dass beim Ausschank von Getränken im Rahmen einer Buschenschank oder eines Almausschanks 20 % verrechnet werden müssen. Von diesem Prozentsatz entfallen beim Ausschank an Verbraucher 10 % oder beim Ausschank an Unternehmer (z.B. bei Bewirtung im Rahmen eines Geschäftsessens) 7 % auf die sogenannte „Zusatzsteuer“, die an das Finanzamt abzuführen ist. Diese Zusatzsteuer wurde nun zeitlich befristet ausgesetzt. Im Zeitraum von 1.7.2020 bis (voraussichtlich) 31.12.2021 sind deshalb nur 10 % beim Ausschank an Verbraucher oder 13 % beim Ausschank an Unternehmer zu verrechnen.

Ermäßigter Umsatzsteuersatz bei Beherbergung

Der reduzierte Umsatzsteuersatz in Höhe von 5 % greift auch bei der Beherbergung in eingerichteten Wohn- und Schlafräumen (einschließlich Nebenleistungen wie z.B. Beheizung und Beleuchtung) durch Landwirte, die in der Umsatzsteuer regelbesteuert sind („Urlaub-am-Bauernhof-Betriebe“). Ebenfalls begünstigt ist die Vermietung von Grundstücken zu Campingzwecken (einschließlich Nebenleistungen, wenn dafür ein einheitliches Benützungsentgelt entrichtet wird), für die von 1.7.2020 bis (voraussichtlich) 31.12.2021 ebenfalls nur 5 % an Umsatzsteuer verrechnet werden müssen.

Für die Beherbergung durch umsatzsteuerpauschalierte Landwirte bleibt die Senkung des Umsatzsteuersatzes freilich ohne Auswirkung. Hier müssen bei der Beherbergung von Verbrauchern weiterhin 10 % und bei der Beherbergung von Unternehmern weiterhin 13 % verrechnet werden.

Stand: 16. Dezember 2020

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Herbst 2020
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2020-10-12
Welche laufenden Unterstützungsleistungen erhalten Land- und Forstwirte aus dem Härtefallfonds?
Laufende Unterstützungsleistungen für Land- und Forstwirte

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie treffen auch viele Land- und Forstwirte wirtschaftlich besonders hart. Um die Liquidität der betroffenen Betriebe trotz Umsatzeinbußen und Kostenerhöhungen sicherzustellen, wurde der Härtefallfonds eingerichtet.

Die wesentlichen Eckpunkte der maßgeblichen Förderrichtlinie haben wir nachstehend für Sie zusammengefasst.

Wann wird gefördert?

Die Förderung mit laufenden Unterstützungsleistungen aus dem Härtefallfonds setzt eine signifikante wirtschaftliche Bedrohung durch die Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus voraus. Eine solche ist gegeben, wenn

  • der Betrieb aufgrund der Coronavirus-Pandemie von einem behördlich verhängten Betretungsverbot betroffen war,
  • der Umsatz im Vergleich zum jeweiligen Betrachtungszeitraum des Vorjahres um mindestens 50 % eingebrochen ist (für Jungunternehmer, die im vergleichbaren Vorjahreszeitraum noch nicht tätig waren, gelten dabei Sonderregelungen),
  • der Betrieb von einem durch Qualitätsverlust verursachten und mindestens 50 % betragenden Preisrückgang auf Sägerundholz betroffen ist oder
  • die Kosten für Fremdarbeitskräfte im Vergleich zum jeweiligen Vorjahreszeitraum um mindestens 50 % gestiegen sind.

Was wird gefördert?

Gegenstand der Unterstützungsleistungen aus dem Härtefallfonds ist der Ersatz entgangener Einkünfte aus einer land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit, die der Versicherung nach dem BSVG unterliegt. Dazu können auch weitere Betriebszweige wie z.B. Wein- und Mostbuschenschank, Almausschank, Privatzimmervermietung, bestimmte Direktverkäufe, agrar- und waldpädagogische Aktivitäten oder die Erzeugung von Sägerundholz zählen.

Wer wird gefördert?

Laufende Unterstützungsleistungen aus dem Härtefallfonds können ungeachtet der jeweiligen Rechtsform von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben, die weniger als zehn Personen beschäftigen und deren Jahresumsatz € 2 Mio. nicht überschreitet (Kleinstunternehmen im Sinne der EU-Definition) beantragt werden, wenn sie

  • im eigenen Namen und auf eigene Rechnung einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb mit Sitz oder Betriebsstätte in Österreich führen,
  • grundsätzlich nicht durch andere Barauszahlungen der öffentlichen Hand gefördert werden (davon ausgenommen sind z.B. Förderungen aufgrund der Corona-Kurzarbeit oder Unterstützungsleistungen im Rahmen des Fixkostenzuschusses),
  • sofern sie natürliche Personen sind der Pflichtversicherung in der Kranken- und/oder Pensionsversicherung nach dem BSVG unterliegen und
  • vor der Coronavirus-Pandemie wirtschaftlich gesund waren.

Der umfangreiche Katalog an persönlichen und sachlichen Anspruchsvoraussetzungen ist in der Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) ausführlich geregelt und kann unter der Internetadresse https://www.ama.at/Fachliche-Informationen/Haertefallfonds-COVID tagesaktuell abgerufen werden.

Wie und in welcher Höhe wird gefördert?

Die laufenden Unterstützungsleistungen aus dem Härtefallfonds („Phase 2“) werden als nicht rückzahlbarer Barzuschuss gewährt und betragen

  • 80 % der Differenz zwischen den Einkünften des vergleichbaren Vorjahreszeitraums und den Einkünften im jeweiligen Betrachtungszeitraum, mindestens aber € 500,00 und höchstens € 2.000,00 monatlich (bei Übernahme des Betriebes nach einem vergleichbaren Vorjahreszeitraum ist dabei auf die Einkünfte des Vorgängers abzustellen), oder
  • pauschal € 500,00 monatlich für Jungunternehmer, die im vergleichbaren Vorjahreszeitraum noch nicht betrieblich tätig waren

für bis zu zwölf Monate.

Wenn die Summe aus allfälligen Nebeneinkünften (z.B. aus einer unselbstständigen Tätigkeit) und den erhaltenen Leistungen aus privaten oder beruflichen Versicherungen zur Abdeckung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus und dem beantragten Zuschuss aus dem Härtefallfonds mindestens € 2.000,00 beträgt, wird der Förderbetrag um den € 2.000,00 übersteigenden Betrag gekürzt. Reduziert sich der Förderbetrag durch diese Anrechnung unter die Mindesthöhe, wird allerdings jedenfalls auf € 500,00 aufgerundet.

Keine Förderung steht hingegen zu, wenn sich schon das Nettoeinkommen aus den Nebeneinkünften und die zu berücksichtigenden Versicherungsleistungen in einem Betrachtungszeitraum zusammengerechnet auf mindestens € 2.000,00 belaufen.

Auch bereits erhaltene Soforthilfen aus dem Härtefallfonds („Phase 1“) und Förderungen aus dem Künstler-Sozialversicherungsfonds werden bis zur Mindestförderhöhe von € 500,00 auf die laufenden Unterstützungsleistungen angerechnet.

Die tatsächliche Höhe der laufenden Unterstützungsleistung wird auf Basis des entgangenen Nettoeinkommens während einmonatiger Betrachtungszeiträume berechnet, die jeweils am 16. eines Monats beginnen und am 15. des Folgemonats enden. Als Bemessungsgrundlage dienen dabei abhängig vom Betriebszweig die Umsätze, die Fremdarbeitskosten oder der Preisverlust, von denen je nach Betriebsart pauschale Prozentsätze für nicht angefallene Kosten abgezogen werden.

Der erste mögliche Betrachtungszeitraum läuft von 16.03.2020 bis 15.04.2020, der letzte mögliche Betrachtungszeitraum von 16.2.2021 bis 15.3.2021. Die laufenden Unterstützungsleistungen können für bis zu zwölf Betrachtungszeiträume, die nicht aufeinander folgen müssen, beantragt werden.

Comeback-Bonus

Sofern ein Anspruch auf laufende Unterstützungsleistungen aus dem Härtefallfonds besteht, wird für jeden Betrachtungszeitraum zusätzlich zum Förderbetrag ein „Comeback-Bonus“ in Höhe von € 500,00 monatlich ausbezahlt.

Wie können laufende Unterstützungsleistungen beantragt werden?

Die laufenden Unterstützungsleistungen aus dem Härtefallfonds werden von der AgrarMarktAustria (AMA) vergeben.

Anträge für den ersten Betrachtungszeitraum (16.03.2020 bis 15.04.2020) können ab dem 20.04.2020 elektronisch über die Internetadresse https://www.eama.at gestellt werden. Die laufenden Unterstützungsleistungen für die folgenden Betrachtungszeiträume müssen später jeweils gesondert beantragt werden.

Hinweis

Diese Informationen sind auf dem Stand vom 8.10.2020 und können sich kurzfristig ändern. Tagesaktuelle Informationen erhalten Sie unter https://www.ama.at/Fachliche-Informationen/Haertefallfonds-COVID.

Stand: 12. Oktober 2020

Bild: Andrey Popov - Fotolia.com

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2020-10-12
Was bringt das Konjunkturstärkungsgesetz 2020 für Land- und Forstwirte?
Konjunkturstärkungsgesetz 2020 für Land- und Forstwirte

Die im Konjunkturstärkungsgesetz 2020 vorgesehenen Maßnahmen sollen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die heimischen Betriebe zumindest teilweise abfedern. Ein Teil dieser Maßnahmen betrifft dabei speziell Land- und Forstwirte und verspricht spürbare Erleichterungen. Die neuen Regelungen treten rückwirkend mit  1.1.2020 in Kraft und sind deshalb bereits bei der Steuererklärung für das Jahr 2020 zu berücksichtigen.

Umsatzgrenze für die steuerliche Buchführungspflicht

Die Umsatzgrenze, ab der Land- und Forstwirte zur Buchführung für steuerliche Zwecke verpflichtet sind (sofern nicht ohnehin bereits eine unternehmensrechtliche Buchführungspflicht besteht), wurde von € 550.000,00 auf € 700.000,00 in zwei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren angehoben. Zugleich ist die Einheitswertgrenze von € 150.000,00 als Voraussetzung der Buchführungspflicht entfallen.

Die Neuregelung ist erstmals im Kalenderjahr 2020 anzuwenden. Dabei gilt für die Umsätze der Jahre 2018 und 2019 bereits die erhöhte Umsatzgrenze.

Stille Reserven bei Waldnutzung infolge höherer Gewalt

Bei der Waldnutzung infolge höherer Gewalt (z.B. nach Insektenfraß, Brand, Hochwasser, Wind-, Schnee- oder Eisbruch) konnten bisher 50 % der Einkünfte aus dem Verkauf des „Kalamitätsholzes“ als stille Reserven auf andere Wirtschaftsgüter übertragen oder einer Übertragungsrücklage zugeführt werden, um die sofortige Besteuerung des vollen Veräußerungsgewinnes zu vermeiden.

Durch das Konjunkturstärkungsgesetz 2020 wurde das Ausmaß, in dem stille Reserven infolge einer Kalamitätsnutzung übertragen werden können, auf 70 % erhöht. Zugleich wurde die Frist für die Übertragung der stillen Reserven von 12 Monaten auf 24 Monate verlängert. Die Neuregelungen gelten erstmalig für stille Reserven, die infolge einer Kalamitätsnutzung im Jahr 2020 anfallen.

Dreijahresverteilung für Gewinne aus Land- und Forstwirtschaft

Um die Steuerbelastung besonders bei schwankenden Erträgen (z.B. infolge von Ernteausfällen oder Preisschwankungen) zu mindern, sieht das Konjunkturstärkungsgesetz 2020 die Möglichkeit einer gleichmäßigen Verteilung bestimmter Gewinne aus Land- und Forstwirtschaft auf drei Jahre vor.

Verteilt werden können dabei nicht nur die Gewinne aus Land- und Forstwirtschaft im engeren Sinne, sondern z.B. auch Einkünfte aus Wein- oder Obstbau, Tierzucht oder -haltung, Binnenfischerei, Teichwirtschaft und Bienenzucht. Von der Verteilung ausgenommen sind hingegen Einkünfte aus z.B. der Veräußerung be- oder verarbeiteter Urprodukte, der Wein- oder Mostbuschenschank und dem Almausschank.

Die Dreijahresverteilung kann erreicht werden, indem die zu verteilenden Einkünfte in der Steuererklärung gesondert angegeben werden. In diesem Fall wird nur ein Drittel der Einkünfte im laufenden Veranlagungsjahr besteuert. Die verbleibenden Drittel werden automatisch in den beiden folgenden Veranlagungsjahren berücksichtigt.

Die Dreijahresverteilung kann erstmals im Veranlagungsjahr 2020 in Anspruch genommen werden.

Gelockerte Voraussetzungen für den Ansatz von Durchschnittssätzen

Land- und forstwirtschaftliche Betriebe, die weder aufgrund einer Verpflichtung noch freiwillig Bücher führen, können ihren steuerpflichtigen Gewinn unter bestimmten Voraussetzungen als Prozentsatz vom Einheitswert pauschaliert ermitteln („Vollpauschalierung“).

Diese stark vereinfachte Form der Gewinnermittlung setzte bisher unter anderem voraus, dass die selbst bewirtschaftete reduzierte landwirtschaftliche Nutzfläche 60 Hektar nicht übersteigt, dass die Zahl der tatsächlich erzeugten oder gehaltenen Vieheinheiten 120 nicht nachhaltig überschreitet und, sofern Gewinne aus der Bewirtschaftung von Obstkulturen stammen, dass höchstens 10 Hektar davon selbst bewirtschaftet werden. Diese Voraussetzungen sind mit dem Konjunkturstärkungsgesetz 2020 nun aber entfallen.

Bestehen bleibt allerdings die Einschränkung, dass die Vollpauschalierung nur angewendet werden darf, wenn der Einheitswert des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes höchstens € 75.000,00 beträgt. Die Neuregelung gilt bereits für das Veranlagungsjahr 2020.

Stand: 27. Oktober 2020

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2020-10-12
Welche Änderungen bringt die Umsatzsteuersenkung für die landwirtschaftliche Gastronomie?
Um jene Branchen, die besonders von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie betroffen sind, steuerlich weiter zu entlasten, wurden die Umsatzsteuersätze auf bestimmte Umsätze zeitlich befristet auf 5 % gesenkt.

Um jene Branchen, die besonders von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie betroffen sind, steuerlich weiter zu entlasten, wurden die Umsatzsteuersätze auf bestimmte Umsätze zeitlich befristet auf 5 % gesenkt. Unter den Branchen, für die der reduzierte Umsatzsteuersatz gilt, finden sich auch Gastronomie und Beherbergungswirtschaft. Somit kann auch die landwirtschaftliche Gastronomie in Form eines Buschenschank-, Almausschank- oder Urlaub-am-Bauernhof-Betriebes von der Umsatzsteuersenkung profitieren.

Ermäßigter Umsatzsteuersatz bei regelbesteuerten Buschenschanken und Almausschanken

Sofern der landwirtschaftliche Betrieb in der Umsatzsteuer regelbesteuert ist, gilt für die Verabreichung von Speisen und den Ausschank von (alkoholischen und alkoholfreien) Getränken im Rahmen einer Buschenschank oder eines Almausschanks von 1.7.2020 bis (voraussichtlich) 31.12.2020 der ermäßigte Umsatzsteuersatz in Höhe von 5 %.

Keine Zusatzsteuer bei umsatzsteuerpauschalierten Buschenschanken und Almausschanken

Für umsatzsteuerpauschalierte Landwirte gilt grundsätzlich, dass beim Ausschank von Getränken im Rahmen einer Buschenschank oder eines Almausschanks 20 % verrechnet werden müssen. Von diesem Prozentsatz entfallen beim Ausschank an Verbraucher 10 % oder beim Ausschank an Unternehmer (z.B. bei Bewirtung im Rahmen eines Geschäftsessens) 7 % auf die sogenannte „Zusatzsteuer“, die an das Finanzamt abzuführen ist. Diese Zusatzsteuer wurde nun zeitlich befristet ausgesetzt. Im Zeitraum von 1.7.2020 bis (voraussichtlich) 31.12.2020 sind deshalb nur 10 % beim Ausschank an Verbraucher oder 13 % beim Ausschank an Unternehmer zu verrechnen.

Ermäßigter Umsatzsteuersatz bei Beherbergung

Der reduzierte Umsatzsteuersatz in Höhe von 5 % greift auch bei der Beherbergung in eingerichteten Wohn- und Schlafräumen (einschließlich Nebenleistungen wie z.B. Beheizung und Beleuchtung) durch Landwirte, die in der Umsatzsteuer regelbesteuert sind („Urlaub-am-Bauernhof-Betriebe“). Ebenfalls begünstigt ist die Vermietung von Grundstücken zu Campingzwecken (einschließlich Nebenleistungen, wenn dafür ein einheitliches Benützungsentgelt entrichtet wird), für die von 1.7.2020 bis (voraussichtlich) 31.12.2020 ebenfalls nur 5 % an Umsatzsteuer verrechnet werden müssen.

Für die Beherbergung durch umsatzsteuerpauschalierte Landwirte bleibt die Senkung des Umsatzsteuersatzes freilich ohne Auswirkung. Hier müssen bei der Beherbergung von Verbrauchern weiterhin 10 % und bei der Beherbergung von Unternehmern weiterhin 13 % verrechnet werden.

Stand: 12. Oktober 2020

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2020-10-12
Was ändert sich bei der Vorsteuerpauschalierung bei Pensionspferdehaltung?
Umsätze aus Pensionspferdehaltung unterliegen in der Regel dem Normalsteuersatz von 20%.

Umsätze aus Pensionspferdehaltung unterliegen in der Regel dem Normalsteuersatz von 20%. Die Rechnungen sind also mit 20% Umsatzsteuer auszustellen. Im Gegenzug kann eine in den Aufwendungen, die der Pensionspferdehaltung dienen, enthaltene Vorsteuer unter bestimmten Voraussetzungen geltend gemacht werden. Dafür müssen die Aufwendungen betrieblich veranlasst sein, es muss tatsächlich Vorsteuer enthalten sein und es muss eine ordnungsgemäße Rechnung vorliegen.

In einer eigenen Verordnung ist für Unternehmer, die weder buchführungspflichtig sind noch freiwillig Bücher führen, unter bestimmten Voraussetzungen eine Pauschalierungsmöglichkeit für die Vorsteuer bei Pensionspferdehaltung geregelt. Bei Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft ist zudem eine Umsatzgrenze von € 400.000 zu beachten. Die Umsätze aus Pensionspferdehaltung sind auch nicht durch die allgemeine Pauschale für Land- und Forstwirte abpauschaliert.

Die Pauschalierung gilt bei Umsätzen aus dem Einstellen fremder Pferde (Pensionshaltung von Pferden), die von ihren Eigentümern zur Ausübung von Freizeitsport, selbständigen oder gewerblichen, nicht land- und forstwirtschaftlichen Zwecken genutzt werden. Die Pensionshaltung von Pferden muss zumindest die Grundversorgung der Pferde (Unterbringung, Zurverfügungstellung von Futter und Mistentsorgung oder -verbringung) abdecken und umfasst neben der Grundversorgung sämtliche Lieferungen und sonstige Leistungen, die im Rahmen der Pensionshaltung von Pferden erbracht werden (z. B. Pflege).

Der Durchschnittssatz für den Vorsteuerbetrag betrug bis 31.3.2020 laut Verordnung € 24,00 pro eingestelltem Pferd und Monat. Diese Verordnung wurde nun geändert. Auf Voranmeldungszeiträume, die nach dem 31.3.2020 beginnen, ist nun ein Durchschnittsatz von € 27,00 anzuwenden. Ist das Pferd nicht den ganzen Monat eingestellt, ist der Durchschnittssatz aliquot zu kürzen.

Neben der Vorsteuerpauschale sind Vorsteuerbeträge aus der Lieferung von ertragsteuerlich als Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu qualifizierendem unbeweglichen Anlagevermögen (zB Stallgebäude), insoweit dieses der Pensionshaltung von Pferden dient, gesondert abziehbar.

Kleinunternehmer mit einem Nettojahresumsatz von bis zu € 35.000,00 (Wert ab 2020) im Veranlagungszeitraum sind von der Umsatzsteuer befreit. In diesem Fall sind die Rechnungen ohne Umsatzsteuer auszustellen (sonst schuldet man die Steuer kraft Rechnung). Im Gegenzug können aber auch keine Vorsteuern geltend gemacht werden. Für die Beurteilung, ob die maßgebliche Umsatzgrenze überschritten wurde, sind dabei sämtliche Umsätze des Unternehmers (bestimmte Umsätze bleiben aber außer Ansatz) zu beachten.

Stand: 12. Oktober 2020

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sommer_2019
Sommer 2019
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2019-08-27
Welche Änderungen soll die geplante Steuerreform 2020 für Land- und Forstwirte bringen?
In der Einkommensteuer soll die Grenze für die Sofortabschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern von € 400,00 auf € 800,00 angehoben werden.

Die beiden ehemaligen Regierungsparteien haben einen Antrag im Nationalrat eingebracht, mit dem doch noch wesentliche Teile der geplanten Steuerreform 2020 bis zur Wahl Ende September beschlossen werden sollen.

Hier eine Auswahl von einigen wesentlichen Änderungen für Land- und Forstwirte:

In der Einkommensteuer soll die Grenze für die Sofortabschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern von € 400,00 auf € 800,00 angehoben werden. Für bestimmte Kleinunternehmer (Umsatz bis € 35.000,00, aber nicht bei Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft anwendbar) soll in der Einkommensteuer eine neue Pauschalierung geschaffen werden.

Im Einkommensteuergesetz ist aufgezählt, was unter Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft zu verstehen ist. Diese Definition soll um Einkünfte aus übrigem land- und forstwirtschaftlichem Vermögen im Sinne des § 50 des Bewertungsgesetzes erweitert werden.

Für den Verkehrsabsetzbetrag von Arbeitnehmern soll es einen Zuschlag von € 300,00 geben, wenn das Einkommen € 15.500,00 im Kalenderjahr nicht übersteigt. Dieser Zuschlag schleift sich zwischen einem Einkommen von € 15.500,00 und € 21.500,00 auf null ein. Auch soll eine um bis zu € 300,00 höhere SV-Rückerstattung möglich sein (Deckelung von maximal 50 % von bestimmten Werbungskosten und der berechneten Einkommensteuer unter null wie bisher).

Der Pensionistenabsetzbetrag und der erhöhte Pensionistenabsetzbetrag sollen um € 200,00 erhöht werden und zukünftig € 600,00 bzw. € 964,00 betragen.

Die Pensionisten sollen – statt bisher € 110,00 – künftig maximal € 300,00 SV-Rückerstattung erhalten, gedeckelt mit der berechneten Einkommensteuer unter null sowie mit maximal 75 % bestimmter Werbungskosten. Die Erklärung zur Berücksichtigung von Pendlerpauschale sowie Familienbonus Plus und Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag soll künftig auch elektronisch beim Arbeitgeber abgegeben werden können.

Der Krankenversicherungsbeitrag, den Selbständige und Bauern selbst zu leisten haben, soll ab 2020 von 7,65 % auf 6,8 % gesenkt werden.

In der Umsatzsteuer sollen Reihengeschäfte, die Zuordnung der bewegten Lieferung und das grenzüberschreitende Konsignationslager einheitlich normiert werden. Elektronische Publikationen sollen einem Steuersatz von 10 % unterliegen. Bei innergemeinschaftlichen Lieferungen soll die Mitteilung der UID-Nummer vom Kunden an deren Lieferanten und die Abgabe der ZM durch den Lieferanten eine materiell-rechtliche Voraussetzung für die Steuerbefreiung sein. Die Umsatzgrenze für die Steuerbefreiung von Kleinunternehmern in der Umsatzsteuer soll von € 30.000,00 auf € 35.000,00 angehoben werden.

Bei umsatzsteuerlich vollpauschalierten land- und forstwirtschaftlichen Betrieben soll die Übertragung von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben oder Teilbetrieben nicht mehr als steuerbarer Vorgang gelten. Der Begriff „Übertragung“ umfasst sowohl entgeltliche als auch unentgeltliche Vorgänge.

Umsatzsteuerlich vollpauschalierte land- und forstwirtschaftliche Unternehmer sollen zudem durch eine Erklärung bis zum Ablauf des Veranlagungszeitraumes auch die Möglichkeit haben, ihre Umsätze vom Beginn des vorangegangenen Kalenderjahres der umsatzsteuerlichen Regelbesteuerung zu unterwerfen. In diesem Fall sollen die Unternehmer zur zeitgleichen Abgabe einer Steuererklärung für das vorangegangene Kalenderjahr verpflichtet werden.

Bei der Berechnung der Normverbrauchsabgabe (NoVA) wurde das Verfahren zur Feststellung des C02/km-Wertes umgestellt. Dadurch erhöhen sich die festgestellten C02-Emissionswerte. Die bestehende NoVA-Formel soll nun annäherungsweise an die neuen C02-Emissionswerte angepasst werden. Auch für Krafträder soll die NoVA künftig auf Basis der C02-Emissionswerte erhoben werden. Die Bemessungsgrundlage der Kraftfahrzeugsteuer und die motorbezogene Versicherungssteuer sollen umgestaltet werden. Zudem werden hier Änderungen im Bereich der Befreiung für Menschen mit Behinderung vorgenommen.

Der Antrag zum Steuerreformgesetz 2020 war bei Drucklegung des Artikels im Nationalrat noch nicht beschlossen. Die weitere Gesetzwerdung bleibt also abzuwarten.

Stand: 27. August 2019

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2019-08-27
Wie sollen die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft im Sinne der Einkommensteuer erweitert werden?
Bewertungsrechtlich ist die Tierzucht und Tierhaltung dem „land- und forstwirtschaftlichen Vermögen“ zuzuordnen, wenn die Voraussetzungen für die Einstufung als „Landwirtschaftliches Vermögen“ gegeben sind.

Zu den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft im Sinne der Einkommensteuer (EStG) zählen unter anderem Einkünfte aus Tierzucht- und Tierhaltungsbetrieben im Sinne des § 30 Abs 3 bis 7 des Bewertungsgesetzes (BewG). Dieser Tatbestand verlangt für die Zuordnung zu den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft, dass die Futtergrundlage überwiegend im eigenen Betrieb gewonnen wird oder die bewertungsrechtlich festgelegten Vieheinheiten nicht überschritten werden.

Bewertungsrechtlich ist die Tierzucht und Tierhaltung dem „land- und forstwirtschaftlichen Vermögen“ zuzuordnen, wenn die Voraussetzungen für die Einstufung als „Landwirtschaftliches Vermögen“ gegeben sind. Die klassische bodennutzende Tierhaltung und -produktion, wie etwa bei der Pferde-, Rinder-, Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelhaltung ist bewertungsrechtlich dieser Unterart zuzuordnen, wenn die Futtergrundlage überwiegend im eigenen Betrieb gewonnen wird oder die bewertungsrechtlich festgelegten Vieheinheiten nicht überschritten werden.

Nach derzeitiger Rechtslage ist daher der gesetzliche Rahmen für die Zuordnung einer Tätigkeit zu den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft im EStG enger als für die bewertungsrechtliche Zuordnung zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen. So könnte etwa die Zucht von Schnecken oder Insekten, wenn die Futtergrundlage nicht überwiegend im eigenen Betrieb gewonnen wird, eine gewerbliche Tätigkeit im Sinne des EStG darstellen. Diese Produktionsform ist nach dem Bewertungsgesetz – unabhängig von der Futtergrundlage – dem übrigen land- und forstwirtschaftlichen Vermögen zuzuordnen. Nach dem EStG wären Einkünfte daraus nur dann solche aus Land- und Forstwirtschaft, wenn die Futtergrundlage überwiegend im eigenen Betrieb gewonnen wird.

Wie bereits erwähnt, ist im Antrag zum Steuerreformgesetz 2020 nun geplant, dass auch Einkünfte aus übrigem land- und forstwirtschaftlichen Vermögen im Sinne des § 50 des BewG in der Einkommensteuer unter Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft fallen sollen. Dadurch soll gewährleistet werden, dass sich im Bereich der Zucht und des Haltens von Tieren die Beurteilung im Einkommensteuerrecht mit der nach dem Bewertungsgesetz deckt. Einkünfte aus der Zucht und dem Halten von Tieren sollen daher stets dann Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft zuzuordnen sein, wenn das dazu verwendete Vermögen nach dem Bewertungsgesetz als land- und forstwirtschaftliches Vermögen einzustufen ist.

Es handelt sich um einen Auffangtatbestand, der nur Einkünfte betreffen soll, die nicht bereits bisher im EStG angeführt sind. Die Regelung soll erstmalig bei der Veranlagung für das Kalenderjahr 2020 anzuwenden sein. Die Gesetzwerdung des Steuerreformgesetzes 2020 bleibt abzuwarten. Obige Ausführungen basieren auf den Erläuterungen zum Gesetzesvorschlag.

Stand: 27. August 2019

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2019-08-27
Wie können Einkommensteuervorauszahlungen per Lastschrift entrichtet werden?
Ein SEPA-Lastschriftmandat kann für die Einziehung von Abgaben nur unter bestimmten Voraussetzungen erteilt werden.

Wenn man das Lastschriftverfahren für Einkommensteuervorauszahlungen nutzen möchte, so muss man der zuständigen Abgabenbehörde ein Lastschriftmandat über FinanzOnline erteilen oder ein entsprechendes Formular (Formular SEPA1 auf www.bmf.gv.at – „Formulare“) unterschrieben im Original an die auf dem Formular genannte Adresse übermitteln.

Ein SEPA-Lastschriftmandat kann für die Einziehung von Abgaben nur unter bestimmten Voraussetzungen erteilt werden. So darf z. B. das Abgabenkonto keinen vollstreckbaren Rückstand ausweisen, kein Antrag auf Zahlungserleichterung oder auf Aussetzung der Einhebung eingebracht sein oder auch kein Insolvenzverfahren vorliegen. Auch kann das SEPA-Lastschriftmandat unter bestimmten Voraussetzungen seine Gültigkeit wieder verlieren.

Die Einziehung mittels SEPA-Lastschriftmandat soll unabhängig von etwa entstehenden Gutschriften oder vom Bestehen eines allfälligen Guthabens auf dem Abgabenkonto erfolgen. Der eingezogene Betrag wird jedenfalls für die Abdeckung der fälligen Einkommensteuervorauszahlung verwendet.

Die Finanz hat dem Abgabepflichtigen vor Durchführung der Einziehung eine Vorabinformation über den einzuziehenden Betrag zu übermitteln. Bei Abgaben, welche regelmäßig in gleicher Höhe eingezogen werden, hat eine Vorabinformation zumindest einmal pro Kalenderjahr zu erfolgen.

Bei Änderung der Kontoverbindung des Mandatsgebers endet die Gültigkeit des erteilten SEPA-Lastschriftmandats. Der Mandatsgeber hat für die neue Kontoverbindung ein neues SEPA-Lastschriftmandat zu erteilen. Der Widerruf eines SEPA-Lastschriftmandats ist der zuständigen Abgabenbehörde gegenüber schriftlich zu erklären.

Stand: 27. August 2019

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2019-08-27
Was ist bei den Einkommensteuervorauszahlungen bis 30.9. zu beachten?
Für die Einkommensteuervorauszahlung des laufenden Jahres kann noch bis zum 30.9. eine Herabsetzung beantragt werden.

Vorauszahlungen herabsetzen

Für die Einkommensteuervorauszahlung des laufenden Jahres kann noch bis zum 30.9. eine Herabsetzung beantragt werden. Dies sollte insbesondere geprüft werden, falls der diesjährige Gewinn voraussichtlich niedriger sein wird als der des Vorjahres.

Anspruchsverzinsung

Ab 1.10. beginnt die Anspruchsverzinsung für Steuernachzahlungen aus dem Jahr 2018 zu laufen. Wenn eine Einkommensteuernachzahlung droht, kann eine Anzahlung auf die Steuerzahlung geleistet werden, um der Verzinsung zu entgehen. Aus der Überweisung muss hervorgehen, dass es sich um eine Anzahlung auf die Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer 2018 handelt.

Die Höhe der Anspruchszinsen liegt derzeit bei 1,38 % pro Jahr. Zinsen bis € 50,00 werden aber nicht festgesetzt, d. h. bei einer Nachforderung von beispielsweise € 10.000,00 ist der letzte Zahlungstermin, um einen Zinsanfall zu vermeiden, der 10.2.2020. Zu beachten ist, dass bei Überweisungen der Tag der Gutschrift auf dem Konto des Finanzamtes als Entrichtungstag gilt.

Stand: 27. August 2019

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2019-08-27
Voraussichtliche Sozialversicherungswerte im ASVG für 2020
Viele veränderliche Werte werden in der Sozialversicherung mit der aktuell gültigen Aufwertungszahl neu errechnet.

Viele veränderliche Werte werden in der Sozialversicherung mit der aktuell gültigen Aufwertungszahl neu errechnet. Sie beträgt für das Jahr 2020: 1,031.

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl der neuen Werte.

ASVG

Das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz (ASVG) regelt grundsätzlich die Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung aller unselbstständig beschäftigten Personen in Österreich.

Geringfügigkeitsgrenze  
monatlich € 460,66
Grenzwert für pauschalierte Dienstgeberabgabe € 690,99
Höchstbeitragsgrundlage  
täglich € 179,00
monatlich € 5.370,00
jährlich für Sonderzahlungen € 10.740,00
Höchstbeitragsgrundlage für freie Dienstnehmer ohne Sonderzahlungen € 6.265,00
Auflösungsabgabe entfällt ab 2020

Stand: 27. August 2019

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2019-08-27
Wie kann man Veränderungen effektiv umsetzen?
Veränderungen verursachen bei Menschen Verunsicherung und werden oft nicht sofort positiv gesehen.

Veränderungen verursachen bei Menschen Verunsicherung und werden oft nicht sofort positiv gesehen. Daher ist es wichtig, einen Veränderungsprozess effektiv zu steuern. Die Neuerungen müssen für alle Beteiligten einen Sinn ergeben und eine Verbesserung versprechen. Es ist daher sehr wichtig von Anfang an großen Wert auf die Information aller Beteiligten zu legen. Die Notwendigkeit der Veränderung muss jedem klar sein. Am Veränderungsprozess müssen alle Betroffenen beteiligt sein und zusammenarbeiten.

Im Sinne einer aktiven Gestaltung eines Veränderungsprozesses müssen klare Ziele definiert und ein Bild entwickelt werden, wie die Situation nach der Veränderung sein soll. Die Schwierigkeit liegt hier darin, dass niemand genau wissen kann, wo man am Ende tatsächlich landen wird und welche Risiken auf einen zukommen werden. Daher ist es wichtig, Zwischenziele festzulegen. Um diese zu erreichen, müssen insbesondere bei größeren Veränderungen konkrete Teilprojekte festgelegt werden. Ein wesentlicher Teil der Planung ist auch die Festlegung der Kosten des Veränderungsprozesses. Sie müssen realistisch geplant werden. Die Maßnahmen sollten im Idealfall von einem konkreten Projektleiter überwacht werden, der auch durch den gesamten Prozess führt, die Verantwortung trägt und die Kommunikation übernimmt.

Stand: 27. August 2019

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fruehling_2019
Frühling 2019
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2019-03-28
Was änderte sich im Landarbeitsrecht?
Durch eine Novelle des Landarbeitsgesetzes wandert ab Anfang 2020 die Gesetzgebungszuständigkeit für das Landarbeitsrecht von den Ländern zum Bund.

Durch eine Novelle des Landarbeitsgesetzes wandert ab Anfang 2020 die Gesetzgebungszuständigkeit für das Landarbeitsrecht von den Ländern zum Bund. Bereits jetzt wurden aber einige Änderungen im Nationalrat beschlossen, die von den Landesgesetzgebern noch umzusetzen sind. Aus der Fülle von Änderungen hier eine Auswahl von einigen wesentlichen Punkten:

Die Novelle des Arbeitszeitgesetzes, die im September 2018 in Kraft getreten ist, wurde nun unter Berücksichtigung der speziellen Anforderungen der Land- und Forstwirtschaft auch im Landarbeitsgesetz umgesetzt.

So waren 12-Stunden-Tage, insbesondere in Erntezeiten, unter bestimmten Voraussetzungen auch bisher schon möglich. Mit der Novelle wurde nun geregelt, dass bei einer Gleitzeitregelung die tägliche Normalarbeitszeit bis zu zwölf Stunden unter bestimmten Voraussetzungen betragen kann, wenn die Zeitguthaben in Blöcken verbraucht werden können. Außerhalb von Arbeitsspitzen und ohne vereinbarte Gleitzeit wird eine tägliche Höchstarbeitszeit von elf Stunden und eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von 52 Stunden festgelegt. Personen, die mit der maßgeblichen Leitung eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs betraut sind, müssen keine Arbeitszeitaufzeichnungen mehr führen. Für andere Dienstnehmer in Leitungsfunktion ist diesbezüglich der Kollektivvertrag zu beachten.

Beschäftigte haben nun einen Anspruch auf eine Lohnabrechnung. Eine Kopie der Anmeldung zur Sozialversicherung ist unverzüglich auszuhändigen.

Internatskosten für Berufsschüler sind von den Betrieben zu bezahlen. Die Betriebe erhalten dann einen finanziellen Ausgleich aus dem Insolvenz-Entgelt-Fonds.

Zudem wurden unter anderem die Bestimmungen der Sonntags- und Feiertagsruhe in das Landarbeitsgesetz übernommen und ausgeweitet, neue Bestimmungen zur Elternteilzeit normiert und auch im technischen Arbeitnehmerschutz zahlreiche Änderungen des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes nachvollzogen.

Stand: 28. März 2019

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2019-03-28
Tipps für die Arbeitnehmerveranlagung 2018
Die Arbeitnehmerveranlagung für 2018 kann bereits beim Finanzamt eingereicht werden (bevorzugt über FinanzOnline).

Die Arbeitnehmerveranlagung für 2018 kann bereits beim Finanzamt eingereicht werden (bevorzugt über FinanzOnline). Sollten Sie keine Veranlagung für 2018 einreichen und dennoch eine Steuergutschrift bestehen, so führt die Finanz unter bestimmten Voraussetzungen eine automatische (antragslose) Arbeitnehmerveranlagung durch. Dieser Artikel soll Ihnen einige Tipps geben, wie Sie als Arbeitnehmer Geld vom Finanzamt zurückbekommen.

Absetzbeträge

Absetzbeträge kürzen die zu bezahlende Steuer. Beispiele für Absetzbeträge, die grundsätzlich bei der monatlichen Abrechnung bereits berücksichtigt werden, sind der Verkehrsabsetzbetrag für Arbeitnehmer oder der Pensionistenabsetzbetrag für Pensionisten.

Alleinverdiener/Alleinerzieher können unter bestimmten Voraussetzungen in der Arbeitnehmerveranlagung einen Absetzbetrag in Höhe von € 494,00 pro Jahr bei einem Kind (€ 669,00 bei zwei Kindern, € 889,00 bei drei Kindern und für jedes weitere Kind € 220,00) geltend machen. Bei Unterhaltsleistungen kann ein Unterhaltsabsetzbetrag zustehen. Der Familienbonus Plus steht erst ab 2019 zu.

Negativsteuer

Auch für Arbeitnehmer, die keine Lohnsteuer, sondern nur Sozialversicherungsbeiträge bezahlen, kann es sinnvoll sein, eine Veranlagung durchzuführen. Arbeitnehmer können für 2018 maximal € 400,00, Pendler sogar maximal € 500,00 und Pensionisten maximal € 110,00 der SV-Beiträge rückerstattet bekommen. Auch der Alleinverdienerabsetzbetrag ist negativsteuerfähig.

Sonderausgaben/Werbungskosten/außergewöhnliche Belastungen

Überprüfen Sie Ihre Rechnungen aus dem Jahr 2018 (wichtig ist der Zeitpunkt der Bezahlung), ob die Ausgaben als Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden können.

Zu den Werbungskosten zählen z. B. Aus- und Fortbildungskosten, aber auch Umschulungsmaßnahmen sowie Fahrt- und Reisekosten. Um hier einen Steuervorteil erzielen zu können, sollten die Werbungskosten € 132,00 übersteigen, da ein Werbungskostenpauschale in dieser Höhe bei der laufenden Lohnverrechnung bereits berücksichtigt wird. Bestimmte Berufsgruppen, wie z. B. Bühnenangehörige, Politiker, Journalisten, Vertreter, Expatriates, können ein deutlich höheres Werbungskostenpauschale geltend machen. Für Pendler ist das Pendlerpauschale unter bestimmten Voraussetzungen absetzbar.

Als Sonderausgaben sind beispielsweise bestimmte Spenden (bis maximal 10 % des Gesamtbetrages der Einkünfte des Kalenderjahres 2018), Steuerberatungskosten, Kirchenbeiträge (bis € 400,00 jährlich) und Nachkäufe von Pensionsversicherungsmonaten absetzbar. Bestimmte Sonderausgaben (z. B. Spenden und der Kirchenbeitrag) werden von den empfangenden Organisationen bereits direkt an die Finanz übermittelt. Sogenannte „Topf-Sonderausgaben“ (z. B. Versicherungsprämien, Aufwendungen im Zusammenhang mit Sanierungen von Wohnraum) können für die Veranlagung 2018 grundsätzlich nur mehr für Altverträge (Abschluss vor 2016) abgesetzt werden.

Außergewöhnliche Belastungen sind nicht alltägliche Belastungen, die zwangsläufig entstehen. Hier ist auch oft ein einkommensabhängiger Selbstbehalt zu berücksichtigen. So können u. a. bestimmte Kinderbetreuungskosten bis maximal € 2.300 pro Kind für 2018 letztmalig auch noch ohne Selbstbehalt abgesetzt werden. Aber auch Katastrophenschäden, Krankheitskosten und Pflegekosten können beispielsweise außergewöhnliche Belastungen sein. Bei einer Behinderung können u. a. pauschale Freibeträge geltend gemacht werden.

Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag beträgt für 2018 unter bestimmten Voraussetzungen € 440,00 jährlich pro Kind, wenn er von einem einzigen Steuerpflichtigen für ein Kind geltend gemacht wird, oder € 300,00 jährlich pro Kind, wenn er von zwei Steuerpflichtigen für dasselbe Kind in Anspruch genommen wird.

Stand: 28. März 2019

Bild: fizkes - stock.adobe.com

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2019-03-28
Was ist bei Pensionspferdehaltung für die Umsatzsteuer zu beachten?
Die Umsätze aus Pensionspferdehaltung sind nicht durch das allgemeine Pauschale für Land- und Forstwirte abpauschaliert.

Regelbesteuerung

Die Umsätze aus Pensionspferdehaltung sind nicht durch das allgemeine Pauschale für Land- und Forstwirte abpauschaliert. Solche Umsätze unterliegen grundsätzlich dem Normalsteuersatz von 20 %. Die Rechnungen sind also mit 20 % Umsatzsteuer auszustellen.

Vorsteuerabzug

Aus den entsprechenden Aufwendungen, die der Pensionspferdehaltung dienen, kann im Gegenzug Vorsteuer geltend gemacht werden. Diese Aufwendungen müssen aber betrieblich veranlasst sein, es muss auch tatsächlich Vorsteuer enthalten sein, und es muss eine ordnungsgemäße Rechnung vorliegen.

Vorsteuerpauschalierung

In einer eigenen Verordnung ist nun eine Pauschalierungsmöglichkeit für die Vorsteuer bei Pensionspferdehaltung mit bestimmten Voraussetzungen geregelt.

Die Pauschalierung gilt bei Umsätzen aus dem Einstellen fremder Pferde (Pensionshaltung von Pferden), die von ihren Eigentümern zur Ausübung von Freizeitsport, selbständigen oder gewerblichen, nicht land- und forstwirtschaftlichen Zwecken genutzt werden. Die Pensionshaltung von Pferden muss zumindest die Grundversorgung der Pferde (Unterbringung, Zurverfügungstellung von Futter und Mistentsorgung oder -verbringung) abdecken und umfasst neben der Grundversorgung sämtliche im Rahmen der Pensionshaltung von Pferden erbrachte Lieferungen und sonstige Leistungen (z. B. Pflege).

Der Durchschnittssatz für den Vorsteuerbetrag beträgt pro eingestelltem Pferd und Monat € 24,00. Ist das Pferd nicht den ganzen Monat eingestellt, so ist der Durchschnittssatz aliquot zu kürzen.

Neben dem Vorsteuerpauschale sind Vorsteuerbeträge aus der Lieferung von ertragsteuerlich als Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu qualifizierendem unbeweglichen Anlagevermögen (z. B. Stallgebäude), insoweit dieses der Pensionshaltung von Pferden dient, gesondert abziehbar.

Kleinunternehmer

Unternehmer mit einem Nettojahresumsatz von bis zu € 30.000,00 sind von der Umsatzsteuer befreit. In diesem Fall sind die Rechnungen ohne Umsatzsteuer auszustellen (sonst schuldet man die Steuer kraft Rechnungslegung) und kann aber auch keine Vorsteuern geltend machen. Für diese Grenze sind allerdings sämtliche Umsätze des Unternehmers zu beachten. Bei pauschalierten Landwirten kann der Umsatz mit dem 1,5-fachen des Einheitswertes der selbstbewirtschafteten Fläche geschätzt werden. Zusätzlich sind jene Umsätze zu berücksichtigen, die nicht von der Vollpauschalierung umfasst sind.

Stand: 28. März 2019

Bild: ThomBal - stock.adobe.com

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2019-03-28
Familienbonus Plus: Wie ist mit laufenden Änderungen umzugehen?
Die aktuell geänderten Lohnsteuerrichtlinien des Finanzministeriums widmen sich nun auch dem Thema, wie mit unterjährigen Änderungen beim Familienbonus Plus umzugehen ist.

Die aktuell geänderten Lohnsteuerrichtlinien des Finanzministeriums widmen sich nun auch dem Thema, wie mit unterjährigen Änderungen beim Familienbonus Plus umzugehen ist.

Ändern sich die Verhältnisse beim Arbeitnehmer, so hat dies der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber innerhalb eines Monats mittels des Formulars E31 zu melden. Folgende Änderungen sind beispielsweise bekannt zu geben:

  • Wegfall der Familienbeihilfe
  • Änderung des Wohnsitzstaates des Kindes
  • Wechsel des Familienbeihilfeberechtigten
  • Wegfall des Anspruches auf den Unterhaltsabsetzbetrag

Der Arbeitgeber hat nun ab dem Zeitpunkt der Meldung über die Änderung der Verhältnisse den Familienbonus Plus, beginnend mit dem von der Änderung betroffenen Monat, entsprechend zu berücksichtigen. Dies kann in der Lohnverrechnung eine Aufrollung erforderlich machen.

Die gewählte Aufteilung des Familienbonus Plus (d. h. zur Gänze oder zur Hälfte) kann von den Steuerpflichtigen während eines Kalenderjahres nur bei einer Änderung der maßgebenden Verhältnisse verändert werden.

Wichtig ist auch, dass der Arbeitgeber den Familienbonus Plus jedenfalls nicht mehr ab dem Folgemonat, sobald das Kind das 18. Lebensjahr vollendet hat, berücksichtigen darf.

Beispiel: 18. Geburtstag am 15. Mai, keine Berücksichtigung mehr im Juni. Wenn der Arbeitnehmer eine neuerliche Erklärung (Formular E30) und einen Nachweis über das Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen vorlegt, kann der Familienbonus Plus (in geringerer Höhe) weiter berücksichtigt werden. Bei Wegfall der Familienbeihilfe ist aber jedenfalls kein Familienbonus Plus mehr zu berücksichtigen.

Stand: 28. März 2019

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2019-03-28
Warnung des Finanzministeriums: ACHTUNG vor Internetbetrügern
Immer wieder melden die Medien Betrugsfälle, die mittels gefälschter E-Mails durchgeführt werden (sogenannte Phishing-Mails).

Immer wieder melden die Medien Betrugsfälle, die mittels gefälschter E-Mails durchgeführt werden (sogenannte Phishing-Mails). Auch das Bundesministerium für Finanzen warnt laufend vor Internetbetrügern.

Dabei wird versucht, mit gefälschten E-Mails und Telefonanrufen im Namen des Finanzministeriums an persönliche Daten der Opfer zu kommen. Die betrügerischen E-Mails haben beispielsweise den Betreff „Ihre Steuerrückzahlung“ und informieren den Empfänger, dass er eine Steuerrückerstattung bekommt und zu diesem Zweck die Aktualisierung der Informationen seines Bankkontos erforderlich ist.

Stand: 28. März 2019

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2019-03-28
Für Erntehelfer sind ab 2019 Pensionsversicherungsbeiträge zu entrichten
Ausländische Erntehelfer werden im Rahmen von Kontingenten für eine kurzfristige Beschäftigung entsprechend dem Ausländerbeschäftigungsgesetz zur Arbeit in der Landwirtschaft zugelassen.

Ausländische Erntehelfer werden im Rahmen von Kontingenten für eine kurzfristige Beschäftigung entsprechend dem Ausländerbeschäftigungsgesetz zur Arbeit in der Landwirtschaft zugelassen.

Diese ausländischen Erntehelfer waren bisher von der Pensionsversicherung ausgenommen. Die Ausnahme wurde nun aber per 1.1.2019 aufgehoben, und somit sind für diese Personen wie für andere Beschäftigte Pensionsversicherungsbeiträge zu bezahlen.

Die Beschäftigungsbewilligungen sind nach wie vor beim Arbeitsmarktservice zu beantragen.

Stand: 28. März 2019

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2019-03-28
Was muss bei der Kreditaufnahme beachtet werden?
Folgende Hauptgruppen von Krediten sind zu unterscheiden: Investitionskredit, Leasing, Kontokorrentkredit, Lieferantenkredit.

Folgende Hauptgruppen von Krediten sind zu unterscheiden: Investitionskredit, Leasing, Kontokorrentkredit, Lieferantenkredit.

Investitionskredite dienen zur Finanzierung des Anlagevermögens (z. B. Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge, Büromöbel). Diese Kredite werden langfristig gewährt, d. h. sie haben eine Laufzeit von etwa 4 bis 20 Jahren. Annuitätendarlehen haben den Vorteil, dass die Rückzahlungsbeträge über die gesamte Laufzeit gleich bleiben. Damit können etwaige Anlaufschwierigkeiten besser überbrückt werden. Bei Ratendarlehen ist der Betrag, den Sie pro Jahr für Zinsen aufbringen müssen, in den ersten Jahren höher als beim Annuitätendarlehen, nimmt dann aber stetig ab.

Beurteilen Sie die Kosten eines Kredits nie ausschließlich nach der Höhe der Zinsen! Um die tatsächlichen Kosten des Kredits richtig abschätzen zu können, benötigen Sie genaue Informationen über: Zinssatz, Laufzeit, Anzahl der Raten und deren Fälligkeit, Nebenkosten, Auszahlungs- und Bearbeitungsgebühren, Art der Zinsverrechnung (Termin, zu dem die Höhe des Zinsanteils der Rate bestimmt wird) und Art der Tilgungsverrechnung (Zeitpunkt, zu dem die Tilgung von der Restschuld abgezogen wird).

Noch ein wichtiger Hinweis: Überprüfen Sie, ob Sie einen geförderten Kredit in Anspruch nehmen können.

Stand: 28. März 2019

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Winter 2018
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2018-12-27
Erweiterung des Urproduktekataloges
Land- und Forstwirte haben zwischen Urprodukten und be- und/oder verarbeiteten Produkten zu unterscheiden.

Land- und Forstwirte haben zwischen Urprodukten und be- und/oder verarbeiteten Produkten zu unterscheiden. Urproduktion ist die Herstellung eines Produktes mit Hilfe von Naturkräften bis zu einer Zustandsstufe, die marktfähig ist.

Da der Gewinn aus der Veräußerung von Urprodukten bei vollpauschalierten Betrieben durch die Pauschalierung abgegolten ist, müssen die Einnahmen aus der Veräußerung von Urprodukten für Zwecke der Einkommensteuer nicht aufgezeichnet werden. Im Zweifel sind jedoch die Voraussetzungen für die Anwendbarkeit der land- und forstwirtschaftlichen Pauschalierung anhand geeigneter Unterlagen (Belegaufbewahrung) nachzuweisen.

In den Einkommensteuerrichtlinien ist ein Urproduktekatalog angeführt, welcher hilft, Urproduktion von Be- und/oder Verarbeitung abzugrenzen. Mit der letzten Wartung der Einkommensteuerrichtlinien wurde dieser Katalog nun erweitert um:

  • Perlwein oder Frizzante (alkoholisches Getränk aus Trauben oder Obst, welches in geschlossenen Behältnissen einen Kohlensäureüberdruck von mindestens 1 bar bis höchstens 2,5 bar bei 20°C aufweist) ist im Anwendungsbereich des BSVG als Urprodukt zu werten. Diese Einstufung ist auch für steuerliche Zwecke anzuwenden.
  • Auf Grund des Umstandes, dass Cidre bzw. Cider oder Zider (ein alkoholisches Getränk aus einem Gemenge von Fruchtsaft und Obstwein derselben Obstartgruppe mit einem Kohlensäureüberdruck von höchstens 2,5 bar bei 20°C) mit Perlwein vergleichbar ist und zudem ein Gemisch von Urprodukten darstellt, ist auch Cider als Urprodukt zu werten.

Eine Be- und Verarbeitung liegt nun auch in folgenden Fällen vor:

  • Die Anbringung eines Schriftzuges mittels Laser bei Obst stellt eine über die genannten Arbeitsschritte des Waschens, Schälens, Zerteilens und Trocknens hinausgehende Bearbeitung mit eigener Wertschöpfung dar.
  • Filetieren und Räuchern von Fisch; dagegen stellt eine Fischseite (halbierter Fisch ohne Rückengräte aber mit Bauchlappen) noch ein Urprodukt dar.

Stand: 27. Dezember 2018

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2018-12-27
Wie können Arbeitnehmer schon ab Jänner 2019 den Familienbonus Plus nutzen?
Der Familienbonus Plus ist – wie bereits berichtet – ein Absetzbetrag von der Lohn- bzw. Einkommensteuer und soll Familien steuerlich entlasten.

Der Familienbonus Plus ist – wie bereits berichtet – ein Absetzbetrag von der Lohn- bzw. Einkommensteuer und soll Familien steuerlich entlasten. Dieser Absetzbetrag kann unter bestimmten Voraussetzungen bei Dienstnehmern nicht erst mit der Steuerveranlagung für das Jahr 2019, sondern bereits ab Jänner 2019 in der laufenden Lohnverrechnung berücksichtigt werden.

Arbeitnehmer

Zu diesem Zweck müssen Arbeitnehmer bei ihrem Arbeitgeber das kürzlich erweiterte Formular E30 abgeben. Das Formular wurde unter anderem um Daten zum Familienbonus ergänzt. Am Formular sind vom Arbeitnehmer unter anderem je Kind Name, SV-Nummer, Geburtsdatum und Wohnsitzstaat anzugeben. Zudem ist anzugeben, ob man den ganzen oder halben Familienbonus Plus beansprucht. Bezieht man selbst (oder der Partner) Familienbeihilfe, so ist ein Nachweis über den Familienanspruch beizulegen. Ist man Unterhaltszahler, so ist ein Nachweis über die Unterhaltszahlung (z. B. Zahlungsnachweis über bisherige Unterhaltszahlungen, Vorlage des Gerichtsbeschlusses über die Unterhaltsverpflichtung) beizulegen. Ändern sich die Verhältnisse, sind diese dem Arbeitgeber binnen einem Monat bekannt zu geben.

Arbeitgeber

Der Arbeitgeber hat die Erklärung des Arbeitnehmers und die vorgelegten Nachweise zum Lohnkonto zu nehmen und im Lohnkonto die entsprechenden Daten anzugeben. Wenn alle Voraussetzungen gegeben sind, ist der Familienbonus Plus bei der Lohnverrechnung dieses Dienstnehmers zu berücksichtigen. Zu beachten ist allerdings unter anderem:

  • Der Familienbonus Plus kann für ein Kind nur bei einem Arbeitgeber berücksichtigt werden.
  • Bei der laufenden Lohnverrechnung kann es zu keiner Berücksichtigung der Aufteilung bei Unterhaltsfällen mit überwiegender Kostentragung von Kinderbetreuungskosten (90:10) kommen. Dies kann nur in der Veranlagung beantragt werden.
  • Der Arbeitgeber darf den Familienbonus Plus nur bis zu jenem Monat berücksichtigen, in welchem das Kind seinen 18. Geburtstag hat. Danach wäre wiederum ein Formular E30 mit den notwendigen Nachweisen (aufrechte Familienbeihilfenberechtigung) vom Arbeitnehmer vorzulegen.

Veranlagung

Wurde ein Familienbonus Plus bei der laufenden Lohnverrechnung berücksichtigt, obwohl die Voraussetzungen nicht vorlagen, oder ergibt sich, dass ein zu hoher Betrag berücksichtigt wurde, führt dies zu einer Pflichtveranlagung beim Arbeitnehmer.

Wichtig ist auch, dass der Arbeitnehmer bei Abgabe einer Steuererklärung (Arbeitnehmerveranlagung oder Einkommensteuererklärung) für ein Jahr in dem der Familienbonus Plus schon unterjährig berücksichtigt wurde, den Familienbonus Plus auch in der Steuererklärung beantragt. Andernfalls kommt es zu einer Nachversteuerung.

Im Zuge der Veranlagung kann auch eine andere Aufteilung beantragt werden.

Stand: 27. Dezember 2018

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2018-12-27
Wie wird der Gewinn aus dem Betrieb einer Intensivobstanlage zur Produktion von Tafelobst ermittelt?
Wie ist der Gewinn aus dem Betrieb einer Intensivobstanlage laut Einkommensteuer-Richtlinien grundsätzlich zu ermitteln?

Der Gewinn aus dem Betrieb einer Intensivobstanlage ist laut Einkommensteuer-Richtlinien grundsätzlich wie folgt zu ermitteln:

Obstbaufläche bis 10 ha

Ist die selbst bewirtschaftete Grundfläche für Intensivobstanlagen zur Produktion von Tafelobst höchstens 10 ha, so erfolgt keine gesonderte Ermittlung des Gewinnes aus Obstbau.

Der Gewinn aus Obstbau wird hier bei vollpauschalierten Landwirten durch Anwendung des landwirtschaftlichen Gewinnprozentsatzes von 42 % auf den Einheitswert ermittelt. Dies gilt auch für den Gewinn aus Obstbau im Rahmen von Intensivobstanlagen zur Produktion von Tafelobst, wenn deren Flächenausmaß 10 ha nicht übersteigt.

Obstbaufläche größer als 10 ha

Ist die entsprechende Grundfläche größer als 10 ha, so ist der Gewinn aus Obstbau im Rahmen von Intensivobstanlagen zur Produktion von Tafelobst durch Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (Teilpauschalierung) gesondert zu ermitteln.

Die Betriebsausgaben sind dabei mit 70 % der auf die Bewirtschaftung der Intensivobstanlagen für Tafelobst entfallenden Betriebseinnahmen (einschließlich USt) anzusetzen. Neben diesem Durchschnittssatz können die Ausgaben für Löhne (einschließlich Lohnnebenkosten) als zusätzliche Betriebsausgaben abgezogen werden. Der Abzug der Betriebsausgaben darf nur bis zur Höhe der Betriebseinnahmen erfolgen.

Ist der Gewinn aus Obstbau gesondert zu ermitteln, so ist der Einheitswert, der auf die für Intensivobstanlagen zur Produktion von Tafelobst genutzten Grundflächen entfällt, bei der Berechnung des Grundbetrages auszuscheiden.

Übergänge

Übersteigt am 31. Dezember eines Jahres das Flächenausmaß von selbst bewirtschafteten Intensivobstanlagen zur Produktion von Tafelobst 10 ha, ist der Gewinn aus diesen Flächen ab dem folgenden Jahr mittels Teilpauschalierung zu ermitteln.

Übersteigt am 31. Dezember eines Jahres das Flächenausmaß von selbst bewirtschafteten Intensivobstanlagen zur Produktion von Tafelobst 10 ha nicht, ist der Gewinn ab dem folgenden Jahr mittels Vollpauschalierung zu ermitteln, es sei denn, die Vollpauschalierung ist aus anderen Gründen nicht möglich.

Stand: 27. Dezember 2018

Bild: ThomBal - stock.adobe.com

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2018-12-27
Was ändert sich 2019 bei den Meldungen an die Sozialversicherung?
Am 1.1.2019 werden wesentliche Bestimmungen des Meldepflicht-Änderungsgesetzes in Kraft treten.

Am 1.1.2019 werden wesentliche Bestimmungen des Meldepflicht-Änderungsgesetzes in Kraft treten. Meldeverpflichtungen der Dienstgeber sollen dadurch vereinfacht werden. Hier ein Überblick über die wichtigsten Versichertenmeldungen:

Anforderung der Versicherungsnummer

Hat jemand noch keine Sozialversicherungsnummer (z. B. ausländische Arbeitnehmer, die erstmals in Österreich eine Beschäftigung aufnehmen), muss die SV-Nummer angefordert werden.

Anmeldung

Ein Dienstnehmer ist wie bisher jedenfalls vor Arbeitsbeginn anzumelden (auch bei fallweise beschäftigten Personen). Die neue Anmeldung umfasst aber deutlich weniger Datenfelder als bisher. Das Versicherungsverhältnis wird dann weitgehend durch die neue personenbezogene monatliche Beitragsgrundlagenmeldung gewartet.

Alle Meldungen sind bei der GKK elektronisch zu erstatten. Nur in ganz bestimmten Ausnahmefällen kann eine Vor-Ort-Anmeldung eines Dienstnehmers (früher Mindestangabenmeldung) per Telefon oder Fax durchgeführt werden. In diesem Fall ist die Anmeldung in elektronischer Form binnen sieben Tagen ab dem Beginn der Pflichtversicherung nachzuholen.

Änderungsmeldung

Ein Großteil der bisherigen eigenständigen Änderungsmeldungen entfällt, da die Daten in der monatlichen Beitragsgrundlagenmeldung enthalten sind. Eine weiterhin eigenständige Änderungsmeldung ist z. B. die

Adressänderung.

Abmeldung

Auch bei der Abmeldung entfallen viele Datenfelder. Die Abmeldung hat binnen sieben Tagen nach dem Ende der Pflichtversicherung zu erfolgen.

Monatliche Beitragsgrundlagenmeldung (mBGM)

Mit der mBGM werden monatlich je Versicherten die Daten zur Abrechnung der Sozialversicherungsbeiträge, Umlagen, Fonds und Beiträge zur Betrieblichen Vorsorge gemeldet und Daten des Versicherungsverhältnisses gewartet.

Stand: 27. Dezember 2018

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2018-12-27
Sozialversicherungswerte für 2019
Viele veränderliche Werte werden in der Sozialversicherung mit der aktuell gültigen Aufwertungszahl neu errechnet.

Viele veränderliche Werte werden in der Sozialversicherung mit der aktuell gültigen Aufwertungszahl neu errechnet. Sie beträgt für das Jahr 2019: 1,020. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl der neuen Werte.

ASVG

Das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz (ASVG) regelt grundsätzlich die Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung aller unselbständig beschäftigten Personen in Österreich.

Geringfügigkeitsgrenze
monatlich
€ 446,81
Grenzwert für pauschalierte Dienstgeberabgabe € 670,22
Höchstbeitragsgrundlage  
täglich € 174,00
monatlich € 5.220,00
jährlich für Sonderzahlungen € 10.440,00
Höchstbeitragsgrundlage für freie Dienstnehmer ohne Sonderzahlungen € 6.090,00
Auflösungsabgabe € 131,00

Das Bauern-Sozialversicherungsgesetz (BSVG) regelt grundsätzlich die Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung von in der Land- und Forstwirtschaft selbständig Erwerbstätigen und ihrer mittätigen Angehörigen sowie die Krankenversicherung der Bezieher einer Pension nach dem BSVG.

Höchstbeitragsgrundlage
pro Monat
 
für Betriebsführer und hauptberuflich beschäftigte Ehepartner € 6.090,00
für hauptberuflich beschäftigte Kinder € 2.030,00
für hauptberuflich beschäftigte Eltern € 3.045,00

Auch die monatlichen Mindestbeitragsgrundlagen für die Krankenversicherung, Pensionsversicherung und Unfallversicherung bei Bemessung über den Einheitswert oder nach dem Beitragsrundlagen-Optionsmodell wurden für 2019 angepasst.

Stand: 27. Dezember 2018

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2018-12-27
Was hat sich bei Einkünften aus Verkauf von Fischereikarten geändert?
Im Zuge der letzten Wartung der Einkommensteuerrichtlinien hat das Bundesministerium für Finanzen seine Rechtsauffassung zu Einkünften aus Verkauf von Fischereikarten erweitert.

Im Zuge der letzten Wartung der Einkommensteuerrichtlinien hat das Bundesministerium für Finanzen seine Rechtsauffassung zu Einkünften aus Verkauf von Fischereikarten erweitert.

Fischereikarten

Wendet ein Land- und Forstwirt die Vollpauschalierung an, so ist der Verkauf von Fischereikarten unter folgenden Voraussetzungen gesondert zu erfassen:

  • Das Entgelt wird nicht nach der Menge bzw. Anzahl der gefangenen Fische abgerechnet und
  • der Verkauf wurde nicht im Einheitswert für Angelfischerei berücksichtigt.

Angelsportzentren, Partyteiche

Teichflächen, die ausschließlich mit nicht selbst aufgezogenen fangfertigen Fischen besetzt werden (Angelsportzentren oder Partyteiche), gehen über das Ausmaß land- und forstwirtschaftlicher Bewirtschaftung hinaus und stellen einen Gewerbebetrieb dar.

Stand: 27. Dezember 2018

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2018-12-27
Pflegen Sie Ihre Kontakte
In aller Munde sind heutzutage Social-Media-Plattformen.

In aller Munde sind heutzutage Social-Media-Plattformen. Neben der Teilnahme an diesen sollten Sie aber auch althergebrachte Netzwerke nicht vernachlässigen: ein Kaffee mit einem Geschäftspartner oder die Feier eines für Ihr Unternehmen wichtigen Ereignisses (gemeinsam mit Mitarbeitern und Kunden). Auch die Teilnahme an Messen ist ein geeigneter Platz, um bestehende Kunden wieder zu treffen und neue zu gewinnen. Einige Regeln sollten Sie im Umgang mit Geschäftspartnern immer im Auge behalten:

  • Interessieren Sie sich für Ihr Gegenüber.
  • Zeigen Sie sich unvoreingenommen und partnerschaftlich und bleiben Sie freundlich.
  • Verhalten Sie sich glaubwürdig ohne Übertreibungen.
  • Sprechen Sie einfach und verständlich.

Moderne Hilfsmittel können Ihnen helfen, wenn Sie auf einer Messe ein bekanntes Gesicht sehen, Sie aber den Namen der betreffenden Person nicht mehr kennen oder die Firma nicht mehr wissen. Benutzen Sie Ihr Smartphone, sehen Sie im Internet nach woher Sie die Person kennen, und schon haben Sie auch ein Gesprächsthema.

Wenn Sie neue Geschäftspartner kennenlernen, ist es wichtig, sich selbst, Ihren Betrieb und Ihre Produkte kurz und prägnant beschreiben zu können. Diese Beschreibung soll leicht verständlich sein. Nur so bleibt man dem Gegenüber auch im Gedächtnis. Vergessen Sie nicht Ihre Visitenkarte herzugeben.

Stand: 27. Dezember 2018

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Herbst 2018
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2018-09-25
Was ist bei der Senkung des Umsatzsteuersatzes für Beherbergung von 13 % auf 10 % für den Land- und Forstwirt zu beachten?
Für eine Nächtigung vom 31.10. auf den 1.11.2018 ist bereits der Steuersatz von 10 % anzuwenden.

Ab 1.11.2018 wird der Umsatzsteuersatz für

  • die Beherbergung in eingerichteten Wohn- und Schlafräumen samt Nebenleistungen (als Nebenleistung ist auch ein ortsübliches Frühstück anzusehen, wenn der Preis hiefür im Beherbergungsentgelt enthalten ist) und
  • die Vermietung von Grundstücken für Campingzwecke samt Nebenleistungen, wenn dafür ein einheitliches Benützungsentgelt entrichtet wird,

von 13 % wieder auf 10 % gesenkt.

Die Änderung des Steuersatzes ist erstmals auf Umsätze und sonstige Sachverhalte anzuwenden, die nach dem 31.10.2018 ausgeführt werden bzw. sich ereignen. Für eine Nächtigung vom 31.10. auf den 1.11.2018 ist bereits der Steuersatz von 10 % anzuwenden. Der Zeitpunkt der Buchung oder der Anzahlung ist für den Steuersatz nicht relevant.

Falls die Beherbergung in Form einer landwirtschaftlichen Nebentätigkeit erfolgt, so ist

  • bei Umsatzsteuerpauschalierung 10 % USt bei Beherbergungsleistungen an Nichtunternehmer (z. B. Privatgäste) und 13 % USt in Rechnungen an Unternehmer (z. B. Beherbergung von Arbeitern) auszuweisen bzw.
  • bei Verzicht auf die Pauschalierung (Option) einheitlich 10 % USt auszuweisen.

Bei Beherbergung im Zusammenhang mit der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung ist die landwirtschaftliche Umsatzsteuerpauschalierung nicht anwendbar und die Beherbergungsleistungen sind mit 10 % zu versteuern. Falls die umsatzsteuerliche Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen wird, so darf auf den Rechnungen keine Umsatzsteuer ausgewiesen werden, da sonst die Umsatzsteuer kraft Rechnungslegung geschuldet wird.

Stand: 25. September 2018

Bild: mbridger68 - stock.adobe.com

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2018-09-25
Welche Sonderausgaben werden in der Steuererklärung automatisch berücksichtigt?
Bestimmte Zahlungen für Sonderausgaben werden seit der Veranlagung 2017 automatisch für die Steuererklärung berücksichtigt.

Bestimmte Zahlungen für Sonderausgaben werden seit der Veranlagung 2017 automatisch für die Steuererklärung berücksichtigt.

Welche Sonderausgaben betrifft es im Wesentlichen?

  • Verpflichtende Kirchenbeiträge bzw. Beiträge an Religionsgesellschaften
  • Spenden an begünstigte Spendenempfänger und Feuerwehren (keine Spenden, die als Betriebsausgaben berücksichtigt werden)
  • Beiträge für freiwillige Weiterversicherungen, Nachkauf von Versicherungszeiten in der gesetzlichen Pensionsversicherung und vergleichbare Beiträge an Versorgungs- und Unterstützungseinrichtungen der Kammern der selbständig Erwerbstätigen

Alle empfangenden Organisationen müssen für die automatische Übermittlung eine feste örtliche Einrichtung im Inland haben. Nicht automatisch übermittelt werden z. B. auch Steuerberatungskosten, Rentenzahlungen, Beiträge zur Wohnraumschaffung und -sanierung und Versicherungen (die letzten beiden sind ohnedies nur mehr eingeschränkt absetzbar).

Was muss der Zahler beachten?

Soll eine entsprechende Zahlung als Sonderausgabe berücksichtigt werden, müssen bei der Zahlung Vor-/Zuname und das Geburtsdatum exakt so angegeben werden, wie dies am Meldezettel ersichtlich ist, da für die Finanz sonst keine Zuordnung der Sonderausgaben zur Steuererklärung möglich ist. Sogenannte „Spendenerlagscheine“ stellen strukturierte Eingabefelder für die Identifikationsdaten zur Verfügung.

Betriebliche Spenden

Bei betrieblichen Spenden sind die Identifikationsdaten (Name, Geburtsdatum) der Spendenorganisation nicht bekannt zu geben. Die Spende wird dann auch nicht automatisch als Sonderausgabe berücksichtigt. Betriebliche Spenden sind wie bisher in der Steuererklärung als Betriebsausgaben anzugeben.

Kirchenbeiträge

Ausgaben für Kirchenbeiträge, aber auch z. B. Zahlungen für die freiwillige Weiterversicherung und der Nachkauf von Versicherungszeiten, können abgesetzt werden, wenn diese für den (Ehe-)Partner oder für die Kinder des Steuerpflichtigen geleistet werden. Die Kirche kann diese Möglichkeit jedoch nicht für den Steuerpflichtigen bei der Übermittlung berücksichtigen. Eine von der Übermittlung abweichende Zuordnung kann in der Steuererklärung im Formular L1d beantragt werden.

Überprüfung und Fehlerbehebung

In FinanzOnline kann der Zahler überprüfen, ob und in welcher Höhe Zahlungen zu Sonderausgaben übermittelt wurden. Wenn eine Organisation eine Zahlung erhalten hat, aber keine oder falsche Beträge an die Finanzverwaltung übermittelt, muss der Zahler die Organisation kontaktieren, damit der Fehler behoben wird.

Stand: 25. September 2018

Bild: Andrey Popov - stock.adobe.com

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2018-09-25
Wie lange ist die Nutzungsdauer von Rebanlagen?
Eine Rebanlage besteht aus dem Stützmaterial wie Steher, Stöcke, Draht und Reben.

Rebanlagen eines Weinbaubetriebes sind als selbständige Wirtschaftsgüter mit den Anschaffungskosten (oder Herstellungskosten) abzüglich der Abschreibung für Abnutzung zu bewerten. Eine Rebanlage besteht aus dem Stützmaterial wie Steher, Stöcke, Draht und Reben.

Nutzungsdauer

In der letzten Änderung der Einkommensteuerrichtlinien vertritt nun das BMF die Rechtsauffassung, dass Rebanlagen eine Nutzungsdauer von zumindest 25 Jahren haben. Bei Rebanlagen, die vor dem Wirtschaftsjahr 2019 ausgesetzt wurden, kann noch eine kürzere Nutzungsdauer von mindestens 20 Jahren angesetzt werden.

Abschreibung für außergewöhnliche Abnutzung

Erfährt eine Rebanlage einen echten Wertverlust durch besondere Umstände, wie z. B. als Folge einer Schädigung durch Hagel, Frost oder Dürre, aber auch Geschmackswandel, so kann dieser Wertverlust durch eine Abschreibung für außergewöhnliche Abnutzung geltend gemacht werden. Rebanlagen sind grundsätzlich als Sachgesamtheit zu behandeln.

Nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten

Nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten sind grundsätzlich auf die Restnutzungsdauer zu verteilen. Wird durch diese nachträglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten jedoch die Restnutzungsdauer verlängert, so ist diese neu festzusetzen.

Stand: 25. September 2018

Bild: julia_arda - Fotolia.com

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2018-09-25
Was bringt der Familienbonus Plus ab 2019?
Der Familienbonus Plus ist ein Absetzbetrag von der Einkommensteuer in Höhe von € 125,00 pro Monat und Kind bis zu einem Alter von 18 Jahren bei Anspruch auf Familienbeihilfe.

Der Familienbonus Plus ist ein Absetzbetrag von der Einkommensteuer in Höhe von € 125,00 pro Monat und Kind bis zu einem Alter von 18 Jahren bei Anspruch auf Familienbeihilfe (€ 1.500,00 pro Jahr). Als Absetzbetrag vermindert er unmittelbar die Einkommensteuer, er kann jedoch nicht zu einer Negativsteuer führen (Alleinverdiener-, Alleinerzieher- oder Verkehrsabsetzbetrag jedoch schon). Wird für volljährige Kinder die Familienbeihilfe bezogen, so besteht Anspruch auf einen Absetzbetrag in Höhe von € 41,68 pro Monat und Kind (€ 500,16 pro Jahr).

Aufteilungsmöglichkeiten

Der Familienbeihilfenberechtigte oder dessen (Ehe)Partner können wahlweise den Familienbonus Plus zur Gänze in Anspruch nehmen. (Ehe)Partner können den Familienbonus Plus aber auch je zur Hälfte von der Steuer abziehen (also € 750,00/€ 750,00 bzw. € 250,00/€ 250,00).

Wenn der Unterhaltsabsetzbetrag zusteht (z. B. bei getrennt lebenden Eltern), so kann der Familienbonus Plus entweder vom Familienbeihilfenberechtigten oder vom Steuerpflichtigen, dem der Unterhaltsabsetzbetrag zusteht, zur Gänze oder von beiden je zur Hälfte abgesetzt werden. Nur für Monate, für die dem Unterhaltsverpflichteten ein Unterhaltsabsetzbetrag zusteht (Voraussetzung z. B. ist, dass der Unterhalt geleistet wird), besteht für den Unterhaltsverpflichteten auch Anspruch auf den Familienbonus Plus.

Kommt bei getrennt lebenden Partnern ein Elternteil überwiegend für die bisher steuerlich begünstigte Kindesbetreuung auf und leistet dieser dafür mindestens € 1.000,00 pro Jahr, so kann im Rahmen einer Übergangsfrist von drei Jahren der Familienbonus Plus auch im Verhältnis € 1.350,00/€ 150,00 aufgeteilt werden.

Kindermehrbetrag

Für Alleinverdiener und Alleinerzieher mit geringem Einkommen wird ein Kindermehrbetrag von bis zu € 250,00 Einkommensteuer pro Kind und Jahr erstattet werden, wenn die Einkommensteuer vor Berücksichtigung aller zustehenden Absetzbeträge unter € 250,00 ausmacht. Der Kindermehrbetrag steht allerdings nicht zu, wenn mindestens 330 Tage Sozialleistungen wie insbesondere Arbeitslosengeld, Mindestsicherung oder eine Leistung aus der Grundversorgung bezogen wurden.

Anpassung an das Preisniveau des Wohnsitzstaates

Für Kinder, die in anderen EU-/EWR-Ländern oder in der Schweiz leben, werden die Beträge auf Basis der vom Statistischen Amt der Europäischen Union veröffentlichten vergleichenden Preisniveaus jährlich angepasst. Diese Indexierung betrifft auch den Kinderabsetzbetrag, Alleinerzieher-, Alleinverdiener- und Unterhaltsabsetzbetrag. Für Kinder in Drittländern steht kein Familienbonus Plus zu.

Entfall von Begünstigungen

Im Gegenzug wurden zwei Begünstigungen gestrichen, die die Steuerbemessungsgrundlage (also nicht die Steuer selbst) vermindern:

  • der Kinderfreibetrag: € 440,00 oder 2 x € 300,00 (bei Inanspruchnahme durch beide Elternteile) pro Kind und Jahr und
  • die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten bis zum 10. Lebensjahr: unter bestimmten Voraussetzungen bis zu € 2.300,00 pro Kind und Jahr.

Wirksamkeit

Der Familienbonus Plus kann entweder vom Arbeitgeber bereits bei der laufenden Lohnverrechnung ab 2019 oder erst bei der Arbeitnehmerveranlagung auf Antrag für das Jahr 2019 berücksichtigt werden.

Stand: 25. September 2018

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2018-09-25
Was ist bei der Vieheinheitengrenze für die Vollpauschalierung zu beachten?
In den Einkommensteuerrichtlinien ist die Rechtsansicht des BMF zu vielen Details dieser Regelung enthalten.

Um als Land- und Forstwirt den Gewinn mittels Vollpauschalierung ermitteln zu können, ist u. a. zu beachten, dass zum 31.12. des Vorjahres die Zahl der tatsächlich erzeugten oder gehaltenen Vieheinheiten 120 nicht nachhaltig übersteigen darf.

In den Einkommensteuerrichtlinien ist die Rechtsansicht des BMF zu vielen Details dieser Regelung enthalten. Hier eine Übersicht über die wichtigsten Punkte:

Die Grenze bezieht sich auf die Zahl der im Eigentum des Landwirts befindlichen Tiere bzw. auf Tiere, die dem Landwirt überlassen wurden (z. B. Lohnmast oder im Rahmen einer Betriebspacht). Vieh auf Fremdalmen (Zinsvieh) ist dagegen dem Vieheigentümer und nicht dem Almbewirtschafter bzw. Almeigner zuzurechnen. Auch eine Agrargemeinschaftsalm, an der der Vieheigentümer beteiligt ist, ist wie eine Fremdalm zu sehen. Gleiches gilt auch bei Vieh, das auf Gemeinschaftsalmen aufgetrieben wird. Sind Gemeinschaftsställe (Kooperationen) als eigenständige Mitunternehmerschaft anzusehen, so ist das eingestellte Vieh dieser Mitunternehmerschaft zuzurechnen (Kooperationen werden in diesem Artikel nicht behandelt).

Für die Berechnung der Vieheinheiten ist der Vieheinheitenschlüssel des Bewertungsgesetzes maßgeblich. Für die Vieheinheitengrenze sind daher nur jene Tiere maßgeblich, für die ein Vieheinheitenschlüssel festgelegt ist, wobei für Jungsauen und -eber, Zuchtsauen und -eber, Babyferkel, Legehennen und Kleinpferde Besonderheiten zu beachten sind.

Maßgeblich ist der Bestand bzw. die Jahresproduktion von Tieren.

Als Bestand wird der durchschnittliche Bestand von Tieren der letzten drei Jahre betrachtet. Die Bestände sind jeweils zum Monatsersten eines Kalenderjahres zu ermitteln und die Summe ist durch 12 zu dividieren. Alternativ dazu kann eine Zählung an 13 Stichtagen (zusätzlicher Termin am 15. Juli) erfolgen. Gibt es genauere Datenaufzeichnungen, so sind diese zu verwenden. Wurde der Bestand gegenüber den Vorjahren wesentlich gesteigert, ist nur der Bestand des laufenden Jahres heranzuziehen. Wesentlich ist eine Steigerung um mehr als 25 %. Für Legehennen gelten besondere Bestimmungen.

Die Jahresproduktion ist die Summe der im Jahr erzeugten Tiere. Bei Masttieren entspricht dies der Summe der im Jahr verkauften und der für den Privatverbrauch verwendeten Tiere. Bei einer unterschiedlichen Zahl von Umtrieben pro Jahr ist auf die nachhaltige Jahresproduktion abzustellen (Durchschnitt der Produktion des zu beurteilenden Jahres und der zwei vorangegangenen Jahre). Wurden die Produktionskapazitäten gegenüber den Vorjahren wesentlich gesteigert, ist nur die Produktionskapazität (Zahl der gehaltenen Masttiere) des laufenden Jahres beachtlich.

Überschreitet die nachhaltige Jahresproduktion daher im zu beurteilenden Jahr die Vieheinheitengrenze, ist ab dem folgenden Jahr eine Vollpauschalierung nicht mehr zulässig.

Der Vieheinheitenschlüssel stellt auf einen durchschnittlichen Futtereinsatz bis zur Erreichung des Produktionszieles ab. Erfolgt die Vor- und Endaufzucht in verschiedenen Betrieben, ist eine anteilige Aufteilung des Vieheinheiten-Satzes pro Tier nach dem Futterbedarf der jeweiligen Kategorie vorzunehmen.

Betragen die Vieheinheiten auf Grund des Bestandes und/oder der Jahresproduktion in einem Jahr mehr als 120, kann auf Antrag die Vollpauschalierung auch im folgenden Jahr beibehalten werden, wenn glaubhaft gemacht wird, dass die Vieheinheitengrenze nur vorübergehend überschritten wurde.

Stand: 25. September 2018

Bild: Countrypixel - Fotolia.com

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2018-09-25
Ist für Christbaumkulturen die pauschale Gewinnermittlung für Waldveräußerungen anwendbar?
Ein Nachweis (Gutachten) eines von dieser pauschalen Ermittlung abweichenden tatsächlichen Veräußerungsgewinns ist möglich.

Ein pauschalierter Land- und Forstwirt hat den Gewinn aus der Veräußerung forstwirtschaftlich genutzter Flächen zusätzlich neben dem pauschal ermittelten laufenden Gewinn anzusetzen.

Die Pauschalierungsverordnung sieht hier vor, dass die aus der Veräußerung von forstwirtschaftlich genutzten Flächen entstehenden Gewinne mit pauschal 35 % des auf Grund und Boden, stehendes Holz und Jagdrecht entfallenden Veräußerungserlöses angenommen werden. Dies nur insofern, als die Gewinne aus allen Veräußerungsgeschäften eines Kalenderjahres € 250.000,00 nicht überschreiten.

Dies gilt auch für Betriebe, für die der Gewinn durch Bilanzierung oder vollständige Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ermittelt wird. Ein Nachweis (Gutachten) eines von dieser pauschalen Ermittlung abweichenden tatsächlichen Veräußerungsgewinns ist möglich.

Mit der Pauschale von 35 % des auf Grund und Boden, stehendes Holz und Jagdrecht entfallenden Veräußerungserlöses sind nur die stillen Reserven des stehenden Holzes und des Jagdrechtes erfasst.

Der auf Grund und Boden entfallende Veräußerungsgewinn ist zusätzlich steuerpflichtig (ImmoESt).

In der letzten Wartung der Einkommensteuerrichtlinien vertritt nun die Finanz die Rechtsauffassung, dass Christbaumkulturen hinsichtlich ihrer Ertragskraft und damit auch bezüglich ihrer stillen Reserven nicht mit normalen Beständen an stehendem Holz vergleichbar sind. Für Christbaumkulturen ist die pauschale Gewinnermittlung für Waldveräußerungen daher nicht anwendbar, und die Ermittlung des Veräußerungsgewinns hat auf Basis der tatsächlichen Gegebenheiten zu erfolgen.

Stand: 25. September 2018

Bild: lily - Fotolia.com

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Sommer 2018
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2018-06-27
Wie sollen Leitungsrechte ab 2019 besteuert werden?
Im Jahressteuergesetz 2018 (Gesetzesentwurf) wird die Besteuerung von Leitungsrechten neu geregelt.

Im Jahressteuergesetz 2018 (Gesetzesentwurf) wird die Besteuerung von Leitungsrechten neu geregelt. Hier eine Übersicht zu den wichtigsten Regelungen dazu:

Einkünfte im Zusammenhang mit dem einem Infrastrukturbetreiber eingeräumten Recht, Grund und Boden zur Errichtung und zum Betrieb von ober- oder unterirdischen Leitungen im öffentlichen Interesse zu nutzen, unterliegen einer Abzugsteuer.

Diese Einkünfte sind dann bei der Berechnung der Einkommensteuer des von der Rechtseinräumung unmittelbar betroffenen Grundstückseigentümers oder -bewirtschafters weder beim Gesamtbetrag der Einkünfte noch beim Einkommen zu berücksichtigen, sofern nicht die Regelbesteuerung beantragt wird.

Als Infrastrukturbetreiber führt der Gesetzesentwurf an: Elektrizitätsunternehmen, Erdgasunternehmen, dem Mineralrohstoffgesetz unterliegende Unternehmen, die Leitungsanlagen zum Zwecke des Transportes gasförmiger oder flüssiger Kohlenwasserstoffe betreiben, oder Fernwärmeversorgungsunternehmen. Die Nutzung von Grund und Boden liegt bei allen Maßnahmen im öffentlichen Interesse, die von Infrastrukturbetreibern zur Errichtung und zum Betrieb von ober- oder unterirdischen Leitungen insbesondere nach Maßgabe der Bestimmungen des Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetzes, des Gaswirtschaftsgesetzes, des Mineralrohstoffgesetzes oder des Energieförderungsgesetzes durchgeführt werden.

Bemessungsgrundlage für die Abzugsteuer ist der bezahlte Betrag vor Berücksichtigung der Abzugsteuer und ohne Umsatzsteuer. Ob und in welchem Umfang dieser Betrag die Rechtseinräumung, die Abgeltung einer steuerfreien Wertminderung oder sonstige Zahlungen (z. B. Entschädigungen für Ertragsausfälle, Wirtschaftserschwernisse, Wegebenützung oder für eine temporäre Nutzung einer Liegenschaft als Lagerplatz) betrifft, ist nicht relevant. Der Steuersatz beträgt 10 %. Schuldner der Abzugsteuer ist der Empfänger der Einkünfte (z. B. Grundstückseigentümer). Abzugsverpflichteter ist der Schuldner der Einkünfte (das Unternehmen, welches die Entschädigung bezahlt). Der Abzugsverpflichtete hat die Abzugsteuer bei jeder Zahlung einzubehalten und an sein Betriebsfinanzamt abzuführen.

Mit der Entrichtung der Abzugsteuer durch den Abzugsverpflichteten gilt grundsätzlich die Einkommensteuer in Bezug auf die entsprechenden Einkünfte als abgegolten. Auf Antrag ist auf Einkünfte, von denen eine Abzugsteuer einbehalten worden ist, der allgemeine Steuertarif anzuwenden (Regelbesteuerungsoption). Sofern der Steuerpflichtige die Berücksichtigung der Einkünfte nicht in der von ihm nachzuweisenden Höhe beantragt, sind diese mit 33 % der auf das Veranlagungsjahr bezogenen Bemessungsgrundlage anzusetzen.

Die neue Regelung soll für Zahlungen ab 2019 anwendbar sein. Allfällige Änderungen durch den weiteren Gesetzwerdungsprozess des Jahressteuergesetzes 2018 bleiben abzuwarten.

Stand: 27. Juni 2018

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2018-06-27
Wichtiges für den Urlaub
Zurück aus dem Urlaub – Steuern an der Grenze?

Zurück aus dem Urlaub – Steuern an der Grenze?

Für Einreisen aus einem anderen EU-Staat gilt grundsätzlich, dass Waren für den persönlichen Ge- oder Verbrauch im Reisegepäck eingeführt werden können, ohne dass in Österreich Abgaben anfallen. Ausgenommen von dieser Regel sind z. B. neue Autos oder alkoholische Getränke und Tabakwaren, die nicht dem Eigenbedarf dienen (Eigenbedarf wird angenommen, wenn bestimmte Richtmengen nicht überschritten werden – siehe Aufstellung).

Bei der Einreise aus Nicht-EU-Staaten sind u. a. außerhalb der EU erworbene Waren, die die angeführten Freimengen für Alkohol und Tabak überschreiten, oder andere Waren, die die Freigrenze von € 430,00 für Flugreisende oder € 300,00 für alle anderen Reisenden übersteigen, zu deklarieren. Für Reisende unter 15 Jahren reduziert sich dieser Schwellenwert generell auf € 150,00. Zudem sind auch weitere Bestimmungen zu beachten, wie z. B. reduzierte Freigrenzen im Grenzverkehr.

Richtmengen bzw. Freigrenzen für alkoholische Getränke und Tabakwaren:

  Aus der EU Aus dem Drittland
Bier 110 Liter 16 Liter
Wein 90 l / davon max. 60 l Schaumwein 4 Liter (nicht schäumende Weine)
Spirituosen 10 Liter 2) 1 Liter 2) 3)
Zigaretten 800/300 Stück 1) 200 Stück 3) oder
Zigarillos 400 Stück 100 Stück 3) oder
Zigarren 200 Stück 50 Stück 3) oder
Rauchtabak 1 kg 250 g 3)

1) Für Zigaretten, die im Reisegepäck aus Ungarn, Kroatien, Lettland, Litauen, Rumänien oder Bulgarien nach Österreich mitgenommen werden, gilt eine Richtmenge von nur 300 Stück.
2) Beträgt der Alkoholgehalt höchstens 22 %vol., beträgt die Freigrenze 20 l (aus der EU), 2 l (aus dem Drittland).
3) ab einem Alter von 17 Jahren

Reisende, die in die EU einreisen oder aus ihr ausreisen und Barmittel von € 10.000,00 oder mehr mit sich führen, müssen diesen Betrag bei den Zollbehörden anmelden. Das Nichterfüllen dieser Meldeverpflichtung ist strafbar.

Tipp: Dies ist nur eine unvollständige Übersicht über die wesentlichsten Regelungen. In der BMF-App sind im Menüpunkt „Freigrenzen und Freimengen“ detaillierte Informationen je Land, aus dem man einreist, zu finden.

Wie bin ich im Urlaub krankenversichert?

Wenn Sie in einem EU-/EWR-Staat oder in der Schweiz Urlaub machen, benötigen Sie die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK). Diese befindet sich in der Regel auf der Rückseite der e-card. Sie erhalten Sachleistungen, soweit diese notwendig sind, von allen Ärzten und Krankenhäusern, die mit den jeweiligen länderspezifischen Sozialversicherungsträgern unter Vertrag stehen. Müssen die Kosten dennoch vor Ort bezahlt werden, kann die Rechnung nach Rückkehr aus dem Urlaub beim österreichischen Krankenversicherungsträger zur Kostenerstattung eingereicht werden (siehe unten). Die EKVK gilt auch unter bestimmten Voraussetzungen in Mazedonien, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro. Wenn Sie Urlaub in der Türkei machen, benötigen Sie einen Urlaubskrankenschein. Wenn Sie im Urlaub in anderen Staaten (Drittstaaten) eine ärztliche Behandlung brauchen, ist dies jedenfalls vorab selbst zu bezahlen.

Die Kostenerstattung von Rechnungen, die Sie selbst bezahlt und dann bei der Gebietskrankenkasse eingereicht haben, richtet sich aber nach den jeweils gültigen österreichischen Tarifsätzen. Für die Differenz bei einer Kostenerstattung und auch für etwaige Selbstbehalte empfiehlt es sich, eine private Versicherung abzuschließen. Dies gilt insbesondere bei Reisen in Drittländer.

Stand: 27. Juni 2018

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2018-06-27
Wie ist der Gewinnfreibetrag bei pauschalierten Land- und Forstwirten anzuwenden?
Der Gewinnfreibetrag steht allen natürlichen Personen mit betrieblichen Einkünften offen.

Der Gewinnfreibetrag besteht grundsätzlich aus zwei Teil-Freibeträgen:

  • Grundfreibetrag und
  • investitionsbedingter Freibetrag

Er steht allen natürlichen Personen mit betrieblichen Einkünften offen. Wenn Sie die land- und forstwirtschaftliche Pauschalierung anwenden, so steht der Gewinnfreibetrag nur in der Form des Grundfreibetrags zu. Der Grundfreibetrag beträgt 13 % der Bemessungsgrundlage, höchstens aber € 3.900,00.

Für die Bemessungsgrundlage des Grundfreibetrags sind dabei grundsätzlich folgende Bestimmungen zu beachten:

  • Auszugehen ist vom pauschaliert ermittelten Gewinn ohne Berücksichtigung eines Veräußerungs- oder Aufgabegewinns.
  • Betriebliche Kapitalerträge (Kapitalfrüchte, z. B. Ausschüttungen einer Agrargemeinschaft) sind in der Bemessungsgrundlage für den Grundfreibetrag nur dann zu berücksichtigen, wenn sie auf Grund einer Regelbesteuerungsoption zum Tarif versteuert und im Rahmen der pauschalen Gewinnermittlung berücksichtigt werden.

Substanzgewinne betreffend betriebliches Kapitalvermögen (z. B. aus dem Verkauf eines Anteils an einer Agrargemeinschaft) und auch Substanzgewinne betreffend Betriebsgrundstücke (z. B. aus dem Verkauf eines Grundstücks aus dem land- und forstwirtschaftlichen Betriebsvermögen) sind in der Bemessungsgrundlage für den Grundfreibetrag unabhängig davon zu berücksichtigen, ob sie auf Grund einer Regelbesteuerungsoption zum Tarif versteuert werden. Werden diese Substanzgewinne mit dem besonderen Steuersatz besteuert, so ist der Grundfreibetrag, soweit er auf diese Gewinne entfällt, von diesen Einkünften in Abzug zu bringen, und die tarifsteuerpflichtigen Einkünfte dürfen insoweit nicht geschmälert werden (bei Verlusten sind zusätzliche Regelungen zu beachten). Werden Substanzgewinne tarifversteuert, entfällt eine Zuordnung des Grundfreibetrags.

Stand: 27. Juni 2018

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2018-06-27
Kann ich meine Steuern später bezahlen?
Werden Abgaben nicht fristgerecht entrichtet, so kann das Finanzamt Einbringungsmaßnahmen (Vollstreckungshandlungen) setzen.

Werden Abgaben nicht fristgerecht entrichtet, so kann das Finanzamt Einbringungsmaßnahmen (Vollstreckungshandlungen) setzen. Die Bundesabgabenordnung sieht allerdings auch vor, dass unter bestimmten Voraussetzungen auf Ansuchen des Abgabepflichtigen die Abgabenbehörde

  • das Hinausschieben des Zeitpunkts der Entrichtung der Abgaben (Stundung) oder
  • die Entrichtung in Raten

bewilligen kann. Die Erteilung der Bewilligung liegt, wenn die Voraussetzungen gegeben sind, im Ermessen des Finanzamts.

Die sofortige (oder sofortige volle) Entrichtung der Abgaben muss für den Abgabepflichtigen

  • mit erheblichen Härten verbunden sein (z. B. wirtschaftliche Notlage) und
  • die Einbringung der Abgaben darf durch den Aufschub nicht gefährdet sein.

Das Vorliegen dieser Voraussetzungen hat der Abgabepflichtige laut Verwaltungsgerichtshof aus eigenem Antrieb konkretisiert anhand seiner Einkommens- und Vermögenslage überzeugend darzulegen. Für die Behörde kommt nur die Bewilligung einer Zahlungserleichterung bei solchen Abgaben in Betracht, die beim Antragsteller Gegenstand von Einbringungsmaßnahmen sein können.

Das Ansuchen kann formlos gestellt und sollte spätestens am Fälligkeitstag eingebracht werden. Auch eine elektronische Einbringung über FinanzOnline ist möglich. Wird das Ansuchen um Zahlungserleichterung fristgerecht eingebracht, so ist kein Säumniszuschlag zu entrichten, und es dürfen bis zur Erledigung des Ansuchens keine Einbringungsmaßnahmen bezüglich des beantragten Betrags gesetzt werden.

Bewilligt die Behörde eine Zahlungserleichterung, so fallen Stundungszinsen in Höhe von aktuell 3,88 % von jenem Betrag an, der € 750,00 übersteigt. Dabei sind Stundungszinsen, die den Betrag von € 50,00 nicht erreichen, nicht festzusetzen.

Stand: 27. Juni 2018

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2018-06-27
Was ist der maßgebende Einheitswert für die Berechnung des Gewinns bei Vollpauschalierung?
Bei der Gewinnermittlung im Rahmen der Vollpauschalierung ist der Grundbetrag des Gewinns mittels des Durchschnittssatzes von 42 % vom maßgebenden Einheitswert zu ermitteln.

Bei der Gewinnermittlung im Rahmen der Vollpauschalierung ist der Grundbetrag des Gewinns mittels des Durchschnittssatzes von 42 % vom maßgebenden Einheitswert zu ermitteln.

Als maßgebender Einheitswert des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs gilt entsprechend der Pauschalierungsverordnung

  • der Einheitswert für das während des Veranlagungsjahres bewirtschaftete land- und forstwirtschaftliche Vermögen
  • zuzüglich der Einheitswertanteile der während des Veranlagungsjahres bewirtschafteten Zupachtungen, Zukäufe und zur Nutzung übernommenen Flächen und
  • abzüglich der Einheitswertanteile der während des Veranlagungsjahres nicht selbst bewirtschafteten Verpachtungen, Verkäufe und zur Nutzung überlassenen Flächen.

Im Einheitswertbescheid ausgewiesene Abschläge und Zuschläge sind entsprechend zu berücksichtigen. Der maßgebliche Einheitswert umfasst auch bestimmte Einheitswertzuschläge, wie z. B. für Direktzahlungen der „ersten Säule“ oder für überdurchschnittliche Tierhaltung, Obstbau, Sonderkulturen.

Stellen landwirtschaftlich genutzte Flächen bewertungsrechtlich Grundvermögen dar, so sind diese laut Einkommensteuerrichtlinien mit dem Wert, der sich aus der Multiplikation der Fläche mit dem Hektarsatz des jeweiligen Betriebszweigs ergibt, dem Einheitswert hinzuzurechnen.

Zupachtungen und Verpachtungen

In Bezug auf die Zurechnung einer Zu- oder Verpachtung kommt es nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt, sondern auf die Bewirtschaftung während des Veranlagungszeitraums an. Im Zweifel gilt die Regel: „Wer die Ernte hat, der hat die Zurechnung“.

Für die Ermittlung der Einheitswertanteile der Zu- und Verpachtungen, der Zu- und Verkäufe bzw. der zur Nutzung übernommenen und überlassenen Flächen bestimmt die Bundesabgabenordnung:

Für die Ermittlung des Wertes der Zupachtungen und Verpachtungen ist der Hektarsatz des eigenen Betriebs maßgeblich, der sich nach der Art der Nutzung der betroffenen Flächen ergibt. In Ermangelung eines eigenen Hektarsatzes ist der Hektarsatz des Verpächterbetriebs zugrunde zu legen.

Auch bestimmte auf die Zupachtungen und/oder Verpachtungen entfallende Einheitswertzuschläge sind entsprechend hinzuzurechnen.

Stand: 27. Juni 2018

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2018-06-27
Tipps für Ihr persönliches Zeitmanagement
Als Unternehmer haben Sie laufend eine Menge Aufgaben zu erledigen. Gleichzeitig soll auch das Privat- und Familienleben nicht zu kurz kommen und ausreichend Zeit für Erholung bleiben.

Als Unternehmer haben Sie laufend eine Menge Aufgaben zu erledigen. Gleichzeitig soll auch das Privat- und Familienleben nicht zu kurz kommen und ausreichend Zeit für Erholung bleiben. Hier finden Sie einige Tipps:

Setzen Sie sich Ziele und schreiben Sie diese auf: Ein Ziel ist für Sie selbst und Ihre Mitarbeiter eine Herausforderung. Handlungen werden danach ausgerichtet, das Erreichte kann an den aufgestellten Zielen gemessen werden. Wenn Sie diese Ziele schriftlich festhalten, ist die spätere Kontrolle der Zielerreichung umso leichter.

Setzen Sie Prioritäten: Viele Menschen sind erfolgreicher, wenn sie eine Aufgabe nach der anderen ausführen und nicht versuchen, alles auf einmal zu erledigen. Um sich einer einzigen Aufgabe widmen zu können, ist es aber erforderlich, zuvor eine Liste aller Aufgaben zu erstellen und diese klar zu priorisieren.

Hüten Sie sich vor Zeitdieben: Identifizieren Sie schonungslos Ihre eigenen Zeitdiebe wie unnötige Telefonate oder Besuche, ständiges Verschieben von unangenehmen Aufgaben oder mangelhafte Kommunikation.

Die stille Stunde: Tragen Sie Zeitblöcke in Ihren Kalender ein, in denen Sie ungestört arbeiten können, und planen Sie, welche wichtige Aufgabe Sie in dieser ungestörten Zeit am besten erledigen können. Hier ist es wichtig, möglichst alle Kommunikationsmittel (Handy, E-Mail) zu blockieren und andere Ablenkungen auszuschalten.

Stand: 27. Juni 2018

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fruehling_2018
Frühling 2018
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2018-03-26
Welche steuerlichen Änderungen sind im Regierungsprogramm für Land- und Forstwirte geplant?
Im Folgenden finden Sie eine (unvollständige) Auswahl von im Regierungsprogramm 2017-2022 wesentlichen steuerlichen Vorhaben für die kommenden Monate und Jahre.

Im Folgenden finden Sie eine (unvollständige) Auswahl von im Regierungsprogramm 2017-2022 wesentlichen steuerlichen Vorhaben für Land- und Forstwirte für die kommenden Jahre. Details, Umsetzung und die Gesetzwerdung bleiben abzuwarten.

Speziell im Bereich der Land- und Forstwirtschaft soll

  • ein einfaches Modell für Leitungsentschädigungen kommen,
  • die Möglichkeit gegeben werden, die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft für Landwirte mit Buchführung, EA-Rechnung oder Teilpauschalierung auf drei Veranlagungsjahre aufzuteilen.

Vorhaben in naher Zukunft

  • Laut Gesetzesentwurf vom 5.1.2018 soll der Arbeitslosenversicherungsbeitrag für Dienstnehmer bei niedrigen Entgelten ab 1.7.2018 wie folgt reduziert werden (Basis: monatliche Beitragsgrundlage):
    0 % bis € 1.648,00 (statt wie bisher 0 bis € 1.381,00)
    1 % über € 1.648,00 bis € 1.798,00 (statt wie bisher € 1.381,00 bis € 1.506,00)
    2 % über € 1.798,00 bis € 1.948,00 (statt wie bisher € 1.506,00 bis € 1.696,00)
  • Familienbonus Plus: Ein Absetzbetrag von der Einkommensteuer in Höhe von bis zu € 1.500,00 pro Kind (bis zu einem Alter von 18 Jahren bei Anspruch auf Familienbeihilfe) und Jahr soll ab 2019 eingeführt werden. Wird für volljährige Kinder die Familienbeihilfe bezogen, so soll Anspruch auf einen Absetzbetrag in Höhe von bis zu € 500,16 pro Jahr bestehen. Der Familienbonus Plus soll einer monatsweisen Betrachtung unterliegen und insgesamt nicht negativsteuerfähig sein.

    Für Alleinverdiener und Alleinerzieher mit geringem Einkommen soll unter bestimmten Umständen jedoch ein Kindermehrbetrag von bis zu € 250,00 pro Kind erstattet werden.

    Für Kinder, die in anderen EU-/EWR-Ländern oder der Schweiz leben, sollen diese Beträge auf Basis der vom Statistischen Amt der Europäischen Union veröffentlichten vergleichenden Preisniveaus angepasst werden.

    Diese Indexierung soll auch den Alleinerzieher-, Alleinverdiener- und Unterhaltsabsetzbetrag betreffen. Für Kinder in Drittländern soll kein Familienbonus zustehen.

    Im Gegenzug sollen der Kinderfreibetrag und die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten gestrichen werden. Gesetzesentwurf in Begutachtung.
  • Ab 2019 soll die Höhe der Familienbeihilfe und des Kinderabsetzbetrages für Kinder, die sich ständig in der EU/EWR oder der Schweiz aufhalten, auf Basis der vom Statistischen Amt der Europäischen Union veröffentlichten vergleichenden Preisniveaus angepasst werden (Gesetzesentwurf).
  • Senkung des Umsatzsteuersatzes für Beherbergung und Camping von 13 % auf 10 % ab 1.11.2018.

Steuerreform und Neukodifizierung des EStG (EStG 2020)

  • Steuersenkung durch Tarifreform
  • Die UGB-Bilanz und die Steuerbilanz sollen stärker zusammengeführt und die steuerlichen Gewinnermittlungsvorschriften (insbesondere für Personengesellschaften) vereinfacht werden.
  • Im betrieblichen Bereich sollen die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten von abnutzbaren Wirtschaftsgütern an jene des Unternehmensgesetzbuches angeglichen werden.
  • Steuererklärungen für Kleinunternehmer (vor allem EA-Rechner) sollen vereinfacht werden.
  • Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen sollen vereinfacht und künftig unter dem Begriff „Abzugsfähige Privatausgaben“ zusammengeführt werden. Die bisherigen Regelungen zur Absetzbarkeit von Belastungen bei Krankheit und Behinderung sollen vereinfacht werden. Private Altersvorsorge soll gefördert werden.
  • In einem 2. Schritt soll dann geprüft werden, ob die Grenzbeträge für die Progressionsstufen auf Basis der Inflation jährlich automatisch angepasst werden sollen (Abschaffung der kalten Progression).

Weitere Vorhaben

  • Die Lohnnebenkosten sollen gesenkt werden (z. B. Dienstgeberbeitrag, Unfallversicherung) und lohnabhängige Abgaben von einer gemeinsamen Prüfbehörde geprüft werden.
  • Generell soll die Lohnverrechnung vereinfacht werden, wie z. B. die Abrechnung der Reisekosten und die Abgrenzung zwischen Dienst- und Werkverträgen.
  • Eine einheitliche Dienstgeberabgabe soll durch Zusammenführung von DB, DZ, KommSt und dem DG-Anteil zur SV geschaffen werden. Der DZ soll österreichweit vereinheitlicht werden.
  • Ziel soll auch sein, die Körperschaftsteuer zu senken.
  • Bagatellsteuern (z. B. Sektsteuer) sollen evaluiert werden.
  • Betriebsübergaben in der Familie: Der Freibetrag in der Grunderwerbsteuer soll erhöht werden.

Auf europäischer Ebene müssen folgende Vorhaben abgestimmt werden:

  • Ein generelles Reverse-Charge-System für die Abfuhr der Umsatzsteuer zwischen inländischen Unternehmen
  • Für Waren mit einem Wert von unter € 22,00, die außerhalb der EU (in Drittländern) per Internet-Bestellung gekauft und importiert werden, soll USt anfallen.
  • Das Konzept einer digitalen Betriebsstätte

Stand: 26. März 2018

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2018-03-26
Was ändert sich bei der Überlassung von Grundstücken und Langlaufloipen?
Die geänderte Rechtsansicht ist laut BMF ab 1.7.2018 anzuwenden.

Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) hat die Umsatzsteuerrichtlinien überarbeitet und dabei seine Rechtsansicht zur Überlassung von Grundstücken und Langlaufloipen geändert. Die geänderte Rechtsansicht ist laut BMF ab 1.7.2018 anzuwenden.

Werden Grundstücke zur Nutzung für Sport- und Freizeiteinrichtungen überlassen, so sind die daraus erzielten Umsätze keine Umsätze des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes, die unter die Umsatzsteuerpauschalierung des UStG fallen, außer sie sind als land- und forstwirtschaftliche Nebentätigkeit zu bewerten. Wird das Recht eingeräumt, auf einem Grundstück Wintersport auszuüben (laut VwGH Schipisten, permanente Rennstrecken, Lifttrassen zum Zwecke der Veranstaltung eines internationalen Schirennens) stellt dies grundsätzlich eine Grundstücksvermietung dar, die steuerbefreit ist, solange nicht zur Steuerpflicht optiert wurde. Dies betrifft auch die in diesem Zusammenhang vertraglich vereinbarten Dienstbarkeiten und Rechteeinräumungen, wie beispielsweise das Recht zur Durchführung von Werbung auf dem überlassenen Grundstück. Dieser Umsatz des pauschalierten Land- und Forstwirtes ist unecht steuerbefreit (wenn nicht zur Steuerpflicht optiert wurde) und es ist keine Umsatzsteuer zu entrichten, solange auch keine Umsatzsteuer auf der Rechnung ausgewiesen ist.

Bis 30.6.2018 ist die Rechtsansicht des BMF, dass bei der Überlassung von Grundstücken zur Nutzung als Schipisten und Langlaufloipen grundsätzlich Dienstbarkeiten vorliegen und die Umsätze daraus auch beim pauschalierten Landwirt der Regelbesteuerung unterliegen. Daher fällt 20 % Umsatzsteuer an, außer es kann die Kleinunternehmerregelung angewendet werden. Bei Nutzungsentgelten bis zu einem jährlichen Gesamtbetrag von € 2.000,00 pro Leistungsempfänger wurde laut UStR von einer Besteuerung Abstand genommen, wenn in der Rechnung oder Gutschrift keine Umsatzsteuer ausgewiesen war.

Stand: 26. März 2018

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2018-03-26
Tipps für die Arbeitnehmerveranlagung 2017
Hier nun einige ausgewählte Tipps zur Arbeitnehmerveranlagung 2017.

Bis Ende Februar 2018 waren die Lohnzettel 2017 und auch bestimmte Sonderausgaben bei der Finanz in elektronischer Form eingelangt. Hier nun einige ausgewählte Tipps zur Arbeitnehmerveranlagung 2017. Die Arbeitnehmerveranlagung ist bevorzugt über FinanzOnline durchzuführen. Sollten Sie keine Veranlagung für 2017 einreichen und dennoch eine Steuergutschrift bestehen, so führt die Finanz unter bestimmten Voraussetzungen eine automatische (antragslose) Arbeitnehmerveranlagung durch.

Absetzbeträge

Absetzbeträge kürzen die zu bezahlende Steuer. Alleinverdiener/Alleinerzieher können unter bestimmten Voraussetzungen in der Arbeitnehmerveranlagung einen Absetzbetrag in Höhe von € 494,00 pro Jahr bei einem Kind (€ 669,00 bei zwei Kindern, € 889,00 bei drei Kindern und für jedes weitere Kind € 220,00) geltend machen. Bei Unterhaltsleistungen kann ein Unterhaltsabsetzbetrag zustehen.

Negativsteuer

Auch für Arbeitnehmer, die keine Lohnsteuer, sondern nur Sozialversicherungsbeiträge bezahlen, kann es sinnvoll sein, eine Veranlagung durchzuführen. Arbeitnehmer können für 2017 maximal € 400,00, Pendler sogar maximal € 500,00 und Pensionisten maximal € 110,00 der SV-Beiträge rückerstattet bekommen. Auch der Alleinverdiener- bzw. der Alleinerzieherabsetzbetrag sind negativsteuerfähig.

Sonderausgaben/Werbungskosten/außergewöhnliche Belastungen

Überprüfen Sie Ihre Rechnungen aus dem Jahr 2017, ob die Ausgaben als Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden können.

Zu den Werbungskosten zählen z. B. Aus- und Fortbildungskosten und Pendlerpauschale.

Als Sonderausgaben sind beispielsweise Spenden, Steuerberatungskosten und Kirchenbeiträge (bis € 400,00 jährlich) absetzbar. Bestimmte Sonderausgaben (z. B. Spenden und der Kirchenbeitrag) werden von den empfangenden Organisationen bereits direkt an die Finanz übermittelt. Sogenannte „Topf-Sonderausgaben“ (z. B. Prämien zu Versicherungen, Aufwendungen im Zusammenhang mit Sanierungen von Wohnraum) können 2017 grundsätzlich nur mehr für Alt-Verträge (Abschluss vor 2016) abgesetzt werden.

Außergewöhnliche Belastungen sind nicht alltägliche Belastungen, die zwangsläufig entstehen. Hier ist auch oft ein einkommensabhängiger Selbstbehalt zu berücksichtigen. So können u. a. bestimmte Kinderbetreuungskosten abgesetzt werden.

Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag beträgt für 2017 unter bestimmten Voraussetzungen € 440,00 jährlich pro Kind, wenn er von einem einzigen Steuerpflichtigen für ein Kind geltend gemacht wird oder je € 300,00 jährlich pro Kind, wenn er von zwei Steuerpflichtigen für dasselbe Kind in Anspruch genommen wird.

Stand: 26. März 2018

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2018-03-26
Welche Voraussetzungen gelten für die land- und forstwirtschaftliche Vollpauschalierung?
Bei der land- und forstwirtschaftlichen Vollpauschalierung wird die Einkommensteuer im Wesentlichen auf Basis des Einheitswerts oder von flächenabhängigen Durchschnittssätzen bemessen.

Bei der land- und forstwirtschaftlichen Vollpauschalierung wird die Einkommensteuer im Wesentlichen auf Basis des Einheitswerts oder von flächenabhängigen Durchschnittssätzen bemessen. Fallen Einkünfte unter diese Vollpauschalierung, so sind Betriebseinnahmen oder Betriebsausgaben grundsätzlich ohne Bedeutung. Bestimmte Ausgaben, wie z. B. bezahlte Pachtzinsen, sind jedoch dennoch als Betriebsausgaben abzugsfähig. Außerordentliche Einnahmen sind gesondert in der Steuererklärung anzugeben und zu versteuern. Die Vollpauschalierung ist in einer eigenen Verordnung geregelt und kann nur zur Anwendung kommen, wenn keine Buchführungspflicht besteht, nicht freiwillig Bücher geführt werden oder in zwei aufeinander folgenden Jahren nicht Umsätze von jeweils mehr als € 400.000,00 erzielt werden.

Zudem sind im Wesentlichen zum 31.12. des Vorjahres folgende Voraussetzungen zu beachten:

  • Der Einheitswert des selbst bewirtschafteten land- und forstwirtschaftlichen Betriebes darf den Betrag von € 75.000,00 nicht übersteigen.
  • Die selbst bewirtschaftete reduzierte landwirtschaftliche Nutzfläche darf 60 Hektar nicht übersteigen.
  • Die Zahl der tatsächlich erzeugten oder gehaltenen Vieheinheiten darf 120 nicht nachhaltig übersteigen.

Weiters darf die große Beitragsgrundlagenoption bei der SVA der Bauern für das entsprechende Jahr nicht ausgeübt werden und ein Antrag auf Teilpauschalierung weder für das Veranlagungsjahr gestellt werden noch durfte er in den letzten vier Jahren gestellt werden (5-jährige Bindungswirkung des Antrages).

Zu den einzelnen oben genannten Bestimmungen gibt es noch weiterführende detaillierte Regelungen. Zudem sind auch für bestimmte Bereiche, wie z. B. für Gartenbau, Weinbau, Obstbau und Forst weitere Voraussetzungen erforderlich.

Stand: 26. März 2018

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2018-03-26
Auswirkung der Hauptfeststellung auf die Beiträge zur Sozialversicherung auf 1.4.2018 verschoben
Der Hauptfeststellungsbescheid hat nicht nur für die Steuern des Land- und Forstwirts, sondern auch auf die Sozialversicherungsbeiträge Auswirkungen.

Der Hauptfeststellungsbescheid hat nicht nur für die Steuern des Land- und Forstwirts, sondern auch auf die Sozialversicherungsbeiträge Auswirkungen. Im Bewertungsgesetz war ursprünglich festgelegt, dass die neuen Bescheide mit 1.1.2017 auch für die Sozialversicherung wirksam werden. Viele Bescheide wurden allerdings erst nach diesem Stichtag zugestellt und somit erst zu einem späteren Zeitpunkt, nämlich laut Gesetz zum nächsten Quartalsersten nach Bescheidzustellung, für die SV-Beiträge als Basis herangezogen.

Der Nationalrat hat nun beschlossen, den Stichtag, ab dem die Hauptfeststellungsbescheide für die Sozialversicherung wirksam werden, von 1.1.2017 auf den 1.4.2018 zu verschieben, um alle bäuerlichen Betriebe gleich zu behandeln.

Bei einer Steigerung des Einheitswerts von mehr als 10 % besteht für Betriebsführer von bestimmten Betrieben auch die Möglichkeit einer teilweisen Rückerstattung der Sozialversicherungsbeiträge. Das Gesetz sieht vor, dass dies nur dann erfolgt, falls der Bund dem Versicherungsträger entsprechende Bundesmittel zur Verfügung stellt. Unter anderem sind land- und forstwirtschaftliche Betriebe mit einem SV-rechtlichen Gesamteinheitswert am 1.4.2018 bis € 4.400,00 und von über € 60.000,00 ausgeschlossen. Die Gutschrift ist einerseits vom Ausmaß der Steigerung und andererseits von der Anzahl der Betriebe abhängig, die davon profitieren. Für die Jahre 2016 bis 2018 wird diese Berechnung erstmals für das 4. Quartal 2018 durchgeführt.

Stand: 26. März 2018

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2018-03-26
Wie werden Ihre Website-Besucher zu Kunden?
Damit die Besucher Ihrer Website auch zu Kunden werden, ist es wichtig, Folgendes zu beachten.

Damit die Besucher Ihrer Website auch zu Kunden werden, ist es wichtig, Folgendes zu beachten:

Design/Logo/Content

Wichtig sind ein ansprechendes Logo sowie eine schöne und benutzerfreundliche Website (kurze Ladezeiten, funktionierende Links). Selbstverständlich ist, dass die Informationen immer am neuesten Stand sind. Der Inhalt sollte für Ihre Besucher wertvoll sein.

Wie kann sie der Kunde kontaktieren?

Der Website-Besucher wird nur mit Ihnen in Kontakt treten, wenn Sie ihm die Kontaktaufnahme möglichst auf der Startseite anbieten. Dies erreichen Sie durch ein Kontaktformular, einen Rückrufservice und gut sichtbare Kontaktdaten (Telefonnummer, E-Mail-Adresse), Ihrem Standort (Karte) verbunden mit den Öffnungszeiten.

Kann Ihre Website auf einem mobilen Gerät gelesen werden?

Ihre Website sollte auch am Smartphone gut lesbar und Ihre Kontaktdaten auch in dieser Version leicht zu finden sein.

Nutzen Sie soziale Medien?

Durch soziale Medien, wie Twitter oder Facebook, können sich die Besucher näher über Ihre Produkte und das Unternehmen informieren. Zeigen Sie Produkte in Form von Videos und posten Sie positives Kundenfeedback.

Stand: 26. März 2018

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Winter 2017
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2017-12-27
Welche Gesetzesänderungen brachte die Vorwahlzeit?
Am 12.10.2017, wenige Tage vor der Wahl des Nationalrates, verteilte die Politik Wahlgeschenke in Form von Nationalratsbeschlüssen.

Am 12.10.2017, wenige Tage vor der Wahl des Nationalrates, verteilte die Politik Wahlgeschenke in Form von Nationalratsbeschlüssen. Hier eine Auswahl aus den Bereichen Steuern, Sozialversicherung und Arbeitsrecht:

Abschaffung der Mietvertragsgebühr für Wohnungen

Für die Vermietung von Wohnräumen muss künftig keine Mietvertragsgebühr mehr entrichtet werden. Diese Änderung betrifft Mietverträge über Wohnräume, die ab dem 11.11.2017 abgeschlossen wurden. Die Vergebührung von Mietverträgen über Geschäftsräume und von Pachtverträgen, wie beispielsweise jene betreffend die Verpachtung von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken, bleibt aber weiterhin erforderlich.

Angleichung der Rechte von Arbeitern an jene der Angestellten

Hier wurden einige Änderungen beschlossen. Die wichtigsten sind:

Mit 1.1.2018 entfällt die Mindestbeschäftigung für die Anwendung der Kündigungsregelungen des Angestelltengesetzes. Es gelten daher die gleichen Kündigungsregelungen für alle Angestellten – unabhängig vom Ausmaß ihrer Beschäftigung.

Die Systematik für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall oder nach einem Unfall wurde für Arbeiter, Lehrlinge und Angestellte angeglichen und verbessert. Diese Änderungen gelten grundsätzlich ab 1.7.2018.

Die sechswöchige Kündigungsfrist der Angestellten wird auch für Arbeiter gelten.

Das Dienstverhältnis soll grundsätzlich nur mit Ablauf jedes Kalendervierteljahres aufgelöst werden können. Ähnlich wie bei den Angestellten steigt die Kündigungsfrist mit den Dienstjahren an.

Nach dem vollendeten 25. Dienstjahr beträgt die Kündigungsfrist fünf Monate. Diese Regelungen werden ab dem Jahr 2021 in Kraft treten.

Für Branchen, in denen Saisonbetriebe überwiegen (z. B. Baubranche, Tourismus), können abweichende Regelungen durch den Kollektivvertrag festgelegt werden.

Entfall der Auflösungsabgabe ab 2020

Die Auflösungsabgabe, die Arbeitgeber unter bestimmten Umständen bei Kündigung eines Mitarbeiters zu bezahlen haben, entfällt ab 2020.

Internatskosten für Lehrlinge

Ab 1.1.2018 werden die Internatskosten für Lehrlinge vom Arbeitgeber bezahlt und diesem wiederum vom Insolvenzentgeltfonds refundiert.

Stand: 27. Dezember 2017

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2017-12-27
Wie können gesetzliche Unterhaltsleistungen steuerlich abgesetzt werden?
Ein Unterhaltsabsetzbetrag kann zur steuerlichen Entlastung geltend gemacht werden.

Unterhaltsabsetzbetrag

Ein Unterhaltsabsetzbetrag kann zur steuerlichen Entlastung geltend gemacht werden, wenn der gesetzliche Unterhalt geleistet wird und

  • das Kind sich in einem Mitgliedstaat der EU, in einem EWR-Staat oder in der Schweiz aufhält,
  • das Kind nicht dem Haushalt des Steuerpflichtigen angehört und
  • für das Kind keine Familienbeihilfe bezogen wird.

Der Unterhaltsabsetzbetrag beträgt:

für das 1. Kind € 29,20 p. m.
für das 2. Kind € 43,80 p. m.
für jedes weitere Kind € 58,40 p. m.

Wenn keine vertragliche, gerichtliche oder behördliche Festsetzung der Unterhaltsleistung erfolgt ist, wird der Unterhaltsabsetzbetrag nur dann zuerkannt, wenn

  • der vereinbarten Unterhaltsverpflichtung in vollem Ausmaß nachgekommen wurde und
  • die Regelbedarfssätze nicht unterschritten wurden.

Regelbedarfsätze 2018

Die Regelbedarfsätze werden jedes Jahr neu festgelegt. Für 2018 gelten für steuerliche Zwecke folgende Sätze:

Altersgruppe 2018
0 – 3 Jahre € 204,00
3 – 6 Jahre € 262,00
6 – 10 Jahre € 337,00
10 – 15 Jahre € 385,00
15 – 19 Jahre € 454,00
19 – 28 Jahre € 569,00

Wenn kein Kinderabsetzbetrag und kein Unterhaltsabsetzbetrag zusteht, können Unterhaltsleistungen zum Teil als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.

Stand: 27. Dezember 2017

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2017-12-27
Wie werden Einkünfte aus Bienenzucht (Imkerei) besteuert?
Bienenzucht ist laut Gesetz den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft zuzuordnen.

Bienenzucht ist laut Gesetz den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft zuzuordnen. Auch die Verwendung fremder Futtermittel (Zucker) verhindert diese Zuordnung nicht.

Vollpauschalierte Landwirte

Für vollpauschalierte Landwirte werden die Einkünfte aus Bienenzucht mit 42 % des Einheitswertes für die Bienenzucht berechnet. Ein eigener Einheitswert wird allerdings laut Einkommensteuerrichtlinien erst ab 50 Bienenvölkern angesetzt. Imkerei mit wenigen Bienenvölkern bleibt bei Vollpauschalierung also außer Ansatz.

Die Herstellung der Urprodukte wie Honig, Cremehonig, Blütenpollen, Propolis, Gelee royal, Bienenwachs, Bienengift und Met unterliegt der Pauschalierung.

Die Einkünfte aus be- und/oder verarbeiteten Produkten wie Propolistinktur, -tropfen und -creme, Bienenwachskerzen und -figuren, Honigzuckerl, Honig gemischt mit anderen Produkten, Honiglikör, Honigbier und die Verarbeitung von Rohwachs zu Mittelwänden sind eigens aufzuzeichnen (Regelungen zu Einzelaufzeichnungspflicht, Belegerteilungspflicht und Registrierkassenpflicht beachten) und steuerlich gesondert anzusetzen.

Teilpauschalierte Landwirte

Bei teilpauschalierten Landwirten sind die Einnahmen aus der Imkerei jedenfalls aufzuzeichnen und davon 70 % pauschale Betriebsausgaben in Abzug zu bringen. Dies gilt unabhängig von der Anzahl der Bienenvölker. Der Gewinn aus be- und verarbeiteten Erzeugnissen ist auch bei teilpauschalierten Betrieben gesondert aufzuzeichnen und steuerlich anzusetzen.

Liebhaberei

Zu beachten ist auch, dass die Imkerei in Gewinnerzielungsabsicht betrieben werden muss, sonst liegt Liebhaberei vor. Dies ist oft bei nebenberuflich betriebenen Imkereien der Fall.

Stand: 27. Dezember 2017

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2017-12-27
Was bedeutet „Handelsübliche Bezeichnung“ für den Registrierkassenbeleg?
Ein Beleg einer Registrierkasse hat laut Bundesabgabenordnung bestimmte Mindestangaben zu enthalten.

Ein Beleg einer Registrierkasse hat laut Bundesabgabenordnung bestimmte Mindestangaben zu enthalten.

Darunter findet sich auch die handelsübliche Bezeichnung für die gelieferte Ware oder für die erbrachte Dienstleistung.

Als „handelsüblich“ versteht der Erlass des BMF zur Registrierkassenpflicht eine Bezeichnung, die für die gelieferten Waren allgemein im Geschäftsleben verwendet wird.

Wichtig ist, dass der Begriff der „handelsüblichen Bezeichnung“ für die Registrierkasse nicht so eng auszulegen ist, wie es das Umsatzsteuergesetz für eine Rechnung, die zum Vorsteuerabzug berechtigt, verlangt. Unter einer „handelsüblichen Bezeichnung“ ist nach Meinung des BMF daher hier der Maßstab des allgemeinen Sprachgebrauchs anzuwenden. Hintergrund ist, dass mit der Registrierkasse eher Umsätze an Letztverbraucher im Vordergrund stehen und der Unternehmer im laufenden Betrieb nicht unzumutbar belastet werden soll.

Beispiele im Erlass des BMF für gültige Bezeichnungen sind:

Branche Zulässige Warenbezeichnung für Rechnung laut USt Zulässige Warenbezeichnung für Beleg der Registrierkasse laut BAO Keine zulässige Warenbezeichnung für Beleg der Registrierkasse laut BAO
Blumengeschäft Rosen, Tulpen, Nelken Schnittblumen, Blumenstrauß, Gesteck, Topfblumen, Gehölze Blumen
Obst-/Gemüsegeschäft Golden Delicious Äpfel, Williams Christbirne, Eisbergsalat Äpfel, Birnen, Salat Obst, Gemüse
Bäcker Handsemmel, Grahamweckerl, Vollkornbrot Semmel oder Kleingebäck, Brot Backwaren
Fleischerei/Bauernmarkt Salami, Beiried vom Rind Wurst, Rindfleisch Fleischwaren

Stand: 27. Dezember 2017

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2017-12-27
Welche Steuern fallen bei Veräußerung eines Anteils an einer Agrargemeinschaft an?
Ist eine Agrargemeinschaft körperschaftlich organisiert, so unterliegen Geld- und Sachausschüttungen in der Regel dem Kapitalertragsteuerabzug und sind beim Empfänger endbesteuert.

Ist eine Agrargemeinschaft körperschaftlich organisiert, so unterliegen Geld- und Sachausschüttungen in der Regel dem Kapitalertragsteuerabzug und sind beim Empfänger endbesteuert.

Wird ein Anteilsrecht an einer körperschaftlich organisierten Agrargemeinschaft allerdings veräußert, so ist die realisierte Wertsteigerung nicht endbesteuert und auch für pauschalierte Land- und Forstwirte nicht abpauschaliert.

Für diesen außerordentlichen Geschäftsvorfall kommt der besondere Steuersatz in Höhe von 27,5 % zur Anwendung. Alternativ dazu kann zur sogenannten Regelbesteuerungsoption optiert werden.

In diesem Fall werden diese Einkünfte gemeinsam mit allen anderen Einkünften der Tarifbesteuerung unterzogen. Dies kann insbesondere dann vorteilhaft sein, wenn im relevanten Veranlagungsjahr sonst nur wenige oder keine anderen Einkünfte vorliegen.

Stand: 27. Dezember 2017

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2017-12-27
Sozialversicherungswerte für 2018
Viele veränderliche Werte werden in der Sozialversicherung mit der aktuell gültigen Aufwertungszahl neu errechnet.

Viele veränderliche Werte werden in der Sozialversicherung mit der aktuell gültigen Aufwertungszahl neu errechnet. Diese beträgt für das Jahr 2018: 1,029. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl der neuen Werte.

Rezeptgebühr: € 6,00

ASVG

Das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz (ASVG) regelt grundsätzlich die Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung aller unselbständig beschäftigten Personen in Österreich.

Geringfügigkeitsgrenze  
monatlich € 438,05
Grenzwert für pauschalierte Dienstgeberabgabe € 657,08
Höchstbeitragsgrundlage  
täglich € 171,00
monatlich € 5.130,00
jährlich für Sonderzahlungen € 10.260,00
Höchstbeitragsgrundlage für freie Dienstnehmer ohne Sonderzahlungen € 5.985,00
für freie Dienstnehmer ohne Sonderzahlungen € 128,00

BSVG

Das Bauern-Sozialversicherungsgesetz (BSVG) regelt grundsätzlich die Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung von in der Land- und Forstwirtschaft selbständig Erwerbstätigen und ihrer mittätigen Angehörigen sowie die Krankenversicherung der Bezieher einer Pension nach dem BSVG.

Höchstbeitragsgrundlage pro Monat  
für Betriebsführer und hauptberuflich beschäftigte Ehepartner € 5.985,00
für hauptberuflich beschäftigte Kinder € 1.995,00
für hauptberuflich beschäftigte Eltern € 2.992,00

Auch die monatlichen Mindestbeitragsgrundlagen für die Kranken-, Pensions- und Unfallversicherung bei Bemessung über den Einheitswert oder nach dem Beitragsrundlagen-Optionsmodell wurden für 2018 angepasst.

Stand: 27. Dezember 2017

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2017-12-27
Rechnet sich meine Investition?
Durch teure Investitionen sind hohe finanzielle Mittel meist längerfristig gebunden.

Durch teure Investitionen sind hohe finanzielle Mittel meist längerfristig gebunden. Wenn es zu Umsatzeinbrüchen kommt, können unter Umständen Liquiditätsengpässe entstehen. Aber wie kann man im Vorhinein abschätzen, ob sich eine Investition lohnen wird?

Investitionsrechnung

Die Investitionsrechnung stellt eine rationale Entscheidungshilfe dar. Durch das Sammeln der Daten, die für die Berechnung nötig sind, muss man sich ausführlich mit den verschiedenen Entscheidungsszenarien befassen. Daher können allein schon die Beschaffung der Informationen und das Durcharbeiten die Sicherheit erhöhen, dass die richtige Entscheidung getroffen wurde.

Bei den Investitionsrechnungen wird in statische und dynamische Methoden unterschieden.

Zu den statischen gehören

  • die Kostenvergleichsrechnung,
  • die Gewinnvergleichsrechnung,
  • die Rentabilitätsvergleichsrechnung und
  • die statische Amortisationsrechnung.

Bei den statischen Rechnungen wird immer nur eine Periode zur Berechnung herangezogen, daher ist die Aussagekraft der Methode eher kritisch. Andererseits sind die Informationen einfacher zu beschaffen.

Die dynamischen Investitionsrechnungen rechnen mit ein, dass die Einzahlungen und Auszahlungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten anfallen und beziehen sich auf den gesamten Nutzungszeitraum. Die Beschaffung der Daten ist zwar schwieriger, die Ergebnisse sind aber aussagekräftiger. Zu den dynamischen Methoden gehören

  • die Kapitalwertmethode,
  • die interne Zinsfußmethode und
  • die Annuitätenmethode.

Stand: 27. Dezember 2017

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herbst_2017
Herbst 2017
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2017-09-26
Land- und forstwirtschaftliche Nebentätigkeit: Welche Sozialversicherung ist zuständig?
Ist land- und forstwirtschaftliche Nebentätigkeit laut Punkt 6 und 7 der Anlage 2 zum BSVG als selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit einzustufen?

Ist land- und forstwirtschaftliche Nebentätigkeit laut Punkt 6 und 7 der Anlage 2 zum BSVG, wie z. B. Hagelschätzer, Biokontrollor oder Fleischklassifizierer als selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit einzustufen? Das Sozialversicherungszuordnungsgesetz soll hier mehr Rechtssicherheit durch ein Verfahren zur Klärung der Versicherungszuordnung (GSVG, BSVG oder ASVG) bringen.

Die Einleitung des Verfahrens erfolgt

  • aufgrund einer amtswegigen Sachverhaltsfeststellung,
  • aufgrund der Anmeldung zur Pflichtversicherung bei bestimmten selbständigen Erwerbstätigkeiten oder
  • auf Antrag der versicherten Person oder ihres Auftraggebers.

Versicherungszuordnung durch amtswegige Feststellung

Erscheint im Rahmen einer (GPLA-)Prüfung eine Versicherungszuordnung einer nach dem GSVG oder nach dem BSVG versicherten Person fraglich (rückwirkende Feststellung der Pflichtversicherung), so hat der Krankenversicherungsträger nach dem ASVG bzw. das Finanzamt die SVA bzw. die SVB zu informieren.

Die Ermittlungen sind dann vom KV-Träger sowie der SVA oder der SVB im jeweiligen Wirkungsbereich durchzuführen.

Ergibt die Prüfung übereinstimmend, dass eine selbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, bleibt es bei der Pflichtversicherung nach dem GSVG bzw. BSVG. Wenn es zu keiner einvernehmlichen Feststellung kommt, hat der KV-Träger (GKK) eine Pflichtversicherung nach dem ASVG mit Bescheid festzustellen.

Die Behörden sind an diese Beurteilung gebunden (wenn keine einvernehmliche Feststellung erst ab Rechtskraft des Bescheides). Eine Neuzuordnung in einem späteren Prüfungsverfahren ist somit nur dann möglich, wenn sich der maßgebliche Sachverhalt geändert hat.

Versicherungszuordnung aufgrund Anmeldung zur Pflichtversicherung (Vorabprüfung)

Auch bei der Anmeldung zur Pflichtversicherung für bestimmte freie Gewerbe, für neue Selbständige oder für Ausübende bestimmter bäuerlicher Nebentätigkeiten gilt die gemeinsame Vorgangsweise, um zu ermitteln, ob eine Pflichtversicherung nach dem ASVG, GSVG bzw. BSVG besteht.

Versicherungszuordnung auf Antrag

Liegt bereits eine Versicherungszuordnung zum GSVG bzw. BSVG vor, kann von der versicherten Person oder dem Auftraggeber ein Antrag auf Überprüfung dieser Zuordnung gestellt werden. Auch an das Ergebnis dieser Feststellung sind der Krankenversicherungsträger nach dem ASVG, die SVA bzw. SVB und das Finanzamt gebunden.

Beiträge bei rückwirkender Neuzuordnung

Erfolgt eine rückwirkende Neuzuordnung, so sind alle in der Vergangenheit an die SVA und SVB entrichteten Beiträge, die auf die dem ASVG zuzuordnende Tätigkeit entfallen, an den zuständigen Krankenversicherungsträger zu überweisen und auf die Beitragsschuld anzurechnen. Im Bereich des BSVG gelten dazu Sonderregelungen.

Stand: 26. September 2017

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2017-09-26
Wie kann ich den Beschäftigungsbonus nutzen?
Seit 1. Juli 2017 werden Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Österreich für jeden zusätzlich in Österreich geschaffenen Arbeitsplatz in den nächsten drei Jahren 50 % der Lohnnebenkosten rückerstattet.

Seit 1. Juli 2017 werden Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Österreich für jeden zusätzlich in Österreich geschaffenen Arbeitsplatz (Vollzeitäquivalente) in den nächsten drei Jahren 50 % der Lohnnebenkosten (Dienstgeberbeiträge) rückerstattet. Im Folgenden werden die Eckpunkte dieser Förderung dargestellt.

Förderbar sind nur Beschäftigungsverhältnisse, wenn sie zur Sozialversicherung angemeldet werden und Folgendes zutrifft:

  • vollversicherungspflichtig
  • war in den letzten sechs Monaten nicht im Unternehmen beschäftigt
  • ununterbrochenes Bestehen für zumindest vier Monate
  • unterliegen der Kommunalsteuerpflicht (mit Ausnahmen) sowie dem Arbeits- und Sozialrecht
  • es besteht keine weitere Förderung im Rahmen eines Zuschussprogramms
  • mit förderfähigen Personen besetzt

Förderungsfähige Personen (ein Kriterium muss erfüllt werden)

  • waren beim AMS in den letzten drei Monaten zumindest einen Tag arbeitslos gemeldet (oder befanden sich in Schulung). Auch ein geeigneter Aufenthaltstitel ist nachzuweisen;
  • haben an einer gesetzlich geregelten Ausbildung teilgenommen,
  • sind Jobwechsler (waren bereits in Österreich beschäftigt)
  • sind Lehrlinge bei Übernahme als Fachkraft (nicht bei Beginn der Lehre)

Zusätzliches Arbeitsverhältnis

Zur Feststellung, ob ein förderbares zusätzliches Arbeitsverhältnis vorliegt, wird der Beschäftigungsstand zu fünf festgelegten Stichtagen herangezogen:

  • am Tag vor Entstehung des ersten förderungsfähigen Arbeitsverhältnisses und
  • am jeweiligen Ende der vier Vorquartale.

Dabei wird der Höchstwert an bestehenden Arbeitsverhältnissen an einem dieser Stichtage als Referenzwert festgelegt und vertraglich fixiert.

Der Beschäftigungsstand umfasst keine Lehrlinge und geringfügig Beschäftigte und ist in Personenanzahl anzugeben. Nur Arbeitsverhältnisse, die diesen Referenzwert erhöhen, werden berücksichtigt. Der Zuwachs muss zumindest ein Vollzeitäquivalent (= 38,5 Stunden Wochenarbeitszeit) – egal ob durch Voll- oder Teilzeitkräfte – betragen.

Wie hoch ist der Zuschuss?

Der Zuschuss beläuft sich auf 50 % der förderungsfähigen Kosten und ist von der Einkommensteuer befreit.

Die förderungsfähigen Lohnnebenkosten umfassen folgende Dienstgeberbeiträge: Kranken-, Unfall-, Pensions- und Arbeitslosenversicherungsbeitrag, IESG-Zuschlag, Wohnbauförderungsbeitrag, Beitrag zur Mitarbeitervorsorgekasse, DB, DZ, Kommunalsteuer.

Antrag und Abwicklung

Die Abwicklung erfolgt über die Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws). Der vollständige Antrag muss bis spätestens 30 Kalendertage nach Beginn der Pflichtversicherung über den aws-Fördermanager (https://foerdermanager.aws.at) erfolgen, sobald das Mindestbeschäftigungsausmaß von 38,5 Wochenstunden erstmals erreicht ist.

Die Förderung wird einmal jährlich im Nachhinein ausbezahlt werden. Die Fördermaßnahme endet, sobald der Rahmen von € 2 Mrd. ausgeschöpft ist.

Alle Details und die veröffentlichte Richtlinie finden Sie unter: www.beschaeftigungsbonus.at

Stand: 26. März 2018

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2017-09-26
Alkoholsteuer bei der abfindungsweisen Branntweinherstellung
Aus selbstgewonnenen alkoholbindenden Stoffen kann der Landwirt zur Zeit unter bestimmten Voraussetzungen steuerbegünstigt Alkohol unter Abfindung erzeugen, wenn er ein zugelassenes einfaches Brenngerät verwendet.

Aus selbstgewonnenen alkoholbindenden Stoffen, wie z. B. Stein- und Kernobst kann der Landwirt zur Zeit unter bestimmten Voraussetzungen steuerbegünstigt Alkohol unter Abfindung erzeugen, wenn er ein zugelassenes einfaches Brenngerät verwendet. Abfindungsweise bedeutet, dass das BMF mittels Verordnung pauschale Durchschnittssätze für die Alkoholmenge und die Brenndauer festgelegt hat. Im Folgenden sind die Eckpunkte dieser Regelung dargestellt.

Der Alkohol darf nur an folgende Personen verkauft werden:

  • Letztverbraucher durch Ausschank oder in Kleingebinden mit deutlich sichtbarem Vermerk, dass die Herstellung unter Abfindung erfolgte
  • Gast- und Schankgewerbetreibende in Kleingebinden zur Weiterveräußerung durch Ausschank im Gast- und Schankbetrieb
  • Inhaber eines Alkohollagers

Unter Abfindung hergestellter Alkohol darf nicht exportiert werden.

Steuersatz

Pro Jahr können 100 Liter 100%iger Alkohol (lA) zu einem Steuersatz von € 6,14 je Liter und darüber hinaus weitere 100 Liter Alkohol zum Steuersatz von € 10,80 je Liter hergestellt werden.

Abfindungsanmeldung und Überwachungsbuch

Die Anmeldung hat grundsätzlich elektronisch zu erfolgen. Zudem sind unterschiedliche Daten des Brennvorgangs in einem Überwachungsbuch unverzüglich aufzuzeichnen.

Hausbedarf

Jährlich kann der Land- und Forstwirt 15 lA Alkohol unter Abfindung steuerfrei als Hausbedarfsmenge brennen. Dazu kommen 3 lA für jeden großjährigen Haushaltsangehörigen, maximal jedoch 27 IA. In Tirol und Vorarlberg sind 6 IA je großjährigen Haushaltsangehörigen und maximal 51 IA erlaubt.

Die notwendigen Eigenschaften eines Landwirtes und der Begriff Haushaltsangehöriger sind dabei genau definiert.

Ausblick

Ob diese begünstigende Pauschalregelung in Hinkunft anwendbar bleibt, ist fraglich, da EU-Behörden hier einen Widerspruch mit der Alkoholsteuerrichtlinie der EU sehen.

Stand: 26. September 2017

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2017-09-26
Registrierkasse: Wie funktioniert der laufende Betrieb?
Nach der korrekten Inbetriebnahme der Registrierkasse ist der Auftakt für den laufenden Betrieb der Startbeleg.

Laufende Erfassung der Barumsätze

Nach der korrekten Inbetriebnahme der Registrierkasse ist der Auftakt für den laufenden Betrieb der Startbeleg. Dieser ist in der Registrierkasse zu erfassen, mithilfe der BMF-Belegcheck-App zu prüfen und aufzubewahren.

Jeder Barumsatz muss grundsätzlich in der Registrierkasse erfasst werden und ist entsprechend der gesetzlichen Vorschriften mit einem maschinenlesbaren Code zu versehen, im Datenerfassungsprotokoll zu speichern und als Beleg auszudrucken oder elektronisch zu übermitteln.

Kontrollbelege

Zum Ende jeden Monats ist ein Monatsbeleg zu erstellen (signierter Kontrollbeleg mit Betrag Null).

Für den zwingenden Jahresabschluss kann der Monatsbeleg für Dezember verwendet werden. Er muss nur zusätzlich als Jahresbeleg ausgedruckt und aufbewahrt werden. Der Jahresbeleg ist mit der Belegcheck-App des Finanzministeriums zu prüfen.

Vierteljährlich, zum Quartalsende, ist das Datenerfassungsprotokoll extern unveränderbar zu speichern und laut Bundesabgabenordnung mindestens sieben Jahre aufzubewahren.

Planmäßige Außerbetriebnahme

Wird eine Registrierkasse außer Betrieb genommen, so ist ein signierter Schlussbeleg zu erstellen, auszudrucken und aufzubewahren. Auch das Datenerfassungsprotokoll muss gesichert und aufbewahrt werden.

Was tun bei einem Ausfall?

Fällt die Registrierkasse aus, ist auf eine funktionierende Kasse auszuweichen oder – wenn das nicht möglich ist – die Ausstellung der Belege samt Zweitschrift händisch vorzunehmen. Die händischen Zweitschriften sind nach der Reparatur nachzuerfassen und aufzubewahren, und zwar mindestens sieben Jahre.

Fällt nur die Sicherheitseinheit aus, ist für die zwischenzeitigen Barumsätze anstatt des Signatur- oder Siegelwertes die Zeichenkette „Sicherheitseinrichtung ausgefallen“ zu verwenden und ein entsprechender Vermerk am Beleg anzubringen. Nach Behebung des Ausfalls ist ein signierter Sammelbeleg zu erstellen und im Datenerfassungsprotokoll zu speichern.

Ein Ausfall der Registrierkasse oder der Sicherheitseinheit für mehr als 48 Stunden muss unverzüglich über FinanzOnline gemeldet werden.

Ebenso ist das Ende des Ausfalls bekannt zu geben. Stellt sich heraus, dass eine Inbetriebnahme überhaupt nicht mehr möglich ist, ist die Außerbetriebnahme zu melden.

Stand: 26. September 2017

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2017-09-26
Geringfügigkeitsgrenze neu
Grundsätzlich begründet ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis nur die Teilversicherung in der Unfallversicherung und nicht die Vollversicherung.

Grundsätzlich begründet ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis nur die Teilversicherung in der Unfallversicherung und nicht die Vollversicherung (Krankenversicherung, Pensionsversicherung, Unfallversicherung). Der Arbeitgeber hat den geringfügig Beschäftigten jedoch beim Krankenversicherungsträger jedenfalls anzumelden. Arbeitsrechtlich haben geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer grundsätzlich auch Anspruch auf beispielsweise Urlaub, Pflegefreistellung und Abfertigung. Die Regelungen des anzuwendenden Kollektivvertrages sind jedenfalls zu beachten.

Seit 1.1.2017 gibt es keine tägliche Geringfügigkeitsgrenze mehr.

Ein Beschäftigungsverhältnis gilt grundsätzlich als geringfügig, wenn daraus im Kalendermonat kein höheres Entgelt als € 425,70 (Wert für 2017) gebührt.

Kein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis liegt unter anderem vor, wenn das im Kalendermonat gebührende Entgelt die Geringfügigkeitsgrenze nur deshalb nicht übersteigt, weil die für mindestens einen Monat oder auf unbestimmte Zeit vereinbarte Beschäftigung im Laufe des betreffenden Kalendermonats begonnen oder geendet hat oder unterbrochen wurde.

Beispiel: Es wird ein befristetes Dienstverhältnis vom 24.7. – 5.8. vereinbart. Entgelt Juli € 400,00; Entgelt August € 200,00.

Lösung: Die Befristung ist für kürzer als ein Monat vereinbart, das Entgelt liegt je Kalendermonat unter der Geringfügigkeitsgrenze --> es liegt daher ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis vor, Teilversicherung (nur Unfallversicherung).

Durch diese Neuregelung kann eine Vielzahl von Konstellationen entstehen und es sind einige Sonderregelungen zu beachten (wie z. B. bei fallweise Beschäftigten oder wenn befristete Dienstverhältnisse vorzeitig beendet werden). Es empfiehlt sich daher, jedenfalls vor Einstellung eines Mitarbeiters die individuelle Situation konkret abzuklären!

Stand: 26. September 2017

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sommer_2017
Sommer 2017
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2017-06-27
Gilt bei bäuerlicher Nachbarschaftshilfe und Privatzimmervermietung Registrierkassenpflicht?
Bäuerliche Nachbarschaftshilfe, wie z. B. Mähdreschen, fällt nicht unter die Vollpauschalierung.

Im Falle der meist vorliegenden Vollpauschalierung bei Land- und Forstwirten (Umsätze übersteigen nicht € 400.000,00 und keine Optierung in der Umsatzsteuer auf Regelbesteuerung) besteht grundsätzlich keine Einzelaufzeichnungs-, Belegerteilungs- und Registrierkassenpflicht, sofern die Umsätze von der Vollpauschalierung umfasst sind.

Soweit der Gewinn aber in Abhängigkeit von den tatsächlichen Betriebseinnahmen zu ermitteln ist, gilt grundsätzlich Registrierkassenpflicht ab einem Jahresumsatz von € 15.000,00 je Betrieb, wenn zudem die Barumsätze dieses Betriebes € 7.500,00 überschreiten. Für diese Leistungen besteht Einzelaufzeichnungs- und Belegerteilungspflicht ab dem ersten Euro Barumsatz. Für die Berechnung der 15.000-Euro-Grenze für den gesamten Betrieb ist dabei eine Schätzung der vollpauschalierten Umsätze mit dem 1,5-Fachen des Einheitswertes zulässig. Laut Erlass des BMF sind für die Berechnung der Barumsatzgrenze von € 7.500,00 die nicht belegerteilungspflichtigen Barumsätze aus der Vollpauschalierung nicht zu berücksichtigen.

Bäuerliche Nachbarschaftshilfe, wie z. B. Mähdreschen, fällt nicht unter die Vollpauschalierung. Da sie als nicht vollpauschalierter Nebenerwerb eingestuft wird, unterliegt sie daher der Registrierkassenpflicht, wenn bei einem Jahresumsatz von über € 15.000,00 die Barumsätze des Betriebes € 7.500,00 übersteigen.

Ähnlich verhält es sich mit der privaten Zimmervermietung durch Land- und Forstwirte. Auch die Zimmervermietung mit Frühstück bis zehn Betten stellt Nebenerwerb dar, wobei die Betriebsausgaben mit 50 % der entsprechenden Betriebseinnahmen angesetzt werden können. Dies hat, sofern die Barumsätze dieses Betriebes € 7.500,00 im Jahr überschreiten, ebenfalls die Registrierkassenpflicht zur Folge.

Anderes gilt hingegen bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung (z. B. kurzfristige Apartmentvermietung ohne Nebenleistungen, maximal fünf Apartments). Hier besteht nur Einzelaufzeichnungs- und Belegerteilungspflicht, aber keine Registrierkassenpflicht.

Stand: 27. Juni 2017

e135763
2017-06-27
Was ist bei elektronischen Rechnungen zu beachten?
Als Rechnung im Sinne des Umsatzsteuergesetzes (UStG) gelten auch auf elektronischem Weg übermittelte Rechnungen, also solche, die in einem elektronischen Format ausgestellt und empfangen werden.

Als Rechnung im Sinne des Umsatzsteuergesetzes (UStG) gelten auch auf elektronischem Weg übermittelte Rechnungen, also solche, die in einem elektronischen Format ausgestellt und empfangen werden.

Die elektronische Übermittlung ist möglich als:

  • E-Mail, E-Mail-Anhang oder Webdownload
  • elektronisches Format wie .txt, .doc, .pdf, .rtf
  • strukturiertes Dateiformat wie .xml
  • eingescannte Papierrechnung
  • Faxrechnung

Erfordernisse elektronischer Rechnungen

Neben den allgemeinen Rechnungsmerkmalen ist, damit die elektronische Rechnung als ordnungsgemäß gilt und der Vorsteuerabzug gewahrt bleibt, Folgendes erforderlich:

  1. Zustimmung des Rechnungsempfängers zur elektronischen Rechnung (stillschweigende Billigung ausreichend),
  2. Gewährleistung der Echtheit der Herkunft, der Unversehrtheit des Inhalts sowie der Lesbarkeit der Rechnung von Ausstellung bis Ende der Aufbewahrungsdauer. Leistungserbringer und Leistungsempfänger müssen dies für ihren Verfügungsbereich unabhängig voneinander gewährleisten. Dabei kann jeder Unternehmer selbst bestimmen, wie er dies macht.

Jedenfalls gewährleistet ist die Echtheit der Herkunft und Unversehrtheit des Inhalts durch:

  • innerbetriebliches Steuerungsverfahren (Kontrollverfahren), durch das ein sicherer Prüfpfad zwischen Rechnung und Leistung gewährleistet wird,
  • qualifizierte elektronische Signatur oder ein qualifiziertes elektronisches Siegel auf der Rechnung,
  • Übermittlung der Rechnung im elektronischen Datenaustausch (EDI) und
  • Rechnungsübermittlung an den Bund via Unternehmerserviceportal (USP) oder über PEPPOL.

Hinweis: Versenden Sie eine eingescannte Papierrechnung, so darf diese nur ausgefolgt werden, wenn darauf vermerkt ist, dass sie bereits elektronisch übermittelt wurde. Alle Duplikate sind als solche zu kennzeichnen, sonst wird die Umsatzsteuer mehrfach geschuldet!

Stand: 27. Juni 2017

e135764
2017-06-27
Steuern bei verpachteter Eigenjagd
Grundsätzlich zählen zu den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft auch Einkünfte aus Jagd.

Grundsätzlich zählen zu den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft auch Einkünfte aus Jagd, wenn sie mit dem Betrieb der Land- oder Forstwirtschaft im Zusammenhang stehen (z. B. Eigenjagd). Einkünfte aus einer gepachteten Jagd, wenn keine Verbindung mit Besitz oder Pacht einer Land- und Forstwirtschaft gegeben ist, sind jedoch nicht Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft.

Wird nun die Eigenjagd eines Land- und Forstwirtes verpachtet, so sind die Pachtzinsen aus Sicht der Einkommensteuer den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft zuzuordnen und auch bei pauschalierter Einkommensermittlung gesondert anzusetzen.

In der Umsatzsteuer gilt, dass Umsätze aus einer Jagd (Wildabschüsse, Wildbret etc.) dem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb zuzurechnen sind, wenn die Jagd auf land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen des Betriebes oder im Zusammenhang mit diesem Betrieb erfolgt.

Für Umsätze aus der Verpachtung einer Eigenjagd gilt dies allerdings nicht. Diese Umsätze unterliegen nicht der Durchschnittssatzbesteuerung und sind mit einem Steuersatz von 20 % zu versteuern, außer die Kleinunternehmerbefreiung kann angewendet werden. Laut Umsatzsteuerrichtlinien zählen zum Pachtentgelt auch die weiterverrechneten Jagdbetriebskosten (z. B. Aufwendungen des Verpächters für Jagdpersonal, Futter und Jagdverwaltung) und der pauschale Ersatz von eventuellen Wildschäden.

Stand: 27. Juni 2017

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2017-06-27
Welche Einnahmen sind nicht von Pauschalierungen erfasst?
Nachfolgend finden Sie Beispiele für land- und forstwirtschaftliche Einnahmen, die nicht von der Pauschalierung umfasst und daher immer steuerpflichtig sind

Nachfolgend finden Sie Beispiele für land- und forstwirtschaftliche Einnahmen, die nicht von der Pauschalierung umfasst und daher immer steuerpflichtig sind:

  • Aufgabe von Rechten:
    • Erlös für Verkauf/Verpachtung von Milch- und Rübenkontingenten bzw. der Zuckerquoten
    • Übertragung und freiwillige Abtretung von Zahlungsansprüchen der Betriebsprämien auf Grund der Direktzahlungsverordnung
    • Ablöse für ein Wegerecht
    • Entgelt für die Aufgabe des Pacht(Miet)rechtes
    • Aufgabe von Wasserbenutzungsrechten
  • Veräußerung von Anteilen an Agrargemeinschaften
  • Einräumung von Dienstbarkeiten: Entschädigung für Maststandorte, Führung eines Abwasserkanals etc.
  • Entschädigung für Ertragsausfälle und Wirtschaftserschwernisse, wenn sie das laufende Jahr betreffen und bei Vollpauschalierung ein Abschlag vom Einheitswert erfolgt ist.
  • Jagdpachterlöse (Einnahmen nicht Einkünfte), die für die Grundflächennutzung einer Eigen- oder Gemeindejagd bezahlt werden, sind als „Pachtzins“ gesondert anzusetzen.
  • Einkünfte aus Wildabschüssen (70 % steuerpflichtig, da 30 % als pauschale Betriebsausgaben ansetzbar)
  • Verpachtung von Fischereirechten
  • Verkauf von Fischereikarten, wenn pauschales Entgelt (nicht nach gefangenem Fisch)

Stand: 27. Juni 2017

e135766
2017-06-27
Was ist der Sanierungsscheck für Private 2017?
Die Antragstellung ist seit 3.3.2017 nur für natürliche Personen für ein Objekt möglich und muss vor Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen erfolgen.

Mit dem Sanierungsscheck 2017 kann für die thermische Sanierung eines mehr als 20 Jahre alten privaten Wohnobjektes (Einfamilienhaus, Reihenhaus, Wohneinheit eines Zweifamilienhauses) in Österreich eine Förderung zwischen € 3.000,00 und € 8.000,00 beantragt werden, wenn

  • eine umfassende Sanierung nach klimaaktivem bzw. gutem Standard oder
  • eine Teilsanierung, die zu einer Reduktion des Heizwärmebedarfs von mindestens 40 % führt, durchgeführt wird.

Zusätzlich werden besonders nachhaltige und vorbildliche Sanierungsprojekte als „Mustersanierungen“ mit einer erhöhten Förderung unterstützt. Maximal 30 % der förderungsfähigen Kosten können inklusive Zuschlag gefördert werden.

Was sind z. B. förderungsfähige Sanierungsmaßnahmen?

  • Dämmung der Außenwände
  • Dämmung der obersten Geschoßdecke bzw. des Daches
  • Dämmung der untersten Geschoßdecke bzw. des Kellerbodens
  • Sanierung bzw. Austausch der Fenster und Außentüren
  • nur bei Mustersanierungen: Umstellung des Heizungssystems auf Holzzentralheizung, Wärmepumpe, Nah-/Fernwärme, thermische Solaranlage

Zusätzlich werden auch Kosten für Planung (z. B. Energieausweis), Bauaufsicht und Baustellengemeinkosten als förderungsfähige Kosten anteilig anerkannt.

Achtung:

Die Antragstellung ist seit 3.3.2017 nur für natürliche Personen für ein Objekt möglich und muss vor Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen (Ausnahme: Planungsleistungen) erfolgen. Anträge können prinzipiell bis 31.12.2017 gestellt werden; jedoch wird nur solange gefördert, wie Budgetmittel vorhanden sind!

Der entsprechende Förderungsantrag muss rechtzeitig bei den beteiligten Bausparkassen eingebracht werden.

Tipp: Den Sanierungsscheck 2017 gibt es auch für den mehrgeschossigen Wohnbau (Eigentümer und Mieter von Wohnungen bei Sanierung des gesamten mehrgeschossigen Wohnbaus)!

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.umweltfoerderung.at/privatpersonen.html.

Stand: 27. Juni 2017

e135767
2017-06-27
Was sind die aktuellen Zuverdienstgrenzen für Studenten?
Ferialjobs im Sommer sind bei Studenten heiß begehrt.

Ferialjobs im Sommer sind bei Studenten heiß begehrt. Allerdings müssen hinsichtlich des Entgeltes gewisse Verdienstgrenzen beachtet werden, damit nicht der Anspruch auf eine etwaig zustehende Familienbeihilfe und den Kinderabsetzbetrag für das gesamte Jahr gekürzt wird oder ein Stipendium(teil) zurückgezahlt werden muss.

Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag

Ab dem 20. Lebensjahr dürfen österreichische Studenten pro Jahr bis zu € 10.000,00 verdienen, ohne eine etwaig zustehende Familienbeihilfe zu verlieren. Relevant für diese Grenze ist das zu versteuernde Einkommen: Bruttogehalt (ohne Sonderzahlungen) minus Sozialversicherungsbeiträge.

Nicht zum Einkommen zählen etwa: Waisenpensionen, Waisenversorgungsgenüsse, Lehrlingsentschädigungen, Einkommen vor oder nach der Zeit der Anspruchsberechtigung auf Familienbeihilfe, einkommensteuerfreie Bezüge (z. B. Sozialhilfe, Pflegegeld, Studienbeihilfe, Arbeitslosengeld, Kinderbetreuungsgeld).

Übersteigt das Jahreseinkommen die Grenze von € 10.000,00, so verringert sich die Familienbeihilfe um diesen Betrag.

Studienbeihilfe

Neben dem Bezug von Studienbeihilfe können € 10.000,00 dazuverdient werden, ohne dass es zu einer Kürzung der Beihilfe kommt. Dieser Betrag kann sich erhöhen, wenn Unterhalt für eigene Kinder geleistet wird (um mindestens € 2.988,00 je Kind).

Als Unselbständiger ist für die Zuverdienstgrenze das Gesamtjahreseinkommen wie folgt heranzuziehen: Bruttoeinkommen (inklusive Sonderzahlungen) plus Überstundenabgeltungen und Abfertigungen minus Sozialversicherungsbeiträge, Sonderausgaben- und Werbungskostenpauschale.

Laut Studienförderungsgesetz gelten neben den steuerpflichtigen Einkünften auch z. B. Renten oder Sozialtransfers wie Karenzgeld, Kinderbetreuungsgeld, Krankengeld, Arbeitslosengeld, Weiterbildungsgeld, Sozialhilfe, Notstandshilfe, Kindergeld, Pensionen (auch Waisenpension) und Auszahlungen aus Vorsorgekassen als Einkommen.

Wenn das Einkommen die Jahresgrenze überschreitet, erfolgt eine Kürzung bzw. Rückforderung der Studienbeihilfe.

Stand: 27. Juni 2017

e135768
2017-06-27
Reklamationen als Chance?
Ein verärgerter Kunde gibt, wie zahlreiche Untersuchungen zeigen, seine schlechten Erfahrungen im Kollegen- und Bekanntenkreis im Schnitt zehnmal weiter.

Kunden halten: Ein verärgerter Kunde gibt, wie zahlreiche Untersuchungen zeigen, seine schlechten Erfahrungen im Kollegen- und Bekanntenkreis im Schnitt zehnmal weiter und beendet im schlechtesten Fall die Zusammenarbeit mit Ihrem Unternehmen.

Günstigere Lösung: Eine positiv erledigte Reklamation jedoch kann eine Weiterempfehlung begründen. Zumindest können Sie dadurch optimalerweise einen Stammkunden halten. Denn es ist oft wesentlich aufwendiger, neue Kunden zu gewinnen als bestehende zu halten. Zudem gibt eine Reklamation die Chance, aktiv die Qualität der eigenen Produkte und Dienstleistungen zu verbessern und an der Beziehung zum Kunden zu arbeiten. Ersuchen Sie den Kunden um die Chance, ihm zeigen zu können, dass Sie die Reklamation zu seiner vollsten Zufriedenheit erledigen.

Was soll bei Reklamationen beachtet werden?

Das Allerwichtigste: Eine Reklamation will richtig angenommen und der Kunde gehört werden. Verständnis, Wertschätzung für die Rückmeldung und gegebenenfalls eine Entschuldigung helfen. Der Kunde ist und bleibt König, auch wenn das Kaufdatum für das Produkt oder die Dienstleistung in der Vergangenheit liegt. Bei ungerechtfertigten Reklamationen ist höflich, aber bestimmt auf die AGBs zu verweisen.

Rascher Lösungsvorschlag: Nicht die Erklärung, wer von den Mitarbeitern, Kollegen oder Zulieferern den Fehler gemacht hat, ist wichtig, sondern die angebotene Lösung interessiert. Positive Formulierungen wirken.

Stand: 27. Juni 2017

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